Hungersnot in Ostafrika

Ein tödlicher Mix aus Konflikten, den Folgen klimatischer Veränderungen und Covid-19 hat in Ostafrika zu einer Hungersnot geführt. Die Not der Kinder und ihrer Familien ist unendlich gross, herzzerreissend und lebensbedrohend. Helfen Sie mit, das immense Leid zu mildern!

 

Jetzt spenden

12,8 Millionen Kinder sind akut mangelernährt

Die verheerende Mischung aus Konflikten, Covid-19 und der Klimakrise hat mehr als 7 Millionen Menschen in sechs Ländern Ostafrikas an den äussersten Rand des Hungertodes gebracht. Weitere 34 Millionen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit. Sie wissen nicht, wann sie eine nächste Mahlzeit einnehmen können.

Die Region leidet seit Ende 2019 unter einer grossen und weit verbreiteten Wüstenheuschrecken-Plage, was zum Verlust von Weideland und Ernten geführt hat. Hinzu kommt, dass zunehmende wie auch anhaltende Konflikte in der äthiopischen Region Tigray, in Südsudan, Sudan und Somalia die Menschen bedrohen und sie zur Flucht zwingen. Dies verschärft die Ernährungsunsicherheit zusätzlich.

ICPAC ist eine Organisation, die sich der Warnung vor Klimagefahren und Unwetterschäden verschrieben hat. Fürs laufende Jahr haben das ICPAC und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) trockene Bedingungen und eine sich verschlechternde Ernährungssituation prognostiziert. Kombiniert mit den Auswirkungen von Covid-19 – Lockdowns, Verlust von Arbeitsstellen, Tod von Familienmitgliedern – zerstört diese Situation Lebensgrundlagen und schafft eine Ausgangslage, die Millionen von Menschen in die Verzweiflung treibt. Die zunehmende Ernährungsunsicherheit erhöht auch die Risiken, denen Frauen und Mädchen ausgesetzt sind, einschliesslich geschlechtsspezifischer Gewalt, sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch.

Helfen in Krisenregionen

World Vision unterstützt vor Ort

Südsudan: Kinder auf der Flucht

Südsudan leidet seit Jahren unter den Folgen vonTerror und Gewalt. Eine stabile Infrastruktur existiert vielerorts nicht mehr, die Wirtschaft liegt am Boden. Vor allem Frauen und Kinder fliehen über die Grenze, um nicht Opfer von Gewalt und Hunger zu werden. Die Kinder haben zum Teil schreckliche Erlebnisse hinter sich. Der 14-jährige Peter erzählt in diesem Video von seiner Flucht.

 Ihre Spende wirkt: Helfen Sie mit, das immense Leid zu mildern!

 

Jetzt Spenden

Was bedeuten Hungersnot und Unterernährung?

Hunger

beschreibt das subjektive Empfinden, das Menschen nach einer gewissen Zeit des Nahrungsentzugs feststellen. Er wird meist mit den Begriffen Nahrungsmangel oder chronisches Kaloriendefizit gleichgesetzt. Es steht nicht genug Nahrungsenergie zur Verfügung, um den Mindestenergiebedarf des menschlichen Körpers zu decken.

Hungersnot

Die UN definiert eine Hungersnot anhand der Integrated Food Security Phase Classification:

  • mindestens 20 % der Bevölkerung hat Zugang zu weniger als 2'100 Kilokalorien pro Tag
  • mindestens 30 % der Kinder sind akut unterernährt
  • mindestens zwei von 10'000 Menschen (oder vier von 10'000 Kindern) sterben täglich an Nahrungsmangel

Akute Unterernährung

Eine drastische Verschlechterung des Ernährungszustandes in kurzer Zeit kann zu akuter Unterernährung oder «Wasting» führen. Sie führt innerhalb kürzester Zeit zu grossen Gesundheitsproblemen: Gewichtsverlust, beeinträchtigte Körperfunktionen und, im schlimmsten Fall, dem Tod.

Chronische Unterernährung

beschreibt die ungenügende Ernährung und Nährstoffaufnahme über eine längere Zeit. Kinder unter 5 Jahren sind am häufigsten betroffen. Chronische Unterernährung führt zu Wachstumsstörungen und Gewichtsverlust. Langfristige chronische Unterernährung stört die körperliche und geistliche Entwicklung – sogenanntes «Stunting».

Fragen und Antworten

+ Was macht World Vision konkret?

Bei Krisen wie im Südsudan leiden die vielen Flüchtlinge und intern Vertriebenen die grösste Not. Das ist nicht lange im Voraus planbar. Sobald das Problem erkannt ist, engagiert sich World Vision sofort, um die Not der Menschen zu lindern. Gemeinsam mit Partnern wie dem Welternährungsprogramm der UN (WFP) werden hier kurzfristig Nahrungsmittel verteilt, die Kinder und Familien mit den wichtigsten Nährstoffen versorgen. Akut unterernährte Kinder werden von lokalen Gesundheitshelfern medizinisch behandelt und erhalten Aufbaunahrung. Ausserdem setzt sich World Vision auf politischer Ebene ein, um die Not der Menschen zu lindern.

Da World Vision in vielen Regionen bereits mit Entwicklungsprojekten vor Ort ist, können wir im Notfall sehr schnell reagieren. Ein Schwerpunkt in der zum Teil schon jahrelang durchgeführten Projektarbeit liegt insbesondere auf der nachhaltigen Ernährungssicherung, um drohende Hungerkrisen abzuwenden bzw. die Bevölkerung widerstandsfähiger zu machen.

+ Die Hungerkatastrophe hat sich längst angekündigt, warum hat World Vision nicht schon vorher etwas gemacht?

Es gibt keinen Ersatz für lebensrettende Hilfe im Notfall. Aber World Vision leistet auch langfristige Entwicklungszusammenarbeit, die den Familien dabei hilft, ihren eigenen Weg aus einer Nahrungsmittelkrise zu finden. Vorbeugende Massnahmen sind zum Beispiel:

  • Landwirte und Viehzüchter erhalten Schulungen und Saatgut für den Anbau dürrebeständiger Pflanzen, Nutztiere werden geimpft.
  • verarmte Familien erhalten finanzielle Unterstützung, um sich selbst zu versorgen und gleichzeitig die lokalen Märkte zu stimulieren.
  • Spargruppen und kommunale Banken vergeben Kredite, die ihren Mitgliedern helfen, sich von Notfällen zu erholen.
  • Der Bau und die Reparatur von Wasser- und Sanitäreinrichtungen tragen zu einem gesunden Leben bei.
  • Start-up-Workshops und entsprechende Anschubhilfen helfen Familien dabei, ihr Einkommen zu diversifizieren, damit sie nicht allein von Ernteerträgen abhängig sind.
  • Hilfe zur Selbsthilfe ist auch ein Generationenprozess: Kinder, die in der Schule bleiben und eine Ausbildung machen, sind besser auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet – auch das ist ein Schwerpunkt unserer langfristigen Arbeit.

+ Warum gibt es in Afrika immer wieder Hungerkrisen?

Dürre, schlechte Ernten und Instabilität schaffen einen Kreislauf, der nur schwer zu durchbrechen ist. Wenn die unsichere Lage aufgrund von Konflikten oder politischen Problemen fortbesteht, flüchten die Menschen aus ihren Häusern und können das Land nicht mehr bestellen. Dann wird weniger geerntet, die Preise steigen, die Märkte schliessen und die Existenzgrundlage der Familien wird vernichtet. Gewaltsame Konflikte verschlimmern die Situation, weil Hilfsorganisationen daran gehindert werden, in den betroffenen Gebieten Nothilfe zu leisten.

Dürren sind in den letzten Jahren in West-, Ost- und Südafrika immer häufiger und intensiver geworden. Weniger Nahrung und Wasser bedeutet auch eine grosse Anzahl toter Tiere in den betroffenen Gebieten. Dies zerstört die Einkommens- und Nahrungsquelle der Familien.
Wenn Kinder unter chronischer Mangelernährung leiden, fehlt ihnen die Fähigkeit zu lernen und einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Daher verlieren diese Länder ein erhebliches Innovationspotenzial, das den Kreislauf von Armut und Benachteiligung fortsetzt.

+ Ist mein Patenkind noch im Projektgebiet oder ist es auch auf der Flucht?

Da unsere Entwicklungsprojekte nicht direkt von der Hungerkrise betroffen sind, können die Familien in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und ihren regulären Tätigkeiten nachgehen. In unserem Projekt Omugo tragen wir zur Linderung der Hungersnot in der Region bei, indem wir in diesem Projekt auch Familien und Kinder unterstützen, die aus dem Südsudan geflüchtet sind. 

News

19. August 2021

Mütter verzweifeln, da Hunger und Unterernährung unter den Kindern im Südsudan zunehmen

Hunger, Konflikte und die Covid-19-Pandemie haben die Lebensgrundlagen vieler Familien im Südsudan und ihre Fähigkeit, ein Einkommen zu verdienen, ... Weiterlesen
19. August 2021

Baby Scovia besiegt Unterernährung

Als die kleine Scovia sich zu verändern begann, waren ihre Eltern ratlos. Sie wussten nicht, dass der Grund in der Ernährung des Babys zu suchen ist. ... Weiterlesen
Zum Newsroom
Alle News lesen