«Trotz der zunehmenden Herausforderungen durch Konflikte, Waldbrände und Krankheitsausbrüche habe ich eine neue Aufgabe für mich entdeckt: den Menschen hier in Gangura Payam Hoffnung zu schenken und die Widerstandskraft unserer Gemeinschaft zu stärken», sagt Penina.
Penina ist 45 Jahre alt und Mutter von sieben Kindern. Ende 2023 verlor sie ihren Mann nach kurzer Krankheit. Nur wenige Monate später zerstörte ein verheerender Waldbrand den Getreidespeicher mit ihrer gesamten Ernte.
«Seit dem Tod meines Mannes trage ich die Verantwortung für unsere Familie», erzählt sie.
Der Verlust ihres Mannes und die zerstörte Ernte stellten die Familie vor enorme Herausforderungen. Doch statt zu verzweifeln, beschloss Penina zu handeln.
Auf Krisen vorbereitet sein
Entschlossen, ihre Familie künftig besser vor Katastrophen zu schützen, begann Penina, sich Strategien zur Vorbereitung auf Notfälle und zur Bewältigung von Katastrophen anzueignen. 2025 nahm ihr Leben eine entscheidende Wendung, als sie sich einer von World Vision unterstützten Katastrophenschutz-Gruppe in ihrer Gemeinde anschloss.
Das Programm schult die Menschen in der Gemeinschaft darin, sich auf Katastrophen vorzubereiten, im Ernstfall zu reagieren und sich von deren Folgen zu erholen.
Penina setzte das Gelernte in ihrem eigenen Einflussbereich um und entwickelte sich rasch zu einer Führungspersönlichkeit und wurde zur Vorsitzenden des Katastrophenschutz-Teams in Gangura Payam gewählt.
Wissen weitergeben
Heute besucht Penina Familien in der ganzen Region, organisiert Aufklärungstreffen und zeigt den Menschen — vor allem den Frauen — wie sie sich auf Katastrophen und Krankheitsausbrüche vorbereiten und sich schützen können.
Angesichts des zunehmenden Risikos von Krankheitsausbrüchen, darunter Ebola und Mpox, in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo ist ihre Führungsstärke besonders gefragt.
Für ihre Familie und Gemeinschaft
«In unserer Kultur begrüssen sich die Menschen mit einem Händedruck. Ich tue jedoch mein Bestes, um die Gemeinschaft darüber aufzuklären, dass wir bei Ausbrüchen von Krankheiten wie Ebola und Mpox den Körperkontakt möglichst vermeiden müssen. Das ist eine grosse Aufgabe», erklärt sie.
Ihr Engagement beschränkt sich jedoch nicht auf die Vorbeugung von Krankheiten. Waldbrände gehören zu den häufigsten Gefahren in Gangura und bleiben deshalb ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Arbeit, sowohl auf ihren eigenen Feldern als auch in der Katastrophenschut-Gruppe.
Gleichzeitig gilt Peninas ganze Fürsorge weiterhin ihren Kindern. Ihr Tag beginnt früh. Sie sorgt dafür, dass die Arbeiten im Haushalt erledigt werden, und zeigt ihrer ältesten Tochter, der 15-jährigen Sarah, wie sie zu Hause Verantwortung übernehmen kann, wenn Penina unterwegs ist.
Gemeinsam besser geschützt
World Vision hat die Katastrophenschutz-Gruppen mit wichtigen, lebensrettenden Hilfsmitteln ausgestattet, darunter Erste-Hilfe-Sets, Tragbahren, Megafone, Schutzausrüstung und Ausrüstung zur Brandbekämpfung.
Diese Hilfsmittel ermöglichen es den Gemeinschaften, in Notfällen schnell und wirksam zu reagieren.
Dank Führungspersönlichkeiten wie Penina setzt sich World Vision weiterhin dafür ein, Gemeinschaften sicherer zu machen und ihre Widerstandskraft zu stärken. Heute gilt Penina in Gangura als Vorbild. Mit ihrem Wissen und ihrem Engagement hilft sie ihrer Gemeinschaft, besser auf Krisen vorbereitet zu sein.
Was mit einem schweren persönlichen Verlust begann, hat Penina in eine neue Aufgabe verwandelt. Heute gibt sie das weiter, was ihr selbst geholfen hat: Hoffnung, Wissen und die Zuversicht, dass Gemeinschaften auch schwierige Krisen gemeinsam bewältigen können.
Originaltext und Fotos: Leju Alan Roba, Communication officer, World Vision International
Was Sie tun können
Mit einer «Patenschaft für Kinder in Not» unterstützen Sie Familien wie jene von Penina. World Vision hilft Menschen an den fragilsten Orten dieser Welt, Krisen zu bewältigen und langfristige Perspektiven für ihre Zukunft aufzubauen.