Zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August fordert World Vision einen besseren Schutz von humanitärem Personal und einen sicheren Zugang für lebensrettende Hilfe.
Weltweit wurden in den vergangenen drei Jahren mehr als 1’000 humanitäre Helferinnen und Helfer getötet (Quelle: United Nations). Allein 2025 kamen 350 ums Leben – einer der höchsten je dokumentierten Werte (Quelle: AWSD). Damit hat sich die Zahl der getöteten Helfenden gegenüber den drei Jahren zuvor nahezu verdreifacht. Fachorganisationen führen diese Entwicklung unter anderem auf die zunehmende Missachtung des humanitären Völkerrechts und die Ausweitung bewaffneter Konflikte zurück.
Gleichzeitig verändert der zunehmende Einsatz von Drohnen die Bedingungen für humanitäre Einsätze. Da Angriffe jederzeit und oft ohne unmittelbare Frontlinie erfolgen können, wird der Zugang zu betroffenen Menschen schwieriger und gefährlicher. Hilfskonvois müssen ihre Routen ändern oder Einsätze abbrechen, und Krankenhäuser oder Verteilzentren sind zunehmend gefährdet.
«Die Art der Kriegsführung verändert sich. Unsere Verantwortung, Menschenleben und Menschenwürde zu schützen, bleibt jedoch dieselbe. Jeder Angriff auf ein Spital, jede zerstörte Versorgungsroute und jeder verhinderte Hilfseinsatz nimmt Kindern die Chance auf lebensrettende Hilfe. Humanitäre Helferinnen und Helfer sind keine Ziele. Kinder sind keine Kollateralschäden», sagt Isabel Gomes, Leiterin Katastrophenmanagement bei World Vision.
«Humanitäres Personal zu schützen und den Zugang zu Menschen in Not sicherzustellen, ist keine politische Option, sondern eine Verpflichtung nach dem humanitären Völkerrecht. Nur wenn Helferinnen und Helfer sicher arbeiten können, erreichen lebensrettende Hilfe und Schutz die Kinder und Familien, die darauf angewiesen sind», sagt Daniel Winzenried, CEO von World Vision Schweiz und Liechtenstein.
World Vision fordert Regierungen und Konfliktparteien auf,
- humanitäres Personal sowie die Zivilbevölkerung konsequent gemäss dem humanitären Völkerrecht zu schützen;
- sicheren und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe sicherzustellen;
- Angriffe auf humanitäre Helfende und zivile Infrastruktur konsequent zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Hintergrund
Der Welttag der humanitären Hilfe wird jedes Jahr am 19. August begangen. Die diesjährige Kampagne #ActForHumanity erinnert daran, dass humanitäre Hilfe nur dann Menschenleben retten kann, wenn diejenigen geschützt werden, die sie leisten.
Kontakt für Medienanfragen
Lisa von Zobeltitz | Corporate Communications and Public Relations | T +41 44 510 15 05 | lisa.vonzobeltitz@worldvision.ch
*Bildunterschrift: Sudan: Eine World-Vision-Mitarbeiterin spricht mit einer Frau in einem Vertriebenencamp. Der Sudan gehört derzeit zu den gefährlichsten Einsatzorten für humanitäre Helferinnen und Helfer.