Gurken, Papayas und Wasserspinat sind für Rachnas Familie mehr als nur Nahrung. Dank des Gemüseanbaus kann ihre Mutter Phalla heute ihre Familie ernähren, ohne ihre Kinder verlassen zu müssen.

Rachna kann sich nicht mehr daran erinnern, wie ihre Mutter Phalla damals in die Stadt gehen musste, um dort zu arbeiten. Sie war erst ein Jahr alt, und ihr Bruder Vichet war nur ein paar Jahre älter. Doch Phalla erinnert sich gut: wie schwer es ihr fiel, ihre kleinen Kinder zurückzulassen. An die endlosen Tage in der Textilfabrik, die Einsamkeit in ihrer Unterkunft und daran, wie schnell ihr Verdienst für Miete und Lebensmittel aufgebraucht war.

Doch zu Hause reichte das Einkommen der Familie nicht zum Leben. Phalla und ihr Mann Minh bauten Reis auf ihrem kleinen Stück Land in Kambodscha an und arbeiteten, wenn sich die Gelegenheit bot, zusätzlich auf anderen Bauernhöfen in der Umgebung. Trotzdem konnten sie damit kaum über die Runden kommen.

Mutter Phalla Vater Minh stehen mit ihren beiden Kindern Rachna und Vichet vor ihrem kleinen Haus auf Stelzen und ihrem Gemüsegarten.
Rachnas Familie vor ihrem einfachen Wohnhaus und dem neuen Gemüsegarten

Viel Arbeit, kaum ein Auskommen

Die 200 US-Dollar im Monat, die Phalla mit dem Nähen von Kleidern in der Stadt verdienen konnte, hatten sich wie ein Vermögen angehört, als sie von dieser Möglichkeit erfuhr. Doch die Lebenshaltungskosten in der Stadt waren viel höher, als sie erwartet hatte, sodass sie kaum Geld nach Hause schicken konnte. Nach vier Monaten kehrte Phalla zurück. Gemeinsam mit ihrer Familie schwierige Zeiten durchzustehen, war besser, als allein damit zurechtkommen zu müssen.

Rachna und ihre Mutter im neuen Gemüsegarten
Rachna hilft ihrer Mutter Phalla im neuen Gemüsegarten.

Neues Wissen, neue Möglichkeiten

Der Wendepunkt kam mit einer Schulung von World Vision zu nachhaltiger Landwirtschaft. Die Schulung war Teil der durch Patenschaften finanzierten Projektarbeit. Phalla erhielt Saatgut und Schutznetze und lernte, ein Schattendach für ihre Pflanzen zu bauen. So konnte sie ertragreichere Gemüse- und Obstsorten wie Gurken, Wasserspinat und Papayas anbauen.

Ausserdem lernte Phalla, aus Tiermist und Lebensmittelresten organischen Dünger herzustellen. Das senkt ihre Kosten und verbessert die Qualität ihres Gemüses.

Mutter Phalla und ihre beiden Kinder essen eine gesunde Mahlzeit mit viel selbst angebautem Gemüse in Kambodscha.
Phalla kann jetzt ihren Kindern gesunde Mahlzeiten anbieten.

Gemüse, das die Familie weiterbringt

Die Veränderungen in Phallas Familie zeigen, wie die Kinderpatenschaft wirkt: Damit Kinder gesund aufwachsen und gute Zukunftschancen haben, stärkt World Vision auch ihr familiäres Umfeld. Rachna und Vichet profitieren heute von der verbesserten Lebenssituation ihrer Familie und können eine Vielfalt an frischem Gemüse aus eigenem Anbau essen.

Mit dem Verkauf von Gemüse sowie der Haltung von Schweinen und Hühnern verdient Phalla heute rund 250 US-Dollar im Monat. Zu ihrer Kundschaft gehört auch das Schulmahlzeitenprogramm der Dorfgemeinschaft. So kommt die Entwicklung nicht nur ihrer eigenen Familie zugute: Phalla trägt mit ihrer Arbeit auch zur Versorgung anderer Kinder in der Gemeinschaft bei.

«Ich liebe das Gemüse, das meine Mutter anbaut und für uns kocht», sagt Rachna.

 

Originaltext und Fotos: Dara Chhim, World Vision Kambodscha

Vier Kinder in Kambodscha halten ihre Daumen hoch.
Rachna (2.v.l.) mit ein paar Schulfreunden

Schenken Sie Kindern eine Zukunft mit Perspektiven

Heute kann Rachnas Familie von ihrem eigenen Anbau leben. Mit einer Kinderpatenschaft unterstützen Sie Familien dabei, ihre Lebensgrundlagen nachhaltig zu stärken und Kindern eine Zukunft mit Perspektiven zu ermöglichen.