Bäume pflanzen, Böden schützen, Einkommen sichern: In Malawi engagieren sich Jugendliche für ihre Umwelt und schaffen neue Perspektiven für ihre Familien.

In ganz Malawi spüren die Gemeinschaften zunehmend die Auswirkungen der Umweltzerstörung. Veränderte Niederschlagsmuster, Bodenerosion, Abholzung und die sinkende Produktivität der Böden gehören inzwischen zum Alltag. In ländlichen Gebieten sind diese Herausforderungen nicht nur Umweltprobleme, sondern auch Faktoren, die das Leben, die Landwirtschaft und das Überleben der Familien massgeblich beeinflussen.

In Dindi im südlichen Malawi wachsen junge Menschen mitten in diesen Veränderungen auf. Viele von ihnen haben erlebt, wie landwirtschaftliche Flächen immer weniger Ertrag bringen, Bäume verschwinden und die Einkommen der Haushalte zurückgehen. Für manche Familien bedeutet dies, dass sie Mühe haben, genügend Lebensmittel zu produzieren. Für viele Jugendlichen heisst es, dass Zukunftsperspektiven abnehmen und der Druck wächst, zum Einkommen ihrer Familien beizutragen.

Rachel (rechts) leitet in Malawi eine Gruppe junger Frauen an, wie man Bäume und Sträucher so zurückschneidet, dass sie mehr Ertrag bringen und das Mikroklima schützen.
Rachel (rechts) zeigt den Clubmitgliedern, wie man Bäume und Sträucher so zurückschneidet, dass sie mehr Ertrag bringen und das Mikroklima im Garten verbessern.

Initiativen zur Wiederherstellung der Umwelt

Vor diesem Hintergrund entstehen verschiedene lokale Initiativen. Eine davon ist die Arbeit des Mlambe Impact Plus Clubs. Der Club setzt sich für die Wiederherstellung geschädigter Umweltgebiete in der Region ein. Durch den Club übernehmen junge Menschen eine aktive Rolle dabei, die entstandenen Schäden rückgängig zu machen. Mit Unterstützung von World Vision Malawi im Rahmen des Projekts «Dindi» bringt der Club Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren zusammen und vermittelt ihnen praktische Kenntnisse in der Wiederherstellung der Umwelt.

Die Clubmitglieder beteiligen sich an Baumpflanzaktionen, Bewässerung, Landwirtschaft und Bodenschutzmassnahmen. Kleinere Einkommensprojekte fördern sowohl die Erholung der Umwelt als auch die Widerstandskraft der Familien.

Die Clubleiterin Rachel Matemba sagt, dass sich bereits deutlich zeige, wie sich die Sicht der jungen Menschen auf ihre Umwelt und ihre Zukunft verändert habe.

«Die Initiative hilft jungen Menschen auch dabei, Schutzthemen besser zu verstehen und auf Herausforderungen zu reagieren, die ihr Wohlergehen beeinträchtigen. Durch diesen Club haben wir Bäume zum Schutz des Bodens sowie Obstbäume gepflanzt. Deren Früchte werden wir nicht nur selbst essen, sondern auch verkaufen und damit Einkommen erzielen», sagt Rachel.

Vanessa, Mitglied in einem Jugendclub für Umweltschutz in Malawi, kauert hinter einem frisch gepflanzten Bäumchen.
Vanessa weiss jetzt, dass und wie sie einen Beitrag leisten kann, um ihr Umfeld zu verbessern.

Ein Ort der Hoffnung

Für die 15-jährige Vanessa ist der Club zu einem Ort geworden, an dem sie Verantwortung übernimmt, lernt und Hoffnung schöpft. Früher habe sie Umweltprobleme vor allem als Herausforderung für ihre Familie erlebt. Heute weiss sie, dass sie selbst einen Beitrag leisten kann, sagt sie.

«Die Spargruppen, die im Rahmen des Clubs eingeführt wurden, haben mir ausserdem geholfen zu lernen, wie ich Ressourcen sinnvoll verwalte und langfristige Ziele verfolge», sagt Vanessa.

Der Mlambe Impact Plus Club in Dindi zählt derzeit 28 Mitglieder, darunter 17 Mädchen. Gemeinsam setzen sie sich für die Wiederherstellung der Umwelt ein und erwerben gleichzeitig Fähigkeiten, die ihre Widerstandskraft, ihr Verantwortungsbewusstsein und nachhaltige Lebensgrundlagen fördern.

 

Originaltext und Fotos: Bernard Kankhono, World Vision International

 

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