Flüchtlingsdrama Bangladesch

Aus Myanmar vertrieben, suchen Hundertausende Menschen Schutz in Bangladesch. Vielen fehlt selbst eine Notunterkunft.

 

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1,2 MIO. MENSCHEN SIND DRINGEND AUF HUMANITÄRE HILFE ANGEWIESEN!

Aus dem Norden von Myanmar sind allein seit August mehr als 700'000 Menschen vor Verfolgung und Gewalt nach Bangladesch geflüchtet – insgesamt sind es über 900'000. Mehr als die Hälfte davon sind Kinder. Sie gehören überwiegend der muslimischen «Rohingya»-Minderheit an. Viele von ihnen berichten, dass Angehörige getötet und ihre Häuser zerstört wurden. Zusammen mit der beeinträchtigten lokalen Bevölkerung sind über eine Million Menschen dringend auf Nahrung und gesundheitliche Versorgung angewiesen. Rund die Hälfte der Flüchtlinge sind unterernährt und leiden unter Blutarmut. Mehr als 40‘000 Kinder sind alleine unterwegs und damit besonders der Gefahr von sexuellem Missbrauch und Menschenhandel ausgesetzt.

 «Mein Sohn hat aufgehört zu essen und verliert viel Gewicht. Seit wir hier sind, ist er krank – ich habe Angst ihn zu verlieren.»

So hilft World Vision

Unsere Nothilfe zielt vor allem auf die Schwächsten und soll zunächst ihre Gesundheit stärken. Gemeinsam mit Partnern wie dem Welternährungsprogramm WFP versorgt World Vision Tausende von Flüchtlingen mit Nahrungsmitteln und stellt den Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen sicher. Für Kinder sowie schwangere und stillende Frauen errichtet World Vision spezielle Schutzzonen, wo sie u.a. auch psychologische Betreuung oder nahrhafte Lebensmittel erhalten. Zudem werden Tausende Familien mit Kleidung, Zelten, Schlafmatten, Abdeckplanen und Küchensets ausgestattet.

Kinderträume im Flüchtlingslager in Bangladesch

Ein Bub will unser Alphabet lernen. Ein anderer möchte Arzt werden. Ein Mädchen mag Hühnchen und Rind. Ein anderes träumt vom Beruf der Lehrerin. Sie alle sind Rohingya-Kinder, aus Myanmar nach Cox's Bazar in Bangladesch geflüchtet. In den Kinderschutzzonen von World Vision können diese Kinder wieder Kinder sein.

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Fragen und Antworten

+ Warum flüchten so viele Menschen aus Myanmar nach Bangladesch?

Aus dem Norden von Myanmar sind seit August mindestens 500‘000 Menschen vor Verfolgung und Gewalt in das Nachbarland geflüchtet. Die überwiegende Mehrheit gehört der muslimischen Rohingya-Minderheit an, die in ihrer Heimat nicht als eigene Volksgruppe anerkannt wird. Viele von ihnen berichten, dass Angehörige getötet und ihre Häuser zerstört wurden.

Bereits vor der riesigen aktuellen Fluchtwelle sind rund 300‘000 Menschen nach Bangladesch vertrieben worden.

+ Wer sind die Rohingyas?

Sie gehören einer ethnischen Minderheit von Muslimen an, die etwa 1,1 Millionen Menschen zählt. Sie leben im Rakhine-Staat an der Grenze zu Bangladesch und Indien. Die Rohingya sind Staatenlose und werden offiziell nicht zur 52-Millionen-Bevölkerung Myanmars gezählt.

+ Ist ein Ende dieses Flüchtlingsdramas in Sicht?

Kaum, Beobachter befürchten, dass noch Hunderttausende folgen könnten. Die Uno spricht von der sich weltweit am schnellsten entwickelnden Flüchtlingskrise. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, bezeichnete die Situation am 28. September als «Menschenrechtsalbtraum».

+ Wie lange ist das Kinderhilfswerk World Vision schon in Bangladesch tätig?

World Vision arbeitet seit 1972 in Bangladesch und unterstützt aktuell etwa 5 Millionen Menschen in 31 Distrikten des Landes. Die Programme verfolgen vier Schwerpunkte: neben der Verbesserung der Ernährung und Gesundheit von Kindern sowie einer qualitativ guten Bildung auch den Schutz von Kindern vor Gewalt und eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit armer Bevölkerungsgruppen gegen Katastrophen. Gegenwärtig profitieren 181‘000 Kinder von den Patenschaftprogrammen  von World Vision.

+ Arbeitet World Vision auch in Myanmar?

Ja, das Kinderhilfswerk ist seit 1991 in Myanmar (ehemals Burma) und unterstützt benachteiligte Menschen in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Bildung, mit Trinkwasser und sanitären Anlagen.

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