Als Überschwemmungen Mary und ihre fünf Kinder zur Flucht zwangen, verloren sie ihr Zuhause und fast ihren gesamten Besitz. Heute schenkt ihnen eine einfache Latrine nicht nur Schutz vor Krankheiten, sondern auch Sicherheit, Würde und neue Hoffnung.

Wenn die 30-jährige Mary an die Nacht zurückdenkt, in der ihre Familie fliehen musste, erinnert sie sich noch immer an die Angst.

«Es war das kalte Wasser und der laute Schrei meines jüngsten Sohnes, die mich aufweckten», erzählt sie.

Als der Nil über die Ufer trat, breitete sich das Wasser nachts unbemerkt bis in die Dörfer aus.

«Um drei Uhr morgens musste ich mit meinen fünf Kindern auf höher gelegenes Land fliehen.»

Eine einfache Latrine hilft Mary im Südsudan dabei, ihre Kinder vor Krankheiten zu schützen.
Eine einfache Latrine hilft Mary dabei, ihre Kinder vor Krankheiten zu schützen.

Die Familie musste ihr Zuhause und ihren gesamten Besitz zurücklassen. Gemeinsam mit anderen von den Überschwemmungen betroffenen Familien fand sie Zuflucht in Tonga Payam, einer Ortschaft im Bundesstaat Upper Nile.

Mary und ihre Kinder sitzen vor ihrer provisorischen Unterkunft in Tonga Payam im Südsudan
Mary und ihre Kinder sitzen vor ihrer provisorischen Unterkunft in Tonga Payam.

Für Mary ging es jedoch nicht nur um eine Unterkunft. Das Leben fern der Heimat brachte auch neue Sorgen in Bezug auf die sanitären Verhältnisse und die Sicherheit ihrer Kinder mit sich.

«Wir brauchten ein Zuhause und eine Latrine. Denn als Frau hilft mir eine Latrine, meine Würde zu bewahren. Aber die schützt uns auch vor Gefahren wie Schlangenbissen, denen man ausgesetzt ist, wenn man die Notdurft im Busch verrichten muss.»

Um die von den Überschwemmungen betroffenen Familien zu unterstützen, errichtete World Vision mit finanzieller Unterstützung des South Sudan Humanitarian Fund (SSHF) 30 Latrinen in Tonga Payam.

Diese Latrinen ermöglichen den vertriebenen Familien den Zugang zu sicheren sanitären Einrichtungen und verringern die Gesundheitsrisiken, die durch das Verrichten der Notdurft im Freien entstehen.

Mary erzählt, dass die Latrine für ihre Familie eine grosse Erleichterung ist, da sie erlebt hat, welche gesundheitlichen Folgen unzureichende sanitäre Einrichtungen haben können.

«In meinem Dorf gab es Cholerafälle. Eine Latrine zu haben, ist deshalb eine grosse Erleichterung für mich. Die Ausscheidungen unserer Kinder können sicher entsorgt werden, und meine Kinder sind geschützt.»

Heute bedeutet das, was auf den ersten Blick wie eine einfache Latrine aussieht, für Mary sehr viel mehr. Nachdem ihr die Überschwemmungen so viel genommen haben, hat ihr die Latrine ein Stück Würde, Sicherheit und Hoffnung auf eine gesündere Zukunft für sich und ihre Kinder zurückgegeben.

Ein Hygienefachmann von World Vision informiert eine Familie in Tonga Payam im Südsudan über gute Hygiene- und Sanitärpraktiken.
Ein Hygienefachmann von World Vision informiert eine Familie in Tonga Payam über gute Hygiene- und Sanitärpraktiken.

Über das Projekt

Dieses Projekt stellt lebenswichtige Wasser-, Sanitär- und Hygienedienstleistungen (WASH) bereit. Dazu gehört unter anderem der Bau von 208 Latrinen in Gemeinden, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Insgesamt profitieren mehr als 50’000 besonders gefährdete Menschen im Bezirk Panyikang von diesem Projekt.

 

Originaltext und Fotos: Scovia Charles, Communications Officer, World Vision International

 

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