Drei Jahre nach Beginn des Konflikts im Sudan warnen Hilfsorganisationen vor einer dramatischen Entwicklung: 17,3 Millionen Kinder sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, sie leiden vor allem unter Hunger und Gewalt.

Am 15. April 2023 brachen schwere Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) aus. Seither hat sich der Sudan zu einem der gefährlichsten Orte der Welt für Kinder entwickelt. In mehreren Regionen herrschen hungerähnliche Zustände.

  • 4,2 Millionen Kinder sind akut mangelernährt
  • Mehr als 800’000 Kinder leiden an schwerer akuter Mangelernährung und sind vom Tod bedroht
  • 17,3 Millionen Kinder sind insgesamt auf Hilfe angewiesen
  • Gewalt und Zusammenbruch aller Schutzsysteme

Kinder sind täglich von Gewalt betroffen. Häuser, Schulen und Gesundheitseinrichtungen wurden zerstört oder beschädigt. „Hinter jeder Statistik steht ein Kind, das sein Zuhause, seine Schule und seine Sicherheit verloren hat“, sagt Simon Mane, Landesdirektor von World Vision Sudan.

Der Zusammenbruch sozialer Strukturen trifft besonders Mädchen schwer: Sie sind einem hohen Risiko von sexualisierter Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.

Flucht und Verlust

Der Konflikt hat mehr als 13 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Viele Kinder leben heute in Lagern unter extrem prekären Bedingungen. In einem Vertriebenenlager in Fina (Ost-Jebel-Marra) wurden über 200 unbegleitete Kinder registriert – ein Beispiel für die Situation im ganzen Land.

Kinder berichten

Die persönlichen Geschichten zeigen die dramatischen Folgen des Konflikts.

Omer (9) leidet unter den Folgen von Hunger und Mangelernährung: „Meine Beine fühlen sich schwer an, und mein Bauch tut immer weh. Ich bin einfach so müde. Ich will nicht spielen, ich will nur, dass der Hunger aufhört.“

Ibrahim (11) erinnert sich an seine Flucht: „Der Himmel war schwarz vor Rauch, und ich sah Menschen, die voller Blut waren. Wir rannten, bis wir nicht mehr atmen konnten.“

Hilfswerke fordern mehr Unterstützung

Hilfsorganisationen wie World Vision leisten weiterhin Nothilfe, warnen jedoch vor einer dramatischen Finanzierungslücke.

„Die Präsenz von Hunderten unbegleiteten Kindern in Lagern wie in Fina zeigt, wie Kinder weiterhin im Stillen leiden“, sagt Mane. „Ohne eine sofortige Aufstockung der Mittel und ein Bekenntnis zum Frieden werden diese Narben dauerhaft sein.“ Er ergänzt: „Die Kinder im Sudan haben eine unglaubliche Widerstandskraft gezeigt. Aber Widerstandskraft hat ihre Grenzen. Sie brauchen, dass die Welt sich genauso für ihr Überleben einsetzt. Jede Stunde Verzögerung erhöht das Risiko, dass weitere Kinder sterben.“

World Vision fordert daher eine sofortige und massive Erhöhung der internationalen Hilfe, den Schutz der Zivilbevölkerung, sowie gezielte Unterstützung für unbegleitete und besonders gefährdete Kinder.


Kontakt für Medienanfragen:

Vor Ort: Grace Mavhezha | Communication and Public Engagement Manager|+263 775 180 450 | grace_mavhezha@wvi.org

In der Schweiz: Lisa von Zobeltitz | Corporate Communications and Public Relations | T +41 44 510 15 05 | lisa.vonzobeltitz@worldvision.ch

World Vision Schweiz und Liechtenstein ist Teil einer der weltweit grössten Kinderhilfsorganisationen. Seit über 75 Jahren setzen wir uns – gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften – dafür ein, dass die am stärksten benachteiligten Kinder Schutz, Perspektiven und faire Chancen erhalten. Unsere Arbeit ist inspiriert von christlichen Werten wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Mitgefühl.

Spendenmöglichkeit: Hilfe für Sudan – World Vision