Hungersnot in Afrika

12 Millionen Kinder in Ostafrika hungern. Kriege, Dürre und instabile Verhältnisse treffen sie besonders hart. Handeln Sie jetzt: Schon mit 60 Franken versorgen Sie 2 Kinder einen Monat lang mit Nahrung.

 

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Bis Ende 2018 könnten über 1 Million Kinder sterben

Die Lage im Osten Afrikas spitzt sich weiter zu. In mehreren Ländern sorgen bewaffnete Konflikte, die anhaltende Dürre und politische Instabilität für Flüchtlingsströme und Ernteausfälle – die Hungerkrise ist absehbar und in manchen Regionen bereits Realität. Für den Südsudan, Somalia und Äthiopien befürchtet das internationale Frühwarnsystem «Famine Early Warning System» (FEWSnet) katastrophale Auswirkungen. Über 1 Million der unter 5-jährigen Kinder sind so schwer unterernährt, dass sie ohne sofortige Hilfe sterben.

Weil die betroffene Bevölkerung flüchtet, verschärft sich auch in den Nachbarländern die Situation. Auf der Flucht sterben die Kleinsten zuerst, die Kinder können nicht mehr zur Schule gehen, viele Mädchen werden zwangsverheiratet – damit die Familie zu essen hat.

Mit Ihrer Spende unterstützt World Vision zusammen mit dem Welternährungsprogramm der Uno (WFP) und anderen Partnern monatlich rund 977'000 Menschen, davon 585'000 Kinder. Wir verteilen Lebensmitteln, sorgen für sauberes Wasser und verbessern die Gesundheitsversorgung. Für Kinder unterhalten wir Kinderschutzzonen, in denen sie sich von den körperlichen und psychischen Strapazen erholen und auch psychologisch betreuen lassen können.

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Das World Vision-Netzwerk engagiert sich im Südsudan, Kenia, Somalia, Uganda und in Äthiopien. 

Südsudan: Kinder auf der Flucht

Südsudan leidet seit Jahren unter den Folgen vonTerror und Gewalt. Eine stabile Infrastruktur existiert vielerorts nicht mehr, die Wirtschaft liegt am Boden. Vor allem Frauen und Kinder fliehen über die Grenze, um nicht Opfer von Gewalt und Hunger zu werden. Die Kinder haben zum Teil schreckliche Erlebnisse hinter sich. Der 14-jährige Peter erzählt in diesem Video von seiner Flucht.

Was bedeuten Hungersnot und Unterernährung?

Hunger

beschreibt das subjektive Empfinden, das Menschen nach einer gewissen Zeit des Nahrungsentzugs feststellen. Er wird meist mit den Begriffen Nahrungsmangel oder chronisches Kaloriendefizit gleichgesetzt. Es steht nicht genug Nahrungsenergie zur Verfügung, um den Mindestenergiebedarf des menschlichen Körpers zu decken.

Hungersnot

Die UN definiert eine Hungersnot anhand der Integrated Food Security Phase Classification:

  • mindestens 20 % der Bevölkerung hat Zugang zu weniger als 2'100 Kilokalorien pro Tag
  • mindestens 30 % der Kinder sind akut unterernährt
  • mindestens zwei von 10'000 Menschen (oder vier von 10'000 Kindern) sterben täglich an Nahrungsmangel

Akute Unterernährung

Eine drastische Verschlechterung des Ernährungszustandes in kurzer Zeit kann zu akuter Unterernährung oder «Wasting» führen. Sie führt innerhalb kürzester Zeit zu grossen Gesundheitsproblemen: Gewichtsverlust, beeinträchtigte Körperfunktionen und, im schlimmsten Fall, dem Tod.

Chronische Unterernährung

beschreibt die ungenügende Ernährung und Nährstoffaufnahme über eine längere Zeit. Kinder unter 5 Jahren sind am häufigsten betroffen. Chronische Unterernährung führt zu Wachstumsstörungen und Gewichtsverlust. Langfristige chronische Unterernährung stört die körperliche und geistliche Entwicklung – sogenanntes «Stunting».

Fragen und Antworten

+ Was macht World Vision konkret?

Bei Krisen wie im Südsudan leiden die vielen Flüchtlinge und intern Vertriebenen die grösste Not. Das ist nicht lange im Voraus planbar. Sobald das Problem erkannt ist, engagiert sich World Vision sofort, um die Not der Menschen zu lindern. Gemeinsam mit Partnern wie dem Welternährungsprogramm der UN (WFP) werden hier kurzfristig Nahrungsmittel verteilt, die Kinder und Familien mit den wichtigsten Nährstoffen versorgen. Akut unterernährte Kinder werden von lokalen Gesundheitshelfern medizinisch behandelt und erhalten Aufbaunahrung. Ausserdem setzt sich World Vision auf politischer Ebene ein, um die Not der Menschen zu lindern.

Da World Vision in vielen Regionen bereits mit Entwicklungsprojekten vor Ort ist, können wir im Notfall sehr schnell reagieren. Ein Schwerpunkt in der zum Teil schon jahrelang durchgeführten Projektarbeit liegt insbesondere auf der nachhaltigen Ernährungssicherung, um drohende Hungerkrisen abzuwenden bzw. die Bevölkerung widerstandfähiger zu machen.

+ Die Hungerkatastrophe hat sich längst angekündigt, warum hat World Vision nicht schon vorher etwas gemacht?

Es gibt keinen Ersatz für lebensrettende Hilfe im Notfall. Aber World Vision leistet auch langfristige Entwicklungszusammenarbeit, die den Familien dabei hilft, ihren eigenen Weg aus einer Nahrungsmittelkrise zu finden. Vorbeugende Massnahmen sind zum Beispiel:

  • Landwirte und Viehzüchter erhalten Schulungen und Saatgut für den Anbau dürrebeständiger Pflanzen, Nutztiere werden geimpft.
  • verarmte Familien erhalten finanzielle Unterstützung, um sich selbst zu versorgen und gleichzeitig die lokalen Märkte zu stimulieren.
  • Spargruppen und kommunale Banken vergeben Kredite, die ihren Mitgliedern helfen, sich von Notfällen zu erholen.
  • Der Bau und die Reparatur von Wasser- und Sanitäreinrichtungen tragen zu einem gesunden Leben bei.
  • Start-up-Workshops und entsprechende Anschubhilfen helfen Familien dabei, ihr Einkommen zu diversifizieren, damit sie nicht allein von Ernteerträgen abhängig sind.
  • Hilfe zur Selbsthilfe ist auch ein Generationenprozess: Kinder, die in der Schule bleiben und eine Ausbildung machen, sind besser auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet – auch das ist ein Schwerpunkt unserer langfristigen Arbeit.

+ Warum gibt es in Afrika immer wieder Hungerkrisen?

Dürre, schlechte Ernten und Instabilität schaffen einen Kreislauf, der nur schwer zu durchbrechen ist. Wenn die unsichere Lage aufgrund von Konflikten oder politischen Problemen fortbesteht, flüchten die Menschen aus ihren Häusern und können das Land nicht mehr bestellen. Dann wird weniger geerntet, die Preise steigen, die Märkte schliessen und die Existenzgrundlage der Familien wird vernichtet. Gewaltsame Konflikte verschlimmern die Situation, weil Hilfsorganisationen daran gehindert werden, in den betroffenen Gebieten Nothilfe zu leisten.

Dürren sind in den letzten Jahren in West-, Ost- und Südafrika immer häufiger und intensiver geworden. Weniger Nahrung und Wasser bedeutet auch eine grosse Anzahl toter Tiere in den betroffenen Gebieten. Dies zerstört die Einkommens- und Nahrungsquelle der Familien.
Wenn Kinder unter chronischer Mangelernährung leiden, fehlt ihnen die Fähigkeit zu lernen und einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Daher verlieren diese Länder ein erhebliches Innovationspotenzial, das den Kreislauf von Armut und Benachteiligung fortsetzt.

+ Ist mein Patenkind noch im Projektgebiet oder ist es auch auf der Flucht?

Da unsere Entwicklungsprojekte nicht direkt von der Hungerkrise betroffen sind, können die Familien in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und ihren regulären Tätigkeiten nachgehen.

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