Einen Monat nach den verheerenden Sturzfluten in Nepal sind rund 22’000 Kinder von den Folgen der Katastrophe betroffen. Tausende können noch nicht wieder regulär zur Schule gehen. World Vision hat bislang 8’684 Menschen mit Nothilfe erreicht, darunter 3’521 Kinder. Neben der akuten Versorgung rückt nun zunehmend der Wiederaufbau in den Fokus.

Zerstörte Häuser und Schulen, verlorene Lebensgrundlagen und die psychischen Folgen der Katastrophe prägen weiterhin den Alltag vieler Familien in den besonders betroffenen Distrikten Rasuwa und Nuwakot.

Besonders schwer wiegen die Folgen für Kinder: 9’800 Kinder an 32 Schulen in den am stärksten betroffenen Gebieten können noch nicht wieder wie gewohnt lernen. 18 dieser Schulen wurden vollständig oder teilweise zerstört. In Rasuwa gelten laut Education Cluster zudem 267 Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und weitere Schulmitarbeitende als vermisst.

«Einen Monat nach der Katastrophe ist die Krise für viele Kinder noch nicht vorbei», sagt Daniel Winzenried, CEO von World Vision Schweiz und Liechtenstein. «Sie brauchen nicht nur Nahrung, sauberes Wasser und Schutz, sondern auch die Möglichkeit, wieder zur Schule zu gehen und in einen geregelten Alltag zurückzufinden.»

Die Angst bleibt

Wie tief die Erlebnisse nachwirken, zeigt die Erfahrung von Smita, die mit ihrer Familie in einer Notunterkunft in Nuwakot lebt. Bei Hochwasserwarnungen geraten ihre Enkelkinder noch immer in Panik und wollen fliehen:

«Die Flut hat nicht nur unsere Häuser weggespült, sondern unseren Kindern auch das Gefühl von Sicherheit genommen», sagt Smita.

Auch für Mädchen bringt das Leben in Notunterkünften besondere Belastungen mit sich. Die 17-jährige Suvekshya beschreibt, wie schwierig es war, ihre Periode ohne Hygieneartikel, saubere Kleidung oder Privatsphäre zu bewältigen:

«Die Vertreibung durch die Flut war beängstigend. Noch schwieriger war es, meine Periode ohne Hygieneartikel, saubere Kleidung oder Privatsphäre zu bewältigen», sagt Suvekshya.

World Vision verteilt deshalb unter anderem sogenannte Dignity Kits mit Binden, Seife, Unterwäsche und weiteren wichtigen Hygieneartikeln.

Mehr als 8’600 Menschen erreicht

World Vision arbeitet gemeinsam mit den lokalen Partnerorganisationen KIRDARC Nepal und Good Neighbours Nepal. Bis zum 20. September wurden 8’684 Menschen unterstützt, darunter 3’521 Kinder und 258 Menschen mit Behinderungen.

Unter anderem wurden 50 Wassertanks mit je 1’000 Litern Fassungsvermögen und entsprechende Rohrsets bereitgestellt. 455 Menschen, darunter 182 Kinder, erhielten Material für Notunterkünfte.

Vom Nothilfeeinsatz zum Wiederaufbau

Die dreimonatige Nothilfephase läuft bis Ende November. Im Mittelpunkt stehen Lebensmittel, sauberes Wasser, Notunterkünfte, Hygiene sowie der Schutz von Kindern.

Anschliessend ist eine zwölfmonatige Wiederaufbauphase vorgesehen. Sie konzentriert sich unter anderem auf die Wiederherstellung von Einkommensmöglichkeiten, die sichere Rückkehr der Kinder in die Schule sowie die Instandsetzung von Unterkünften und wichtiger Infrastruktur.

World Vision Schweiz und Liechtenstein dankt den Spenderinnen und Spendern in der Schweiz, die die Hilfe für die betroffenen Kinder und Familien unterstützen.

Hinweis für Medienschaffende

Englischsprachige World-Vision-Mitarbeitende stehen in Nepal für Interviews zur Verfügung. Sie können aus erster Hand über die aktuelle Situation der betroffenen Kinder und Familien, die laufende Nothilfe und den bevorstehenden Wiederaufbau berichten. Interviewanfragen können kurzfristig über World Vision Schweiz und Liechtenstein koordiniert werden.

Lisa von Zobeltitz | Corporate Communications and Public Relations | T +41 44 510 15 05 | lisa.vonzobeltitz@worldvision.ch

World Vision Schweiz und Liechtenstein ist Teil einer der weltweit grössten Kinderhilfsorganisationen. Seit über 75 Jahren setzen wir uns – gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften – dafür ein, dass die am stärksten benachteiligten Kinder Schutz, Perspektiven und faire Chancen erhalten.