Entwicklungszusammenarbeit

World Vision Schweiz unterstützt lokale Gemeinschaften in ihrer Entwicklung durch Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel unserer langfristigen Projekte ist die nachhaltige Sicherung der Existenzgrundlage – damit die nächste Generation eine Zukunft hat.

WAS IST ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT?

WIRKUNGSMESSUNG

Woher wissen wir, ob unsere Hilfe wirklich ankommt? Wie lässt sich die Wirkung eines Projekts messen? Welche Methoden wenden wir dabei an? 

 

MEHR ERFAHREN

SDG: GLOBALE ENTWICKLUNGSZIELE

Diese Grafik zeigt die von World Vision direkt oder indirekt unterstützten globalen Entwicklungsziele: Umsetzungsbeispiele und Infos werden auf Mausberührung eingeblendet.

Keine Armut
Wir engagieren uns für die extrem Armen dieser Welt und unterstützen sie dabei, der Not zu entkommen. Unsere Massnahmen zielen darauf ab, den Familien ein selbstständiges Leben und den Kindern eine Chance für die Zukunft zu ermöglichen. Wir fördern z. B. Schul- und Berufsausbildung, Spar- und Produktionsgruppen und vermitteln kaufmännische Kenntnisse.
Kein Hunger
Unser Ziel ist, dass sich die Familien das ganze Jahr über selbst ernähren und die Folgen von Katastrophen und Dürren leichter bewältigen können. Wir schulen die Bevölkerung z. B. in an das Klima angepassten landwirtschaftlichen Methoden.
Gesundheit & Wohlbefinden
Jedes Kind hat ein Recht darauf, gesund aufzuwachsen. Der Zugang zu Gesundheitsversorgung ist ein zentraler Punkt. Wir setzen uns z. B. dafür ein, dass Kinder geimpft werden, Mütter, Schwangere und Kleinkinder gesund ernährt sind und lokale Gesundheitshelfer ausgebildet werden. Ausserdem führen wir gemeinsam mit Gesundheitsbehörden Sensibilisierungskampagnen zu Themen wie Hygiene, AIDS/HIV oder Ebola durch.
Hochwertige Bildung
Wir unterstützen Eltern dabei, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Wir sorgen z. B. für Klassenzimmer und Lernmaterial in der Landessprache, unterstützen Lesecamps, Lehrerfortbildungen und Berufsausbildung.
Geschlechtergleichheit
Wir setzen uns aktiv gegen die Benachteiligung der Mädchen ein. Wir fördern die Mitgliedschaft der Frauen in Spar- und Dorfkomitees, helfen bei ihrer Berufsausbildung und unterstützen sie dabei, eigenes Geld zu verdienen. Ausserdem kämpfen wir gegen Mädchenbeschneidung, Frühheirat und Diskriminierung.
Sauberes Wasser & Sanitäreinrichtungen
Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen sind nicht nur für die Gesundheit wichtig. Beides kann auch über die Chancen auf Bildung entscheiden. Denn es sind die Mädchen, die nicht in die Schule können, weil sie Wasser holen müssen oder weil es dort keine Toiletten für sie gibt. Wir unterstützen z. B. den Bau von Brunnen, und initiieren Wasserkomitees, die für die Instandhaltung sorgen.
Menschenwürdige Arbeit & Wirtschaft
Unser Ziel ist, dass die Bevölkerung ihren Lebensunterhalt durch eine menschenwürdige Arbeit bestreiten kann und damit zur wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Region beiträgt. Insbesondere Kinder dürfen keine gesundheitsschädlichen, ausbeuterischen Arbeiten verrichten müssen. Unsere Kampagnen gegen Kinderarbeit, die Sensibilisierung der Eltern und Behörden und der Zugang zu Schul- und Berufsausbildung tragen dazu bei.
Industrie, Innovation & Infrastruktur

Zur wirtschaftlichen Entwicklung setzt World Vision auch auf innovative Ansätze. Beispiele sind das Innovation Lab in Nepal oder die Waste-Bank-App in Indonesien, die aus Müll einen Zusatzverdienst generiert.
Weniger Ungleichheit
Wir sind überzeugt, dass jeder Mensch gleichwertig geschaffen wurde und ein Recht auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden hat – unabhängig von ethnischer Herkunft, Religion, Nationalität und Geschlecht. In allen Projekten werden daher besonders benachteiligte Gruppen, etwa Kinder, Frauen und Mädchen, ethnische Minderheiten, Menschen mit Behinderung oder extrem Arme, aktiv in die Programme einbezogen. Mittel dazu sind z. B. Sensibilisierungskampagnen für mehr Toleranz oder integrative Aktivitäten, aber auch Lobbyarbeit.
Verantwortungsvoller Konsum & Produktion
Zwar führen wir in der Schweiz derzeit keine eigenen Projekte durch, aber wir sensibilisieren unsere Unterstützer wie auch unsere Mitarbeitenden für die Beachtung der SDGs im privaten und beruflichen Umfeld. Wir verzichten im Schweizer World Vision-Büro z. B. auf Einweg-Plastikflaschen und achten auf einen schonenden Umgang mit den Ressourcen. Ausserdem überführen wir unsere Spenderkommunikation Schritt für Schritt auf digitale, papierlose Kanäle.
Klimaschutz
Die Verwüstung weiter Landstriche infolge des Klimawandels setzt einen Armutskreislauf in Gang, der vor allem die Ärmsten trifft und sie einer menschenwürdigen Zukunft beraubt. World Vision setzt sich daher schon seit Jahren für eine klimafreundliche, nachhaltige Landwirtschaft ein. Mittel zum Zweck ist etwa die preisgekrönte Wiederbegrünungs-Methode FMNR des World Vision-Mitarbeiters Tony Rinaudo. Wir fördern z. B. brennholzsparende, emissionsarme Kochherde, verwenden solarbetriebene Wasserpumpen und sensibilisieren die Bevölkerung gegen Abholzungen und für den Schutz der Umwelt.
Frieden, Gerechtigkeit, starke Institutionen
In allen unseren Projekten sowie auf politischer Ebene setzen wir uns dafür ein, dass die Kinder und ihre Familien ein Leben frei von Misshandlung, Ausbeutung und Diskriminierung führen können. Wir sorgen z. B. dafür, dass Kinder eine Geburtsurkunde und damit Zugang zu staatlichen Leistungen erhalten, ihre Rechte kennen und wissen, an welche Institutionen sie sich im Notfall wenden können. In Kriegen, Flüchtlingskrisen und bei Naturkatastrophen leistet World Vision Nothilfe und fördert friedensbildende Massnahmen.
Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Wir arbeiten mit allen Beteiligten zusammen, um gemeinsam die Entwicklungsziele zu erreichen. Dazu zählen u. a. die Bevölkerung vor Ort sowie Vertreter von Behörden, Regierungen und Religionsgemeinschaften. Auf internationaler Ebene arbeitet World Vision eng mit UN-Organisationen (WHO, WFP, UNHCR) und NGOs, der EU und zahlreichen Staaten zusammen. Auch in der Schweiz sind wir mit vielen Organisationen vernetzt.

KINDER IM FOKUS

Kinder sind laut einer Unicef-Studie besonders von Armut betroffen und leiden am stärksten unter den Armutsfolgen. Ihnen werden die Lebensperspektive und die unbeschwerte Kindheit geraubt, z.B. weil sie arbeiten müssen oder früh verheiratet werden statt etwas zu lernen. Der Armutskreislauf setzt sich so in der nächsten Generation fort. 


Wir machen das «Wohl der Kinder» deshalb zum entscheidenden Indikator für den Erfolg unserer Arbeit. Dieses ganzheitliche Ziel setzt sich aus den Bedürfnissen der Kinder in den Bereichen Gesundheit, Bildung, soziale Entwicklung und Schutz zusammen. Anhand folgender Indikatoren messen wir die Wirkung unserer Massnahmen:

HELFEN MIT METHODE: SO LAUFEN UNSERE PROJEKTE AB

Jedes unserer langfristigen Entwicklungsprojekte wird nach diesem erprobten Schema sorgfältig mit der Bevölkerung abgestimmt, geplant und laufend überprüft.

Projekt-Zyklus

  • Analyse
  • Design
  • Agile Umsetzung
  • Evaluation
  • Reflexion
  • Übergabe

Die Entscheidung, ob und wo World Vision ein Projekt beginnt, wird auf der Grundlage eines Assessments getroffen. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung, der jeweiligen Regierung und den Behörden vor Ort erheben wir den Bedarf. Die Aussagen der Bevölkerung, insbesondere auch der Frauen und Kinder über ihre Lebensbedingungen werden systematisch erfasst, um die Prioritäten festzustellen. Auch wird analysiert, welche Akteure bzw. NGOs sich aktuell in der Region für das Wohl von Kindern einsetzen und inwieweit World Vision diese in ihrer Arbeit unterstützen kann. 

Im nächsten Schritt findet das Design der Programme statt, wieder in enger Zusammenarbeit mit den für das Projekt relevanten lokalen Akteuren. In diesem Prozess werden gemeinsam die Projektziele, Massnahmen und Indikatoren vereinbart. Letztere dienen dazu, Fortschritte und Wirkungen zu beobachten. Bevor die Projektumsetzung beginnt, wird anhand der vereinbarten Indikatoren die Ausgangslage (Baseline) erhoben. 

Die definierten Programme und Massnahmen werden nun in der festgelegten Reihenfolge umgesetzt. Die Projektarbeit ist in mehrere, in der Regel 3, Phasen unterteilt. Unsere Mitarbeitenden vor Ort halten die Veränderungen in jährlichen Fortschrittsberichten fest. Nach jeder Phase, ca. alle 2 bis 5 Jahre, wird zur Überprüfung der ursprünglichen Ziele eine Evaluation durchgeführt. Die Ergebnisse werden mit den Zielen verglichen, reflektiert und Massnahmen entsprechend angepasst. Wenn sich die Bedingungen ändern, etwa durch eine Dürre, oder Massnahmen nicht wirken, werden die Aktivitäten entsprechend neu ausgerichtet.

Zusätzlich zu den Evaluationen am Ende jeder Projektphase wird am Ende des gesamten Projekts eine ausführliche Schlussevaluation (End of Project Evaluation) durchgeführt. Die erzielten Ergebnisse werden mit der Ausgangslage (Baseline) verglichen, um die erzielte Wirkung aufzuzeigen.

Ergebnisse und Veränderungen im Projektumfeld werden systematisch analysiert und bewertet. Die gemeinsamen Erkenntnisse und Lernerfahrungen fliessen in das Design künftiger Projektphasen oder neuer Projekte ein. So lernen wir ständig dazu und entwickeln uns innovativ weiter.

Über die gesamte Projektzeit (in der Regel 10 bis 15 Jahre) gelingt es meist, die Menschen vor Ort so einzubinden und zu schulen, dass sie die Entwicklung ihrer Region selbstständig weiterführen. World Vision übergibt das Projekt schrittweise in die Hände der lokalen Behörden, an Partnerorganisationen und an die Bevölkerung, die ihre Region eigenverantwortlich weiterentwickeln.

DAS PATENSCHAFTSMODELL ALS BRÜCKENBAUER

Die Patenschaftsbeiträge fliessen nicht an ein einzelnes Kind, sondern immer direkt in das Entwicklungsprojekt. Damit setzen wir überlebenswichtige Projekte in den Bereichen Wasser und Hygiene, Gesundheit und Ernährung, Bildung und Kinderrechte sowie für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region um. Davon profitieren alle Menschen in der Projektregion. 

Die Patenkinder und ihre Familien wirken als Botschafter nach innen und aussen. Durch Briefe, Fotos, Videos usw. erhalten die Patinnen und Paten einen direkten Einblick in die Situation vor Ort. Das schafft Transparenz und schärft das Verständnis dafür, was es heisst, in extremer Armut zu leben. Die Kinder und Jugendlichen lernen, selbst Verantwortung für ihr Umfeld zu übernehmen und aktiv Veränderungen anzustossen. Sie werden dadurch oft zur stärksten Kraft für den Wandel.