Neue Ebola-Variante ohne verfügbaren Impfstoff breitet sich in einer bereits schwer belasteten Region aus.

Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat einen neuen Ebola-Ausbruch in den Gesundheitszonen Bunia, Mongwalu und Rwampara in der Provinz Ituri bestätigt. Laut ersten Angaben wurden bereits 246 Verdachtsfälle und 80 Todesfälle registriert, darunter vier bestätigte Ebola-Fälle.

Besonders alarmierend ist, dass die neu identifizierte Ebola-Variante keiner bisher bekannten Viruslinie entspricht und derzeit kein Impfstoff verfügbar ist.

Die Provinz Ituri gehört zu den am stärksten von Konflikten und Vertreibung betroffenen Regionen des Landes. Mehr als 900’000 Binnenvertriebene leben dort unter schwierigen Bedingungen, oft ohne ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser oder medizinischer Versorgung. Kinder gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen.

„Unsere grösste Sorge gilt den Kindern. Sie sind in einer Region, die bereits massiv unter Konflikten leidet, besonders verletzlich. Gleichzeitig erschwert der Mangel an Ressourcen die humanitäre Hilfe zusätzlich“, sagt Philippe Guiton, Nationaldirektor von World Vision DR Kongo. „Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden und anderen Partnern setzen wir alles daran, die Ausbreitung einzudämmen und Leben zu schützen – insbesondere durch Hygienemassnahmen und Präventionsarbeit in Gebieten mit vielen Binnenvertriebenen.“

Auch David Munkley, Regionaldirektor Ost von World Vision DR Kongo, warnt vor einer weiteren Verschärfung der Lage:

„Ituri ist bereits stark von akuter Unterernährung betroffen, was das Immunsystem vieler Menschen zusätzlich schwächt. Gleichzeitig ist der Zugang zu Gesundheitsdiensten in abgelegenen Regionen äusserst begrenzt. Eine schnelle und koordinierte Reaktion ist entscheidend, um möglichst viele Menschen zu erreichen und Leben zu retten.“

Erfahrung aus früheren Ebola-Ausbrüchen

World Vision unterstützt die Reaktion auf den aktuellen Ausbruch gemeinsam mit Gesundheitsbehörden und humanitären Partnern – insbesondere in den Bereichen Kinderschutz, Hygieneaufklärung sowie Infektionsprävention und -kontrolle.

Die Organisation verfügt über langjährige Erfahrung im Umgang mit Ebola-Ausbrüchen in der DR Kongo, Uganda, Sierra Leone und weiteren Ländern Westafrikas. Während des Ebola-Ausbruchs 2018/2019 im Osten der DR Kongo schulte World Vision lokale Glaubensleiter, um lebenswichtige Informationen auch in abgelegene Gemeinden zu bringen. Über den Ansatz „Channels of Hope“ konnten Falschinformationen reduziert und Vertrauen in den betroffenen Gemeinschaften gestärkt werden.

Auch beim jüngsten Ebola-Ausbruch in Bulape in der Region Kasai unterstützte World Vision mehr als 200’000 Kinder und Betroffene. Der Ausbruch wurde im Dezember 2025 offiziell für beendet erklärt.

World Vision ruft zu raschem Handeln auf

Angesichts der sich zuspitzenden Lage ruft World Vision die internationale Gemeinschaft zu dringender Unterstützung auf:

  • Sofortige Finanzierung der Nothilfe: Gesundheitsfachkräfte benötigen Schutzmaterial, zusätzliche Ressourcen und Unterstützung für die Arbeit in schwer erreichbaren Gebieten.
  • Stärkere regionale Zusammenarbeit: Grenzüberschreitende Überwachung und koordinierte Vorbereitung mit den Nachbarländern sind entscheidend, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen.

„Die Erfahrungen früherer Ebola-Ausbrüche zeigen, dass schnelles Handeln Leben retten kann“, sagt Guiton. „Besonders Kinder dürfen in dieser Krise nicht vergessen werden.“

Spendenmöglichkeit: Spendenfonds – World Vision
 
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Lisa von Zobeltitz | Corporate Communications and Public Relations | T +41 44 510 15 05 | lisa.vonzobeltitz@worldvision.ch

World Vision Schweiz und Liechtenstein ist Teil einer der weltweit grössten Kinderhilfsorganisationen. Seit über 75 Jahren setzen wir uns – gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften – dafür ein, dass die am stärksten benachteiligten Kinder Schutz, Perspektiven und faire Chancen erhalten. Unsere Arbeit ist inspiriert von christlichen Werten wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Mitgefühl.