Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 7,7 in Myanmar kämpfen Hunderttausende Familien noch immer darum, ihr Leben wieder aufzubauen. Die Katastrophe vom 28. März 2025 forderte rund 3’800 Todesopfer und hat die Lebensgrundlagen vieler Menschen nachhaltig zerstört.
Heute sind gemäss dem Humanitarian Needs and Response Plan 2026 rund 16,2 Millionen Menschen – fast ein Drittel der Bevölkerung – auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zwar konnten internationale und lokale Organisationen umfangreiche Soforthilfe leisten, doch insbesondere die langfristige Wiederherstellung von Einkommen und Lebensgrundlagen bleibt massiv unterfinanziert.
Steigende Preise durch Iran-Krise verschärfen Notlage der Familien
Viele Familien stehen weiterhin vor grossen Herausforderungen: beschädigte landwirtschaftliche Flächen, zerstörte Häuser, unterbrochene Märkte und stark steigende Preise für Grundnahrungsmittel erschweren den Alltag.
Die aktuelle Eskalation im Nahen Osten verschärft die Situation zusätzlich: Der Konflikt rund um Iran treibt weltweit die Energiepreise nach oben und erhöht damit auch die Kosten für Transport, Produktion und Lebensmittel. Angriffe auf Energieinfrastruktur und Störungen wichtiger Handelsrouten wie der Strasse von Hormus verstärken den Preisdruck weiter.
Für viele Familien in Myanmar bedeutet das: Grundlegende Güter werden noch teurer und die ohnehin fragile Existenzsicherung gerät weiter unter Druck.
„Kinder und ihre Familien lebten bereits zuvor unter schwierigen Bedingungen, doch das Erdbeben hat ihre Lage massiv verschlechtert“, sagt Dr. Edward Zan, Senior Operations and Response Director von World Vision International Myanmar. „Trotz der Unterstützung durch humanitäre Organisationen leiden viele Familien unter stark gestiegenen Preisen für Lebensmittel und andere lebenswichtige Güter.“
Hilfe erreicht Hunderttausende – doch der Bedarf bleibt gross
World Vision hat gemeinsam mit lokalen Partnern seit dem Erdbeben über 500’000 Menschen erreicht, darunter 194’748 Kinder (Stand: 18. März 2026). Die Unterstützung umfasst unter anderem Nahrungsmittelhilfe, medizinische Versorgung, Bildungsangebote für betroffene Kinder, psychosoziale Unterstützung sowie den Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Zudem wurden Programme zur Wiederherstellung von Einkommen initiiert.
Trotz dieser Fortschritte bleibt der Bedarf hoch. Ohne zusätzliche finanzielle Mittel drohen viele Familien dauerhaft in Armut zu geraten.
„Ein Jahr nach dem Erdbeben ist der Wiederaufbau noch lange nicht abgeschlossen“, betont Dr. Erwin Lloyd Guillergan, Landesdirektor von World Vision Myanmar. „Familien brauchen verlässliche und langfristige Unterstützung, um ihre Existenz wieder aufzubauen. Wenn Menschen wieder arbeiten und Einkommen erzielen können, stärkt das ihre Widerstandsfähigkeit und schützt
langfristig die Gesundheit und das Wohl ihrer Kinder.“
__________________________________
Bildunterschrift: An der Min Gyi Primarschule im Township Amarapura (Region Mandalay) mit 187 Schülerinnen und Schülern wurde das Wassersystem durch das Erdbeben beschädigt. Die Kinder mussten deshalb eigenes Trinkwasser mitbringen oder unbehandeltes Wasser aus einem Bohrloch trinken. World Vision installierte ein Wasserfiltersystem und einen Wassertank, sodass Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen nun wieder zuverlässig Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.
Spendenmöglichkeit: Hilfe für Myanmar
___________________________________
Kontakt für Medienanfragen:
Lisa von Zobeltitz
Corporate Communications and Public Relations
World Vision Schweiz und Liechtenstein
Kriesbachstrasse 30, 8600 Dübendorf
T +41 44 510 15 05
lisa.vonzobeltitz@worldvision.ch