Venezuela, Kolumbien, Indonesien, Peru: In den vergangenen Wochen haben schwere Erdbeben Menschen weltweit aus ihrem Alltag gerissen. Nach den verheerenden Beben in Venezuela und Kolumbien haben wir Sie um Unterstützung gebeten. Viele von Ihnen haben geholfen. In diesem Beitrag berichten wir über die Situation vor Ort und darüber, wie Ihre Unterstützung den betroffenen Menschen zugutekommt.

Es ist 7.34 Uhr morgens, als in Kolumbien plötzlich die Erde zu beben beginnt.

Darlyn ist bei ihrer Tante in Armenia, die sich gerade von einer Operation erholt. Sie kennt Erdbeben – 1999 hat sie bereits das verheerende Beben in dieser Region miterlebt. Doch dieses Mal scheint das Schütteln nicht aufzuhören.

Mehr als zwei Minuten lang bewegt sich die Erde. Darlyn bringt ein Kind in Sicherheit und sucht gemeinsam mit ihrer Tante Schutz. Menschen auf die Strasse suchen nach ihren Kindern. Strom und Kommunikation fallen aus.

«Ich dachte: Das ist das Ende», erinnert sich Darlyn.

Am 10. August erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,4 den Westen Kolumbiens. Häuser und Infrastruktur wurden zerstört oder beschädigt, Menschen verloren Angehörige, ihr Zuhause oder ihre Lebensgrundlage.

Als die Erde endlich aufhört zu beben, ist die Katastrophe für die betroffenen Familien noch lange nicht vorbei.

Auch Darlyn und ihre Familie spüren das. Stundenlang trauen sie sich kaum zurück ins Haus. Die Angst vor Nachbeben bleibt. Und mit ihr die Bilder dessen, was gerade geschehen ist.

Gerade für Kinder kann eine solche Katastrophe besonders belastend sein. Innerhalb weniger Minuten sind die Orte, die ihnen normalerweise Sicherheit geben – ihr Zuhause, ihre Schule, ihre Nachbarschaft – zerstört.

Was Ihre Unterstützung bislang bewirkt

In Pereira und weiteren besonders betroffenen Gebieten Kolumbiens ist World Vision seit dem Erdbeben im Einsatz.

In Notunterkünften begleiten Mitarbeitende und Freiwillige Kinder und ihre Familien. Kinderfreundliche Räume bieten Schutz und psychosoziale Unterstützung. Betroffene Familien erhalten Lebensmittel und Hygieneartikel. Wo der Zugang zu sauberem Wasser schwierig ist, gehören auch Wasser-, Sanitär- und Hygienemassnahmen zur Hilfe.

Hinter jeder dieser Massnahmen stehen Menschen, deren Alltag sich innerhalb weniger Minuten verändert hat.

Menschen wie die Familien, die in Pereira in der Kirche von Pastor Eliezer Mejía Zuflucht gefunden haben. Nach dem Erdbeben öffnete die Gemeinde ihre Türen für Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten. World Vision unterstützt vor Ort und arbeitet mit solchen lokalen Strukturen zusammen, um die Hilfe dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird.

Wenn die Kameras weiterziehen

In den ersten Tagen nach einem schweren Erdbeben ist die Aufmerksamkeit gross. Bilder zerstörter Häuser gehen um die Welt, Rettungskräfte suchen nach Vermissten und Hilfsorganisationen verteilen das Nötigste.

Doch irgendwann verschwinden die Bilder aus den Nachrichten.

Für die Familien vor Ort beginnt dann häufig erst der lange Weg zurück.

Sie müssen beschädigte Häuser reparieren oder ein neues Zuhause finden. Manche haben ihre Einkommensquelle verloren. Kinder müssen das Erlebte verarbeiten und wieder Vertrauen und Sicherheit gewinnen.

Peter Gape, Nationaldirektor von World Vision Kolumbien und Venezuela, bringt es auf den Punkt:

«Unsere Arbeit endet nicht, wenn die Katastrophe aus den Nachrichten verschwindet.»

Deshalb bleibt World Vision an der Seite der betroffenen Familien – von der unmittelbaren Nothilfe bis zu den nächsten Schritten der Erholung.

Danke, dass Sie diese Hilfe möglich machen

Mit Ihrer Spende haben Sie uns Ihr Vertrauen geschenkt. Dafür danken wir Ihnen herzlich.

Ihre Unterstützung hilft dabei, unmittelbare Not zu lindern, Kinder zu schützen und Familien auf ihrem Weg zurück in einen sicheren Alltag zu begleiten.

Denn ein Erdbeben dauert manchmal nur Sekunden. Seine Folgen bleiben viel länger. Und unsere Hilfe auch.


Hinweis für unsere Spenderinnen und Spender:
In den kommenden Wochen erhalten Sie per E-Mail eine detaillierte Übersicht über die geleistete Hilfe, die erreichten Menschen und die weiteren geplanten Massnahmen.