Was bedeutet COVID-19 für Afrika?

18. November 2020

Ein Mädchen verkauft Chikwangue auf einem Markt in der Demokratischen Republik Kongo.

Konflikte, Hunger und jetzt noch die Corona-Pandemie: In DRC helfen Mädchen wie Eureka ihren Familien, zum Beispiel mit dem Verkauf von Maniokbrot auf dem Markt.

Text: World Vision Schweiz

Rund 1,5 Millionen Corona-Fälle gibt es offiziell in Afrika. Das sind auf dem gesamten Kontinent in etwa so viele wie in Frankreich und damit deutlich weniger als in Europa, Nordamerika oder Südostasien. Auch die Sterberate ist in Afrika vergleichsweise gering. Woran liegt das? Zum einen an der im Durchschnitt sehr jungen Bevölkerung. Zum anderen an der hohen Dunkelziffer: Denn nicht überall wird auf Sars-CoV-2 getestet, vor allem nicht in ländlichen Regionen. Wie hoch auch immer die konkreten Zahlen sind: Fest steht, dass die Pandemie in Afrika auf Länder trifft, die besonders krisenerschüttert sind.

Naturkatastrophen, Konflikte und Krankheiten haben zu einer humanitären Krise geführt. Viele Familien kämpfen um ihre Existenz, weil Wüstenheuschrecken, Flut oder Dürren Ernten vernichtet haben. Die Restriktionen um COVID-19 bedeuten weitere Einbussen. Bewaffnete Unruhen zwingen Menschen zur Flucht. Über 18 Millionen Binnenflüchtlinge gibt es in Afrika. Und Krankheiten wie AIDS, Malaria und Tuberkulose sind schon jetzt eine grosse Gefahr. Sie belasten die Gesundheitssysteme, sofern es überhaupt einen Zugang zu Versorgung und sanitären Einrichtungen gibt. An all diesen Punkten setzt World Vision an.

In Mali verteilen wir zum Beispiel Bargeld und Gutscheine an besonders gefährdete Familien, in Mosambik, Niger und Tansania Saatgut, Vieh und Geräte. Wir organisieren Schulungen und beraten, damit Familien wieder ein Einkommen generieren. Camps für Binnenflüchtlinge bekommen zusätzliche Hilfen, Masken und Desinfektionsmittel zum Beispiel, um sich vor COVID-19 zu schützen. Selbst Wasser ist vielerorts knapp, die einzige Quelle oft kilometerweit entfernt. World Vision baut und repariert Wasserversorgungssysteme. In Mosambik zum Beispiel konnten 151 neue Wasserstellen errichtet und über 45’000 Menschen mit sauberem Wasser versorgt werden. Handwaschanlagen vor Schulen, Kirchen, Krankenstationen und in den Gemeinden ermöglichen, nötige Hygieneregeln einzuhalten. In Mali haben Krankenwagen Treibstoff und Isolierzellen erhalten. Zusätzlich unterstützen wir Gesundheitszentren und Länder mit Hygienesets und Schutzausrüstung, Schulen und informieren über Massnahmen zum Schutz vor COVID-19, zum Beispiel in Mauretanien via Fernsehen, Radio, SMS und mit gedruckten Materialien.

Ein Mann und zwei Mädchen waschen sich die Hände in Mali.Schutz mit Seife und Wasser: Soungalo Coulibaly zeigt seinen Töchtern Nie und Sedie in Mali, wie man sich richtig die Hände wäscht.

Ein wichtiges Thema in der Pandemie ist Bildung. Auch in Afrika müssen Schulen schliessen. World Vision unterstützt sie dabei, Lernmaterialien zu verteilen und Lernprogramme zu entwickeln, in Mosambik zum Beispiel für das Gemeinschaftsradio. Je länger die Schulen geschlossen sind, desto grösser wird das Risiko: Eine Studie von World Vision hat gezeigt, dass schätzungsweise eine Millionen Mädchen dauerhaft von Bildung ausgeschlossen sind, weil sie nicht mehr zur Schule zurückkehren werden. Zwangsehen und Schwangerschaften nehmen zu. Das war schon beim Ausbruch von Ebola der Fall: Im Bezirk Machakos in Kenia wurden innerhalb von fünf Monaten fast 4’000 Mädchen im Schulalter schwanger. Darum ist Kinderschutz gerade jetzt wichtig. Und genau dafür setzt sich World Vision ein, gegenüber Politik und in Zusammenarbeit mit Freiwilligen und Glaubensführern vor Ort.

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