World Vision Schweiz http://www.worldvision.ch/de/rss Engagieren Sie sich gemeinsam mit World Vision Schweiz für eine Welt, in der Kinder geschützt, umsorgt und gesund aufwachsen können. de-de Sat, 25 Sep 2021 16:33:55 +0200 Sat, 25 Sep 2021 16:33:55 +0200 article-45426 Thu, 23 Sep 2021 11:00:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Schulanfang – Wie diese fünf Kinder wieder in die Schule starten https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/schulanfang-wie-diese-fuenf-kinder-wieder-in-die-schule-starten/ Das neue Schuljahr ist hierzulande bereits im vollen Gange. Überall auf der Welt freuen sich die Kinder, wieder in die Schule gehen zu können. Nach und nach wird Präsenzunterricht wieder möglich und auch die Kleinsten haben das Glück, im Klassenzimmer in ihre Schulzeit zu starten und nicht zu Hause vor dem Bildschirm.  

Text: World Vision Schweiz

Nicht nur die Pandemie hat in den letzten anderthalb Jahren Millionen Kinder davon abgehalten, in die Schule zu gehen. In vielen Ländern des globalen Südens können sich die Eltern vieler Kinder die Schule nicht leisten, Konflikte verhindern für Mädchen den Zugang zu Bildung oder es sind einfach nicht genügend Ressourcen wie Schulmaterialien oder Hygieneartikel vorhanden, die ein qualitativ hochwertiges Lernumfeld bieten.

World Vision möchte das ändern, damit für alle Kinder auf dieser Welt der erste Schultag zu einer schönen Erinnerung wird. Wie wir das erreichen erfahren sie in diesen fünf persönlichen Geschichten von Kindern, denen es endlich wieder möglich ist zu lernen.

 

Dank Hygiene gesund und selbstbewusst zurück in die Schule.


Ruanda: Ein junges Mädchen in Schuluniform sitzt im Klassenzimmer und macht ein Peace-Zeichen mit der Hand. In der Unschärfe hinter ihr sitzen ihre Mitschüler.

Ruanda - Cynthia freut sich, endlich wieder in die Schule gehen zu können. Ihre Schule ist eine Partnerschule von World Vision und wurde als Reaktion auf Covid-19 mit einer Handwaschstation und drei Handwaschanlagen ausgestattet, die auf dem Schulgelände aufgestellt wurden. Auch für die Mädchen ist ausreichend Hygienematerial und sogar ein eigenes Zimmer für die Hygiene während der Menstruation eingerichtet. Mindestens jedes zehnte Mädchen südlich der Sahara geht während ihrer Periode nicht zur Schule. Dort gibt es oft nicht die Möglichkeit, sich zu waschen und sie werden stigmatisiert. Dadurch entstehen hohe Fehlzeiten, die viele Mädchen zwingt, die Schule abzubrechen. 

 

Aus der Zwangsehe zurück ins Klassenzimmer


Kenia: Ein junges Mädchen sitzt an einer Wand und schreibt in ein Heft, dass auf ihren Beinen liegt.

Kenia – Jane konnte dank der Unterstützung von World Vision der Kinderheirat entkommen und nun ihren Traum zur Schule gehen zu können, verwirklichen. Mit elf Jahren wurde sie an einen rund 40 Jahre älteren Mann verheiratet. Dafür wurde sie gewaltsam aus dem Haus ihrer Grossmutter entführt. Immer wieder versuchte sie zu fliehen, doch leider ohne Erfolg. Zur Strafe wurde sie geschlagen und misshandelt. Doch ihr letzter Fluchtversuch war erfolgreich: Sie begegnete einem Gemeindebeamten, der von World Vision im Bereich Kinderschutz geschult wurde. Sie wurde bei geschützt Verwandten untergebracht. Nun lebt sie einen Traum, den sie fast aufgegeben hatte – zur Schule gehen zu können. «Mein Traum ist es, Lehrerin zu werden. [Als Lehrerin] kann ich nicht nur unterrichten, sondern auch das Bewusstsein für die Rechte der Kinder schärfen und sie vor Missbrauch schützen.»

 

Mit Sicherheit jeden Tag in die Schule

 

Mali: Eine Gruppe Schulkinder steht auf einem Schulhof und bewegt sich auf die Kamera zu. Hinter ihnen ist ein Zaun zu erkennen.

Mali - Der 13-jährige Moussa (weisses Shirt, vorne) und seine Klassenkameraden hatten lange Angst, in die Schule zu gehen. Denn dort lauerte eine grosse Gefahr. Ihr Schulgebäude ist von drei grossen Teichen umgeben. Im Wasser der Teiche leben mehrere Krokodile. Auf der Suche nach einem Schattenplatz sind die Krokodile oft in den Klassenzimmern fündig geworden. Das löste grosse Panik aus. Ausserdem wurde der Schulhof von den Bewohnern ihres Dorfes als Abkürzung genutzt. Motorradfahrer und Eselskarren waren nicht nur gefährlich für die Kinder, sondern störten auch den Unterricht. Dank World Vision ist das Schulgelände nun von einem Zaun umgeben. So können die Kinder nun entspannt, ganz ohne Angst und Störungen in ihr neues Schuljahr starten.

 

Schularbeit statt Kinderarbeit


Äthiopien: Ein Junge sitzt in der Schulbank und blättert in einem Buch, das vor ihm liegt. Dabei lächelt er in die Kamera. Im Klassenzimmer hinter ihm sitzen seine Mitschüler.

Äthiopien – Getachew kann endlich wieder zur Schule gehen. Nach der Scheidung seiner Eltern hat er die Schule ein Jahr lang unterbrochen, um arbeiten zu gehen: «Nach der Scheidung konnte sich meine Mutter keine Schuluniform und Schreibzeug mehr leisten. Das Sammeln von Khat war ein hartes Geschäft. Ich musste früh aufstehen, etwa um 2:00 Uhr morgens, und auf das Feld gehen, um das Khat zu sammeln.» World Vision unterstützte ihn im Rahmen eines Projektes mit Schreibmaterial und Schuluniform. Jetzt ist Getachew wieder zurück in der Schule und geht in die 4. Klasse. 

 

Mental gestärkt und mit viel Wissen zurück in die Schule

 

Irak: Porträt eines Jungen. Er trägt ein Reebok-Shirt, hinter ihm ist unscharf ein Klassenzimmer zu erkennen.

Irak – Der 9-jährige Abdullah aus Mosul geht in die vierte Klasse. Er möchte Ingenieur werden, damit er in einem Unternehmen arbeiten kann. Ihm ist klar, dass er viel lernen muss, um diesen Traum zu verwirklichen. In seiner Freizeit lernt er gerne oder liest. Abdulla hat als einer von insgesamt 600 Kindern an einem World Vision-Kurs teilgenommen. Dort erhielten die Kinder psychosoziale Hilfe nach der Pandemie und sie lernten, wie sie sich vor Covid-19 schützen können. Damit einem frischen Start in der Schule nach dem Lockdown nichts mehr im Wege steht. 

 

Sie wollen auch Kindern einen guten Start in die Schule und damit in eine Zukunft mit Perspektive ermöglichen? Dann unterstützen sie uns dabei und werden sie Pate oder Patin eines Kindes

 

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article-45425 Wed, 22 Sep 2021 02:00:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 World Vision und Eawag führen Weiterbildungen durch https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/world-vision-und-eawag-fuehren-weiterbildungen-durch/ Das eidgenössische Wasserforschungsinstitut Eawag führte Weiterbildungen mit afrikanischen Wasserexperten von World Vision durch. Corona-konform übers Web. Der Bericht über einen Pilotversuch mit Multiplikationseffekt. Text: Tamara Fritzsche, World Vision Schweiz

Spätestens seit Corona hat sich definitiv gezeigt, dass Meetings, Kursangebote und Weiterbildungen nicht immer vor Ort stattfinden müssen. Kurse werden ins Web verlegt und Ausbildner sprechen in eine Kamera anstatt vor gefüllten Reihen. Für die Angestellten internationaler Hilfsorganisationen, die nicht zuletzt für Weiterbildungen, internationale Meetings und Konferenzen oft weite Reisen um den Erdball auf sich nehmen mussten, eröffnet diese E-Form der Bildung weiterreichende Chancen.

Weiterbildung für die Massen und neue Chancen

Die «Massive Open Online Courses», kurz MOOC, des eidgenössische Wasserforschungsinstituts Eawag sind Weiterbildungskurse für die Massen und wurden designt, um Lernende weltweit zu erreichen, sie weiterzubilden und ihnen durch ein nach Kursende ausgestelltes Zertifikat neue Türen zu öffnen. Das Kursangebot funktioniert komplett online. Die Kurse haben bisher über 160'000 Lernende aus 185 Ländern erreicht, vorwiegend aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Die Schulungen sind dabei weder an Uhrzeiten noch Zeitzonen gebunden: Während einer Kursdauer von drei Monaten ist es den Teilnehmenden freigestellt, wann, wo und wie sie an den Online-Kursen teilnehmen wollen. Ein MOOC beinhaltet rund fünf Stunden Videovorlesungen, die in kurze Videos von 5-10 Minuten unterteilt sind. Das eigene Wissen kann mithilfe von Quizfragen und Prüfungen getestet werden und weiterführende Literatur steht ebenfalls zur Verfügung. In digitalen Foren können sich die Studierenden mit Kursleiterinnen und Kursleitern und Mitstudierenden jederzeit unterhalten.  Nach erfolgreichem Abschluss erhält jeder Kursteilnehmer und jede Kursteilnehmerin ein Zertifikat.

Getestet wurde dieses Angebot nun mit 61Water, Sanitation and Hygiene (kurz WASH)-Expertinnen und Experten von World Vision, mit starkem Fokus auf den afrikanischen Kontinent. Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer hatten die Wahl zwischen vier Kursen:

  • Municipal Solid Waste Management in Developing Countries 
  • Planning and Design of Sanitation Systems and Technologies
  • Introduction to Household Water Treatment and Safe Storage
  • Introduction to Faecal Sludge Management

International Programme Coordinator Amanuel Grunder von World Vision Schweiz sieht in den Kursen für die Entwicklungszusammenarbeit eine grosse Chance: «Durch die Kurse kann viel wichtiges Wissen vermittelt werden – günstig und online. Die Kurse haben ausserdem Multiplikationseffekt: Die Experten, die an den Kursen teilnehmen, geben ihr Wissen automatisch an ihre Teams weiter. In der Umsetzung profitieren und erfahren dann auch die Bedürftigen davon.»

«Ein ungenutzter Wirtschaftszweig mit grossem Potenzial»

Eine dieser Kursteilnehmerinnen war Ronah Basemera. Sie ist WASH-Expertin im Buikwe Cluster in der östlichen Region Ugandas und hat einen Bachelor-Abschluss in Umweltgesundheitswissenschaften und ein Post Graduate-Diplom in Global Health und WASH.
«Ich arbeite seit drei Jahren im WASH-Sektor von World Vison Uganda und hatte die grossartige Gelegenheit, meine Fähigkeiten auszubauen und durch Schulungen dazuzulernen», erzählt sie. Ronah hatte sich für den Kurs über Fäkalschlamm-Management eingeschrieben, da sich dieser Bereich «in Uganda rasant entwickelt». Im Rahmen des WASH-Programms von World Vision haben Ronah und ihr Team kontinuierlich den Bau sanitärer Einrichtungen verbessert und ablassbare Latrinen in Schulen und Gemeinden gefördert. «Mit diesem Kurs werde ich in der Lage sein, meine Gemeinde wirksam in die Grubenentleerungsdienste einzubinden. Dies ist ein ungenutzter Wirtschaftszweig mit grossem Potenzial zur Schaffung von Einkommen und zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Gemeinden, denen wir dienen», ist sie sich sicher. 

Eine WASH-Exptertin mit ihrem Zertifikat.

Ronah: «Mit dem Wissen, das ich erworben habe, kann ich die lokale Regierung bei der Planung unterstützen.» Ihr Zertifikat weist das jetzt aus.

Weiterführung der Kurse

Auch in Zukunft sollen weitere Experten und Expertinnen wie Ronah an vergleichbaren Kursen teilnehmen und ganze Organisationen davon profitieren können. Die Themenliste der Kursangebote ist unbeschränkt und kann vielseitig angewendet werden. In naher Zukunft sollen auch weitere Mitarbeitende von World Vison durch MOOC-Kurse geschult werden. 

 

Mehr über MOOC finden Sie hier.

 

 

 

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article-45423 Wed, 15 Sep 2021 11:00:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Klimakrise: Extreme Hitze wird zum Gesundheitsrisiko https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/klimakrise-extreme-hitze-wird-zum-gesundheitsrisiko/ Kanada, Kalifornien, Griechenland – 2021 war das Jahr der Wetterextreme und vor allem der Hitzewellen. Das hat auch Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Vor allem die Gesundheit älterer Menschen und kleiner Kinder steht auf dem Spiel, wenn sie zu lange extremer Hitze ausgesetzt sind.  

Text: World Vision Schweiz.

Eine im Mai 2021 veröffentlichte Studie wies nach, dass 37 Prozent der hitzebedingten Todesfälle der vergangenen zwei Jahrzehnte auf die menschengemachte globale Erwärmung zurückzuführen sind. Forscher und Forscherinnen der Uni Bern und der London School of Hygiene & Tropical Medicine haben dafür Daten aus 732 Standorten in 43 Ländern innerhalb der Zeit zwischen 1991 und 2018 untersucht. Allerdings fehlten Daten aus grossen Teilen Afrikas sowie Teilen Asiens und dem Nahen Osten.

Anhand von Modellrechnungen konnten sie herausfinden, welcher Anteil der Hitzetode sich auf die Klimakrise zurückführen lässt. Denn auch ohne die Klimakrise würde es Hitzewellen geben, allerdings nicht in diesem extremen Ausmass, wie es heute der Fall ist.

Das bedeutet auch, dass sich die Klimakrise bereits jetzt direkt auf unsere Gesundheit auswirkt. Für viele Menschen kann extreme Hitze zum Verhängnis werden und schlimmstenfalls tödlich enden. Vor allem für Menschen, die unter Vorerkrankungen leiden oder bereits gesundheitlich geschwächt sind.

Kenia: Ein lachender Junge füllt an einem Wasserhahn seinen Becher mit Wasser auf.Was hilft bei Hitze: Viel trinken. Aber bitte sauberes Wasser. Viele Kinder aus dem globalen Süden sind gesundheitlich geschwächt, weil sie durch verschmutztes Trinkwasser krank werden.

 

Auffällig an diesen Erhebungen ist auch, dass die Werte dort am höchsten sind, wo Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen in Ländern leben, die nur einen geringen Anteil zu den globalen Emissionen beitragen. So führen die Werte für Ecuador und Kolumbien die Statistik mit bis zu 76 Prozent an, direkt gefolgt von Südostasien. 

Je nach Herkunft sind die Menschen mit einer gewissen Hitzetoleranz ausgestattet. Doch die Entwicklungen zeigen, dass die Hitzewellen immer länger anhalten und die Hitzetoleranz vieler Bevölkerungsgruppen übersteigen. Herzschwäche, Überhitzung, Atemnot, Herz-Kreislaufprobleme und der Hitzetod sind hier die fatalen Folgen. Das körpereigene Kühlungssystem kann nicht mehr ausreichend gegensteuern.

Vor allem Kinder und ältere Menschen in den Ländern des globalen Südens sind von diesen Entwicklungen betroffen. Hitzewellen und Dürren zerstören die Ernten der Familien, es fehlt ihnen an Nahrung. Die Körper der Kinder sind geschwächt und können so der Hitze nicht ausreichend standhalten. Auch verunreinigtes Wasser, Viruskrankheiten und mangelnde medizinische Versorgung schwächen ihr Immunsystem. Diese Menschen und vor allem Kinder werden hier schneller zum Opfer der Umstände als Menschen aus privilegierten Ländern. Nur wenige haben ausserdem die finanzielle Möglichkeit, notwendige Gegenmassnahmen zu ergreifen, wie zum Beispiel Klimaanlagen zu installieren oder ihre Häuser zu isolieren.

 

Bangladesch: Luftaufnahme von den Hochhäusern Dhakas. Über der Stadt liegt eine Dunstglocke.Vor allem in Grossstädten wie hier in Dhaka, Bangladesch, sammelt sich die Hitze und wird im Zusammenspiel mit Smog zum Gesundheitsrisiko für ihre Bewohner und Bewohnerinnen.

Ein weiteres gefährliches Nebenprodukt der Hitze ist das gesundheitsgefährdende Ozon. Luftverschmutzung und Schadstoffe in Kombination mit lang anhaltender Hitze und intensiver Sonnenstrahlung lassen die Ozonwerte steigen. Menschen mit Herz-Kreislaufschwäche und Atemwegserkrankungen sind dabei besonders gefährdet. Vor allem Grossstädte erhitzen sich besonders stark und leiden unter starkem Smog. Nachts bleiben dort die Temperaturen für lange Perioden ungewöhnlich hoch. Im Wetter-Jargon werden diese Nächte auch als „Tropennächte“ bezeichnet.

Die Entwicklungen sind beunruhigend und stehen laut der Forscher und Forscherinnen erst am Anfang. Aber sie sind ein Beweis dafür, dass die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise bereits jetzt messbar sind. Die extremen Wetterphänomene werden sich weiterhin häufen und dabei immer mehr diejenigen treffen, die sie kaum verursachen. 

World Vision versucht mit seiner Arbeit gegenzusteuern und mit Methoden wie FMNR, sauberem Trinkwasser und einer Verbesserung der medizinischen Versorgung dazu beizutragen, dass vor allem Kinder des globalen Südens gut gegen diese Entwicklungen aufgestellt sind. Unterstützen Sie uns dabei.

 

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article-45424 Wed, 15 Sep 2021 02:00:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Wie wirksam ist meine Kinderpatenschaft? https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/wie-wirksam-ist-meine-kinderpatenschaft/ Haben Sie sich jemals gefragt, wie wirksam Kinderpatenschaften sind? In diesem Bericht finden Sie wichtige Antworten auf wichtige Fragen. Text: World Vision

Das Kinderpatenschaftsmodell von World Vision zielt darauf ab, Kinder und ihre Gemeinschaften in die Lage zu versetzen, sich endgültig aus der Armut zu befreien. Und unabhängige Untersuchungen belegen, dass es funktioniert.

Eine vierjährige Studie, die von vier Universitäten in neun Ländern, in denen wir tätig sind, durchgeführt wurde, ergab, dass sowohl gesponserte als auch nicht gesponserte Kinder, die an unseren Programmen teilnahmen, sich glücklicher, gesünder und hoffnungsvoller für die Zukunft fühlten. Sie besuchten auch häufiger die Schule, und ihre Dorfgemeinschaften (Communitys) waren stärker und arbeiteten mehr zusammen.

Einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass die Gemeinschaften dadurch in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Lösungen zu finden. Hier sind vier Wege, wie Kinderpatenschaften autarke Gemeinschaften aufbauen.

1) Es ist eine Partnerschaft von Anfang bis Ende

Wir arbeiten bis zu 15 Jahre lang Hand in Hand mit den Communitys, um dauerhafte Veränderungen zu bewirken. Wir erkennen das Wissen der Gemeinschaften über ihre eigenen Bedürfnisse und die von ihnen benötigten Lösungen an und arbeiten mit ihnen zusammen, um diese Lösungen in die Tat umzusetzen. Wir sind Partner von der Planung über die Umsetzung bis hin zu unserem Ausstieg.

Jede Gemeinschaft kennt ihre Bedürfnisse besser als wir. Daher arbeiten wir Seite an Seite mit den Mitgliedern der Gemeinschaft, einschliesslich der Kinder, die einige der besten Ideen einbringen, und jeder bringt seine kollektiven Gaben und sein Fachwissen ein. Während dieses Prozesses bauen sie lokales Wissen, Ressourcen, Selbstvertrauen, Erfahrung und Verbindungen auf, um eine langfristige Selbstversorgung zu schaffen, anstatt kurzfristige Lösungen zu finden. Die Gemeindemitglieder sind die "Eigentümer" der Lösungen, die den Wandel herbeiführen werden – und ihre umgestaltete Community ist ein Ort, an dem alle Kinder – nicht nur die Patenkinder – gedeihen können.

2) Die Lösungen sind auf die Bedürfnisse der einzelnen Communitys zugeschnitten

Aufgrund unserer 70-jährigen Erfahrung und unserer Arbeit in fast 100 Ländern auf der ganzen Welt wissen wir, dass es keine "Einheitslösung" für die Armut gibt. Jede Community ist anders, deshalb hören wir ihr zunächst zu, um ihre grössten Bedürfnisse zu verstehen. So kann es sein, dass manche Communitys bereits einen guten Zugang zu Bildung haben, es ihnen aber an sauberem Wasser fehlt. Sie verfügen vielleicht über eine Gesundheitsversorgung, aber es fehlt an nahrhaften Lebensmitteln oder Beschäftigungsmöglichkeiten für Erwachsene und Eltern.

Meistens gehen die Ursachen über sauberes Wasser, Bildung und Gesundheitsfürsorge hinaus und liegen eher in einem Mangel an Ressourcen, schädlichen Einstellungen oder Mentalitäten, Fehlinformationen, einem Mangel an Wissen, Fähigkeiten oder Vertrauen begründet. Deshalb arbeiten wir mit jeder Gemeinde zusammen, um die spezifischen, zugrunde liegenden Ursachen der Armut zu ermitteln, die sich für die Kinder ändern müssen.

Gemeinsam entwickeln wir einen Plan, um diese Ursachen der Armut zu bekämpfen, und setzen ihn dann in die Tat um, wobei wir ihn überwachen und unterstützen. Jeder Plan ist einzigartig, aber alle sind darauf ausgerichtet, Kinder endgültig aus der Armut zu befreien.

3) Ein ganzheitlicher Ansatz führt zu einem umfassenden Wohlbefinden der Kinder

Erfolg kann nur erzielt werden, wenn man das grosse Ganze betrachtet. Anstatt uns nur auf einen Bereich zu spezialisieren, arbeiten wir daran, in vielen Aspekten des Gemeindelebens Veränderungen herbeizuführen: vom Brunnenbau über die Verhinderung von Kinderheirat bis hin zur Vermittlung neuer landwirtschaftlicher Fertigkeiten, der Ausbildung von Gemeindeleitern oder der Unterstützung von Kindern bei der Ausstellung einer Geburtsurkunde oder der Aufklärung über ihre Rechte.

Dieser ganzheitliche Ansatz erstreckt sich auf Nothilfe, langfristige Entwicklung und Lobbyarbeit – auf die Art und Weise, wie wir den Erfolg für die Kinder und ihr körperliches, soziales, emotionales und geistiges Wohlbefinden messen. Unser Ziel ist es, Kinder in die Lage zu versetzen, sich physisch und psychisch gesund zu entwickeln, damit sie für sich und ihre Gemeinschaft eine Zukunft ohne Armut aufbauen können. Wo es nötig ist, stellen wir Mittel für Schulen zur Verfügung oder stärken sie, um allen Kindern in einer Gemeinschaft eine qualitativ hochwertige Bildung zu ermöglichen und ihren Verstand zu stärken. Oder wir helfen Kindern und ihren Familien, Zugang zu sauberem Trinkwasser, nahrhaften Lebensmitteln und medizinischer Versorgung zu haben, damit sie vor Missbrauch geschützt sind und ihre Eltern für sie sorgen können. Und wir helfen den Kindern, die emotionale Gesundheit und die sozialen Fähigkeiten zu entwickeln, die sie brauchen, um in ihrer Community und darüber hinaus eine Führungsrolle zu übernehmen.

4) Die Patenschaft beginnt mit Blick auf das Ende

Da wir sicherstellen wollen, dass sich die Kinder auch nach dem Ende unserer Zusammenarbeit gut entwickeln, wird das Ende von Anfang an geplant. Wir legen die Prioritäten und den Zeitrahmen fest, den es braucht, um die spezifischen Ziele der Community zu erreichen. Dann arbeiten wir gemeinsam daran, dauerhafte Systeme aufzubauen, die es der Gemeinde ermöglichen, das gemeinsam Erreichte zu erhalten und auszubauen.

Es dauert seine Zeit – in der Regel 10 bis 15 Jahre – bis die Communitys in der Lage sind, einen langfristigen Wandel anzuführen und zu erreichen. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem die Gemeinschaften bereit sind, aus eigener Kraft weiter voranzukommen. Die Kinder und ihre Familien sind bereit, die Zukunft aus eigener Kraft zu meistern. Gemeinsam haben wir unser Ziel erreicht. Die Gemeinschaft ist selbständig, und das ist ein Grund zum Feiern!

Kenia: Kinder tanzen Ringelreihen

Im ländlichen Kenia leiden viele Communitys unter Dürren, Hunger und Mangelernährung. Aber diesen Kindern geht es dank vielfältigen Projektaktivitäten gut.  

 

Werden Sie Teil dieser Erfolgsgeschichte: Übernehmen Sie noch heute eine Patenschaft!

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article-45422 Tue, 14 Sep 2021 02:00:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Afghanistan: Arbeit teilweise wieder aufgenommen https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/afghanistan-arbeit-teilweise-wieder-aufgenommen/ Am vergangenen Sonntag hat World Vision die Arbeit in Afghanistan wieder aufgenommen, um die Bevölkerung in einem ersten Schritt mit dringender Soforthilfe zu unterstützen. Die Situation im Land bleibt jedoch unsicher. Text: World Vision

Spenden Sie jetzt für die Menschen ihn Afghanistan!

World Vision Afghanistan hat am Sonntag den 5. September – nach wochenlanger Unterbrechung – seine Arbeit wieder aufgenommen und mobile Gesundheits-, Ernährungs- und Lebensmittelverteilungsaktionen im Westen des Landes gestartet. Ziel der mobilen Kliniken ist es, unterernährte Kinder zu versorgen und dringende Gesundheitsprobleme zu behandeln. Insgesamt haben sechs mobile Gesundheitsteams wieder zu arbeiten begonnen, auch begann die Verteilung von Lebensmitteln in Zusammenarbeit mit dem World Food Programm (WFP) der Vereinten Nationen. Die mobilen Gesundheitsteams von World Vision betreuen Familien, die durch den Konflikt aus anderen Teilen Westafghanistans vertrieben wurden, sowie die gefährdeten Gemeinden, die sie aufnehmen. Mobile Gesundheitsteams sind die erste Anlaufstelle bei Gesundheitsproblemen, die eine sofortige oder weitergehende Behandlung erfordern.

Asuntha Charles, die Landesdirektorin von World Vision, sagt: «Wir sind erleichtert, dass wir nach Wochen der Ungewissheit, der Not und des Konflikts wieder an die Arbeit gehen können. Wir konzentrieren uns jetzt auf den Wiederaufbau unserer Aktivitäten. Wir müssen unsere Systeme in Betrieb nehmen, unsere mobilen Gesundheitsteams mit Medikamenten und persönlichen Schutzausrüstungen ausstatten und Personal für die Nahrungsmittelverteilung einsetzen.»

Jetzt ist schnelle Hilfe gefragt

World Vision will insbesondere sicherstellen, dass unterernährte Kinder sofort in Ernährungsprogramme aufgenommen werden. Derzeit ist das Team mit den Vorbereitungsarbeiten beschäftigt, die für die Ausweitung der Verteilungsaktionen vor Ort erforderlich sind. World Vision ist bereit, weitere Unterstützung zu leisten, aufbauend auf 20-jähriger Erfahrung in der Zusammenarbeit mit afghanischen Gemeinden. 

Mehr als 18 Millionen Afghaninnen und Afghanen – mindestens die Hälfte des Landes – benötigen nach einer schweren Dürre, Konflikten, Vertreibungen und den Auswirkungen von Covid-19 humanitäre Hilfe.  Derzeit stehen jedoch keine ausreichenden Mittel zur Verfügung, um den Bedarf zu decken. Der UN-Reaktionsplan in Höhe von 1,3 Mrd. USD ist derzeit nur zu 39 % finanziert. Es wurde ein neuer UN-Blitzaufruf gestartet, in dem zusätzliche 193 Millionen US-Dollar gefordert werden. Mit den 15 Mio. USD von World Vision sollen eine Million Menschen unterstützt werden, die Hälfte davon Kinder. 

Frauen sind wichtig in der Zusammenarbeit 

Asuntha Charles nimmt von Kabul aus an dem von den Vereinten Nationen vermittelten Ministertreffen teil.  Da die aktuelle Situation für viele NGO-Mitarbeiterinnen unklar ist, fordert World Vision, dass die Rechte der Frauen uneingeschränkt geschützt werden, einschliesslich des Rechts zu arbeiten, humanitäre Hilfe zu leisten und in der Lage zu sein, sicher Hilfe zu erhalten. «Alle humanitären Helfer und Helferinnen müssen ihrer Arbeit ohne Einschränkungen und frei von Drohungen nachgehen können», betont Asuntha Charles. «Dies gilt selbstverständlich auch für Frauen. Es ist nicht nur ihr Recht, sondern auch entscheidend, um die Bedürfnisse aller Bedürftigen zu erfüllen, einschliesslich Mädchen, Müttern und schwangeren Frauen, die sonst möglicherweise unsichtbar wären. Die Staats- und Regierungschefs der Welt haben die Möglichkeit, eine potenzielle Katastrophe abzuwenden und das Leben von Millionen Jungen und Mädchen in Afghanistan zu retten – sie müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, um dies zu tun», sagte Charles. 

Als humanitäre Organisation glaubt World Vision an das Recht der Frauen auf Arbeit, so wie auch die Männer dieses Recht haben. Frauen sind ein unverzichtbarer Teil der Belegschaft, wenn World Vision wirksame Programme für gefährdete Frauen und Mädchen in den Gemeinden durchführen will. Wir stehen mit der humanitären Gemeinschaft zusammen, um darauf zu bestehen, dass Frauen Teil der Belegschaft sind und dass Programme nicht begonnen werden, wenn nicht sichergestellt ist, dass dies der Fall ist. Einzige Ausnahme sind die lebensrettenden Massnahmen. 

Für die Zukunft afghanischer Kinder werden am Montag (13.9.2021) in Genf wichtige Entscheidungen getroffen. Staats- und Regierungschefs bzw. hochrangige Regierungsvertreter beraten über die Lage der Menschen im Land und über humanitäre Unterstützung, um Hunger und Not zu lindern.

 

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article-45396 Fri, 03 Sep 2021 17:25:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Bolivien: Bäume und Pilze gegen Hunger https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/agroforstwirtschaft-gegen-unterernaehrung-bolivien/ Im Hochland von Bolivien schult World Vision Kleinbauern in innovativen Methoden, um den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen und ihnen andere Quellen für Einkommen zu vermitteln. Text: Emile Stricker, World Vision Schweiz

Jaime Ramos Villca wohnt in der Gemeinde Lujo im Bezirk San Pedro de Buena Vista. Von seinen drei Kindern geht das jüngste noch zur Schule, die anderen sind erwachsen. Neben seiner Tätigkeit als Kleinbauer pflegt er als forstwirtschaftlicher Mitarbeiter die Kiefernbestände seiner Gemeinde. Er erzählt: «Die Teilnahme am Agroforstprojekt hat unser Leben verändert, auch wenn ich anfangs skeptisch war. Aber meine Tochter bestand darauf, dass ich mich im Projekt schulen lasse. In meiner Gemeinde haben wir 2,5 Hektaren Kiefernbestände, die 9 Jahre alt sind und die wir bis heute nicht wirklich genutzt haben. In der Ausbildung habe ich gelernt, in den Kiefernwäldern Pilze anzubauen, und bis heute habe ich 50 kg getrocknete Pilze vermarktet. Ich verkaufe sie für 40 Franken pro Pfund.»

Bolivien: Ein Mann steht zwischen einfachen Holzgestellen, auf denen Pilze zum Trocknen ausgebreitet sind.Jaime zeigt seine Gestelle für das Trocknen der Pilze. 

Umweltschutz und Agroforstwirtschaft

Erstmals geht World Vision in Bolivien die Unterernährung von Kindern durch ein Umwelt- und agroforstwirtschaftliches Projekt an. Die Bauern lernen technische Innovationen und neue Getreidesorten und Gemüsearten kennen, um den Folgen des Klimawandels zu entgehen und die landwirtschaftliche Produktion zu erhalten. In 10 Dörfern wurden Demo-Felder eingerichtet. Gleichzeitig wird die Waldfläche vergrössert durch Jungpflanzen aus eigenen Baumschulen.

Bolivien: Männer bei einem Holz-Workshop im WaldDie angehenden Förster lernen bei einem Workshop im Wald, wie sie den Holzschlag planen und die Stämme berechnen.

Bereits im ersten Jahr konnten 24'000 Kiefern und einheimische Jungbäume gepflanzt werden. 13 Förster des Bezirks wurden in nachhaltiger Waldbewirtschaftung geschult. Diese führten ihrerseits wieder Schulungen dazu in 6 Gemeinden für 97 Bauern durch. 

Neben dem forstwirtschaftlichen Teil, der die Einkommen verbessert, leitet das Projekt die Bevölkerung in 40 Dörfern auch an, Gemüsegärten mit verschiedenen Gemüsesorten zur Diversifizierung anzulegen oder auszubauen. Jetzt haben sie auch damit begonnen, den Familien beizubringen, qualitativ hochwertiges Gemüse-Saatgut zu züchten. Das wird die Nachhaltigkeit des Projekts verbessern, weil sie damit unabhängig von Saatguthändlern werden und mit der Zeit selbst Saatgut verkaufen können.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die Einführung von Umweltbildung im Primarschulunterricht. Zu unserer Freude engagiert sich die Bezirksverwaltung finanziell in diesem Umwelt- und agroforstwirtschaftlichen Projekt.

Bolivien: Männer hantieren mit Bauteilen für ein Gestell im WaldGemeinsam erstellen die Bauern ein Gestell zum Trocknen von Pilzen.

Bolivien: Ein Mann hält einen Wäschekorb, ein anderer Mann hält Pilze in der Hand.Die Bauern lernen den richtigen Umgang mit den Pilzen: Ernte, Auswahl, Klassifizierung und Schälen der Pilze gehören dazu. 

Bolivien: Ein Mann sammelt Pilze.Dann geht es ans Sammeln der Pilze im Kiefernwald.

Bolivien: Eine Familie sitzt neben einem Tuch mit Pilzen und schält sie.Die Pilze werden vor dem Trocknen geschält, damit die Qualität besser wird.

Bolivien: Eine Frau breitet Pilze auf einem Gestell aus. Jetzt sind die Pilze bereit zum Trocknen.

Der Klimawandel zwingt immer mehr Menschen zur Flucht. Doch es gibt eine Alternative: Die Wiederbegrünung verwüsteter Böden rettet Lebensgrundlagen und damit die Zukunft der Kinder.

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article-45421 Fri, 03 Sep 2021 15:25:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Bolivie : arbres et champignons contre la faim https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/bolivien-baeume-und-pilze-gegen-hunger/ Sur les hauts plateaux de Bolivie, World Vision forme les petits exploitants agricoles à des méthodes innovantes pour contrer les effets du changement climatique et leur faire découvrir d'autres sources de revenus. Texte : Emile Stricker, World Vision Suisse

Jaime Ramos Villca vit dans la commune de Lujo, dans le district de San Pedro de Buena Vista. De ses trois enfants, le plus jeune est encore à l'école, les autres sont grands. En plus de son travail de petit agriculteur, il s'occupe des pins de sa commune en tant que travailleur forestier. Il déclare : "Participer au projet d'agroforesterie a changé nos vies, même si j'étais sceptique au départ. Mais ma fille a insisté pour que je sois formé au projet. Dans ma commune, nous avons 2,5 hectares de pins qui ont 9 ans et nous ne les avons pas vraiment exploités jusqu'à présent. Au cours de la formation, j'ai appris à cultiver des champignons dans les forêts de pins et, à ce jour, j'ai commercialisé 50 kg de champignons séchés. Je les vends pour 40 francs la livre."

Bolivie : Un homme se tient entre de simples claies en bois sur lesquelles des champignons sont étalés pour sécher.Jaime montre son séchoir à champignons. 

Protection de l'environnement et agroforesterie

Pour la première fois, World Vision s'attaque à la malnutrition des enfants par le biais d'un projet environnemental et agroforestier dans le cadre de notre projet de développement Wawas Kusisqa en Bolivie. Les agriculteurs sont enseignés sur les innovations techniques et les nouvelles variétés de céréales et de légumes pour les aider à éviter les effets du changement climatique et à maintenir la production agricole. Des champs de démonstration ont été établis dans 10 villages. Dans le même temps, la surface forestière s'accroît grâce aux jeunes plants issus des pépinières des agriculteurs. 

Bolivie : Hommes dans un atelier de bois dans la forêtLes forestiers en formation apprennent à planifier l'abattage et à calculer les grumes lors d'un atelier en forêt.

Dès la première année, 24'000 pins et jeunes arbres indigènes ont pu être plantés. 13 forestiers du district ont été formés à la gestion durable des forêts. Ils ont à leur tour organisé des sessions de formation à ce sujet dans 6 communes pour 97 agriculteurs. 

En plus de la partie forestière, qui améliore les revenus, le projet guide également les habitants de 40 villages pour qu'ils plantent ou agrandissent des potagers avec différents types de légumes pour la diversification. Aujourd'hui, ils ont également commencé à enseigner aux familles à cultiver des graines de légumes de qualité. Cela améliorera la durabilité du projet, car cela les rendra indépendants des négociants en semences et, à terme, ils seront en mesure de vendre eux-mêmes des semences.

Un autre axe du projet est l'introduction de l'éducation environnementale dans les cours de l'école primaire. A notre grande joie, l'administration du district s'implique financièrement dans ce projet de protection de l'environnement et agroforesterie

Bolivie : Des hommes manipulent des composants pour un châssis dans la forêtEnsemble, les agriculteurs créent un séchoir à champignons.

Bolivie : Un homme tient un panier à linge, un autre homme tient des champignons dans sa main.Les agriculteurs apprennent à manipuler correctement les champignons : la récolte, la sélection, le classement et l'épluchage des champignons font partie du processus. 

Bolivie : Un homme ramasse des champignons.Ensuite, c'est l'heure de ramasser les champignons dans la forêt de pins.

Bolivie : Une famille est assise à côté d'un drap contenant des champignons et les épluche.Les champignons sont épluchés avant d'être séchés pour que la qualité soit meilleure.

Bolivien: Eine Frau breitet Pilze auf einem Gestell aus. Bolivie : Une femme étale des champignons sur une grille. 

Le changement climatique contraint de plus en plus de personnes à fuir leurs maisons. Mais il existe une alternative : la revégétalisation des sols dévastés permet de sauver les moyens de subsistance et donc l'avenir des enfants.

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article-45420 Wed, 01 Sep 2021 11:00:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Wie klingt eigentlich ein Hund auf Spanisch? https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/wie-klingt-eigentlich-ein-hund-auf-spanisch/ Ein Hund in Südamerika bellt nicht anders als in der Schweiz. Ganz egal, wo wir einen Hund bellen oder einen Hahn krähen hören, die Tiere hören sich für uns eigentlich immer gleich an. Doch seine Laute werden in vielen Ländern der Welt völlig anders wiedergegeben. Warum ist das so und wie klingt eigentlich ein Hund in der Dominikanischen Republik, diesen Fragen gehen wir in unserer Serie «#wieeigentlich» auf den Grund.  

Text: World Vision Schweiz

 

Wo Schweine wie Hühner klingen.

Ein Grund für diese Unterschiede in der Lautsprache von Tierstimmen liegt im Gehör des Menschen. Der deutsche Sprachforscher Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener erklärt, dass Menschen aus unterschiedlichen Sprachräumen auch unterschiedlich hören. In China beispielsweise gibt es verschiedene Tonhöhen, die wir im deutschsprachigen Raum mit unserem Gehör nur schwer voneinander unterscheiden können. Auch die Rhythmik, der Tonfall und die Artikulation einer Sprache prägt unser Hörvermögen auf unterschiedliche Art und Weise. Das Bellen eines Hundes hört sich für uns also anders an als in China oder auch in der spanischsprachigen Dominikanischen Republik. 

 

Dominikanischen Republik: Ein junges Mädchen sitzt in der Tür und hat einen kleinen Welpen auf dem Schoss.Die 8-jährige Maria Liz aus der Dominikanischen Republik hält ihren Welpen auf dem Schoss. Auf Spanisch wird das Bellen eines Hundes lautsprachlich «Guau guau» dargestellt.
 

Wuff wuff oder Guau guau?

Ein weiterer Grund für die unterschiedliche Lautmalerei liegt laut Schuppener darin, dass die Tierlaute lediglich eine Annäherung an das tatsächliche Geräusch des Tieres darstellen. Nicht jede Sprache verfügt über das gleiche Repertoire an Lauten. Deshalb klingen diese Annäherungen von Land zu Land teils komplett verschieden. Im deutschsprachigen Raum nutzen wir sehr häufig Umlaute, die im englischsprachigen Raum nicht üblich sind und dort auch nur schwer ausgesprochen werden können. So kommt es, dass bei uns ein Schaf «Mäh» macht und im englischen «Bah». 


Äthiopien: Zwei kleine Mädchen spielen mit einem Kalb.Die kleine Adila mit ihrer Schwester und einem Kalb ihrer Familie. Der Laut der Kuh wird in vielen Ländern sehr unterschiedlich geschrieben, klingt aber immer ähnlich.
 

Same same but different

Es lassen sich jedoch auch viele Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Tierlauten feststellen. Die Katze beispielsweise wird fast überall gleich nachgeahmt. In den meisten Ländern beginnt der Katzen-Laut mit einem M. Mit Ausnahme einiger asiatischer Sprachen. So wird der Laut einer Katze im Südkoreanischen mit «Yaow» dargestellt oder im Japanischen mit «Nyah». Dabei fällt auf: Trotz unterschiedlicher Schreibweisen hören sich in der Aussprache der Tierlaute oft sehr ähnlich an. Zum Beispiel beim Schaf: So wird das uns bekannte «Mäh» des Schafes im polnischen «Beee» oder auf indonesisch «Mbek» geschrieben, die Aussprache ähnelt sich jedoch sehr. 

 

Ein paar weitere Beispiele:

Das Schwein

Deutsch: Oink oink!
Albanisch: Hunk hunk!
Spanisch: Kurrin kurrin!
Südkoreanisch: Kouro kouro kuh!

Die Kuh

Deutsch: Muh!
Englisch: Moo!
Französisch: Meuh!
Tschechisch: Buu!

Der Hahn

Deutsch: Kikeriki!
Armenisch: Tsoo-ghoo-roo-ghoo!!
Koreanisch: Ko-ki-oh!!
Englisch: Cock-a-doodle-doo!

 

In diesem Video können Sie verschiedene Tierlaute aus aller Welt auch noch einmal in Aktion erleben.  

 

 

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article-45417 Mon, 30 Aug 2021 11:29:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Aluel kämpft für ihre Rechte – und die aller Frauen https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/aluel-kaempft-fuer-ihre-rechte-und-die-aller-frauen/ Mit 15 Jahren verliebte sich Aluel in einen Gleichaltrigen, weil sie glaubte, dadurch vor der Verheiratung mit einem viel älteren Mann bewahrt zu werden. Sie wurde schwanger und der Junge lehnte seine Verantwortung ab. Heute schützt Aluel junge Frauen vor dem gleichen Schicksal. Text & Bilder: Scovia Faida Charles, Communications Coordinator World Vision 

«Noch bevor die Covid-19-Pandemie ausbrach, wurde ich von Verwandten und meiner eigenen Familie stark unter Druck gesetzt, meine Ausbildung abzubrechen und zu heiraten. Aber ich habe mich nicht beirren lassen und bin weiter zur Schule gegangen», sagt die 17-jährige Aluel. Sie möchte eines Tages Anwältin werden.

Die Pandemie zerstörte Familien und verschlimmerte die Situation in den südsudanesischen Gemeinden, was sich auch auf das Leben vieler Mädchen wie Aluel auswirkte. «Wäre das Coronavirus nicht gewesen, hätte meine Schule nicht geschlossen und wäre ich nicht untätig zu Hause rumgesessen», meint Aluel. Hätte die Schule nicht geschlossen, hätte sie heute bestimmt kein kleines Kind, da ist sich Aluel sicher.

Südsudan: Eine junge Mutter hält ihr Kind in ihren Armen.Ein Kind ist für Aluel kein Grund, sich nicht mehr weiterbilden zu können. Damit will sie ein Vorbild sein für andere Frauen mit dem gleichen Schicksal.

Sie sagt: «Die Mehrheit der Mädchen aus meiner Gemeinde schliesst die fünfte Klasse nicht ab, weil sie von ihren Verwandten unter Druck gesetzt und ermutigt werden, früh zu heiraten. Zehn Jahre nach der Unabhängigkeit des Landes habe ich immer noch nicht das Gefühl, dass die Probleme von Mädchen vorrangig behandelt werden.»

Aluel ist der Meinung, dass viele dieser Probleme, die das Wohlergehen und die Zukunft der Mädchen gefährden, sogar noch schlimmer geworden sind. «Ich weise darauf hin, dass kein Mädchen zurückgelassen werden darf.»

Dorfchef Sultan Piendit, der Vorsitzende des gemeindebasierten Kinderschutzkomitees in Gogrial West, erzählt: «Seit 2019 haben mindestens 463 Mädchen die Schule abgebrochen. Es können noch mehr sein, falls sie nicht einmal gemeldet wurden.»

Die Mehrheit der Mädchen in seiner Gemeinde schliesst die fünfte Grundschulklasse nicht ab, weil sie von ihren Verwandten unter Druck gesetzt und ermutigt werden, früh zu heiraten.

«Wir arbeiten als Teil des Schutzkomitees unermüdlich daran, dass Mädchen wie Aluel dazu ermutigt werden, nach dem Schulabbruch wieder zur Schule zu gehen. Eltern warnen wir davor, ihre Kinder zu einer frühen Kinderheirat zu zwingen», fügt Sultan Piendit hinzu.

Nach Angaben von Aluel war ihr Vater wütend über die Schande, die sie über die Familie brachte, als sie schwanger wurde. Er war entschlossen, sie zu verheiraten, sobald das Baby geboren war, aber das Kinderschutzkomitee intervenierte und überzeugte ihn, sie wieder zur Schule zu schicken.

Gemeinsam für Frauenrechte

Heute ist Aluel eine Fürsprecherin in ihrer Gemeinde und erzählt: «Ich spreche mit jungen Mädchen und erzähle ihnen meine Geschichte als Beispiel. Ich ermutige sie, gut zu lernen, um eine bessere Zukunft zu haben. Ich muss heute arbeiten und Geld verdienen, um mich und mein Baby zu ernähren.» Ihr Vater hat sich geweigert, sie zu unterstützen, und Aluel will nun beweisen, dass sie es schaffen kann.

«Regierung und Organisationen sollten zusammenarbeiten und eine wirksame Strategie entwickeln, um Mädchen und Jungen vor einer frühen Heirat zu schützen. Mit Unterstützung können auch junge Mütter wieder in die Schule geschickt werden», sagt Sultan Piendit.

 Südsudan: Ein Mitarbeiter von World Vision klärt eine Frau über ihre Rechte auf.Ein Mitarbeiter von World Vision klärt Aluel über ihre Rechte auf und ermutigt sie, ihre Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen. Zuspruch, den sie von ihrem Umfeld nicht bekommt.

«Seit die Kinderschutzkomitees 2018 ins Leben gerufen wurden, sensibilisieren sie die Menschen in ihren jeweiligen Orten für Kinderrechte, Aufklärung und Prävention von Missbrauch und geschlechtsspezifischer Gewalt», sagt James Ring Ring, Education and Protection Manager bei World Vision im Warrap State.

Das Kinderschutzprojekt von World Vision im Bundesstaat Warrap unterstützt neun Komitees im Bezirk Gogrial West. Jedes Komitee besteht aus neun Mitgliedern, die sich aus Gemeindeleitern, Stammesoberhäuptern, Eltern und Lehrern, Frauen, Jugendlichen, Polizisten und religiösen Führungspersönlichkeiten zusammensetzen.

Als Kinderpatin oder -pate setzten Sie sich aktiv für die Rechte von Mädchen und Jungen ein. Jetzt eine Patenschaft übernehmen!

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article-45418 Mon, 30 Aug 2021 09:29:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Aluel se bat pour ses droits - et ceux de toutes les femmes https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/aluel-kaempft-fuer-ihre-rechte-und-die-aller-frauen-1/ À l'âge de 15 ans, Aluel est tombée amoureuse d'un garçon de son âge, croyant que cela lui éviterait d'épouser un homme beaucoup plus âgé. Elle est tombée enceinte et le garçon n’a pas voulu prendre sa responsabilité. Aujourd'hui, elle protège les jeunes femmes du même sort. Texte et images : Scovia Faida Charles, coordinateur de la communication de World Vision

« Avant même que la pandémie du Covid-19 n'éclate, j'ai subi de nombreuses pressions de la part de mes proches et de ma propre famille pour arrêter mes études et me marier. Mais je ne les ai pas laissés m'arrêter et j'ai continué à aller à l'école », raconte Aluel, 17 ans. Elle veut devenir avocate un jour.

La pandémie a détruit des familles et aggravé la situation dans les communautés sud-soudanaises, affectant la vie de nombreuses filles comme Aluel. « S'il n'y avait pas eu le coronavirus, mon école n'aurait pas fermé et je ne serais pas restée inactive à la maison », dit Aluel. Si l'école n'avait pas fermé, Aluel est sûre qu'elle n'aurait pas un petit enfant aujourd'hui.

Sud-Soudan : Une jeune mère tient son enfant dans ses bras.Pour Aluel, avoir un enfant n'est pas une raison pour ne pas pouvoir poursuivre ses études. Elle veut ainsi être un modèle pour les autres femmes qui connaissent le même sort.

Elle déclare : « La majorité des filles de ma communauté ne terminent pas le CM2 parce qu'elles sont poussées et encouragées par leurs proches à se marier tôt. Dix ans après l'indépendance du pays, je n'ai toujours pas l'impression que les problèmes des filles sont prioritaires. »

Aluel estime que beaucoup de ces problèmes, qui menacent le bien-être et l'avenir des filles, ont empiré. « Je souligne qu'aucune fille ne doit être laissée pour compte. »

Le chef de village Sultan Piendit, président du comité communautaire de protection de l'enfance à Gogrial West, déclare : « Depuis 2019, au moins 463 filles ont abandonné l'école. Il y en a peut-être d'autres qui n'ont même pas été signalés. »

La majorité des filles de sa communauté ne terminent pas la cinquième année de l'école primaire parce qu'elles sont poussées et encouragées par leurs proches à se marier tôt.
« Nous travaillons sans relâche dans le cadre du comité de protection pour veiller à ce que les filles comme Aluel soient encouragées à retourner à l'école après l'avoir abandonnée. Nous avertissons les parents de ne pas forcer leurs enfants à se marier précocement », ajoute Sultan Piendit.

Selon Aluel, son père était en colère à cause de la honte qu'elle a causée à la famille lorsqu'elle est tombée enceinte. Il était déterminé à la marier dès que le bébé serait né, mais le comité de protection de l'enfance est intervenu et l'a convaincu de la renvoyer à l'école.

Ensemble pour les droits des femmes

Aujourd'hui, Aluel est une défenseuse de sa communauté et raconte : « Je parle aux jeunes filles et leur raconte mon histoire en guise d'exemple. Je les encourage à bien étudier pour avoir un meilleur avenir. Aujourd'hui, je dois travailler et gagner de l'argent pour subvenir à mes besoins et à ceux de mon bébé ». Son père a refusé de la soutenir, et Aluel veut maintenant prouver qu'elle peut le faire elle-même.

« Le gouvernement et les organisations devraient travailler ensemble et développer une stratégie efficace pour protéger les filles et les garçons du mariage précoce. Avec un soutien, les jeunes mères peuvent également être renvoyées à l'école », déclare Sultan Piendit.

Un employé de World Vision informe Aluel de ses droits et l'encourage à prendre son avenir en main. Des encouragements qu'elle ne reçoit pas de son environnement.Un employé de World Vision informe Aluel de ses droits et l'encourage à prendre son avenir en main. Des encouragements qu'elle ne reçoit pas de son environnement.

« Depuis leur lancement en 2018, les comités de protection de l'enfance sensibilisent les habitants de leurs localités respectives aux droits de l'enfant, à l'éducation et à la prévention des abus et des violences sexistes », explique James Ring Ring, responsable de l'éducation et de la protection chez World Vision dans l'état de Warrap.

Le projet de protection des enfants de World Vision dans l'état de Warrap soutient neuf comités dans le district de Gogrial West. Chaque comité est composé de neuf membres, dont des dirigeants communautaires, des chefs de tribu, des parents et des enseignants, des femmes, des jeunes, des policiers et des représentants religieux.

En tant que parrain d'un enfant, vous défendez activement les droits des filles et des garçons. Acceptez un parrainage maintenant !

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article-45419 Mon, 30 Aug 2021 02:00:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Afghanische Kinder zahlen den Preis https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/afghanische-kinder-zahlen-den-preis/ Die Situation in Afghanistan spitzt sich zu, und die nächste Generation zahlt einmal mehr den Preis dafür. Mehr als 8 Millionen Kinder sind zurzeit dringend auf Hilfe angewiesen, über 2 Millionen sind akut von Unterernährung bedroht. World Vision ist nach wie vor vor Ort und fordert Unterstützung. Text: World Vision 

Die humanitäre Lage in Afghanistan hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Kinder konnten nicht zur Schule gehen, Lebensmittel sind knapp und die Zahl der Binnenvertriebenen ist steil angestiegen.  

Die Zahlen sind erschütternd. Fast die Hälfte der Bevölkerung - 18,4 Millionen Menschen, davon 8,2 Millionen Kinder, benötigte im Jahr 2021 humanitäre Hilfe und Schutz, und die Zahl steigt weiter. Aufgrund einer Dürre haben mehr als 30 % der afghanischen Bevölkerung (12,2 Millionen) nicht genug zu essen. Viele Kinder sind schwer unterernährt. Die zwischenzeitlich suspendierte Hilfe für diese Menschen muss dringend wieder aufgenommen werden. Jüngste Zahlen zeigen, dass der Plan für die humanitäre Hilfe in Afghanistan für 2021 nur zu 39 % finanziert ist.  

Die Pandemie verschlimmert sich weiter, und es fehlt an Präventivmassnahmen. «Kinder sind einem grösseren Risiko von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt. Familien, die aufgrund des Konflikts, der verheerenden Dürre und der Auswirkungen von Covid-19 bereits mit dem Elend zu kämpfen haben, greifen nun vermehrt zu verzweifelten Massnahmen, um ihre Kinder zu schützen, darunter auch Kinderheirat. Die Menschen sind jetzt am verwundbarsten, und wir können sie jetzt nicht im Stich lassen», sagt die nationale Direktorin Asuntha Charles. 

Andrew Morley, Präsident und CEO von World Vision International, betont: »Jedes Kind träumt von Frieden, Bildung, einer nahrhaften Mahlzeit und einer Chance, sein Potenzial zu entfalten. Doch die Realität vor Ort ist herzzerreissend, inmitten der Ungewissheit über die Zukunft Afghanistans – insbesondere für junge Mädchen, die Angst vor Gewalt haben. Wir müssen jetzt weiter zusammenarbeiten, um Würde und Schutz zu gewährleisten und jedes Mädchen und jeden Jungen in diesem wunderschönen Land zu stärken.»

Forderung auf Recht und eine Zukunft 

Das humanitäre Völkerrecht muss respektiert werden und das Leben der afghanischen Kinder, ihrer Familien und Gemeinden muss Vorrang haben. Die internationale Gemeinschaft muss ihre Präsenz vor Ort aufrechterhalten, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Sie muss sich weiterhin für eine verstärkte und langfristige finanzielle Unterstützung, diplomatisches Engagement, internationale Verantwortung für dauerhafte Lösungen und den Schutz der Kinderrechte einsetzen.  

«Wir arbeiten Tag und Nacht, um uns in dieser unglaublich komplexen Situation zurechtzufinden», erläutert Asuntha Charles. «Es ist keine Option, jahrzehntelange Fortschritte rückgängig zu machen, und unsere Verpflichtung, vor Ort zu bleiben und lebensrettende Hilfe zu leisten, ist stärker denn je. Wir appellieren an die Staats- und Regierungschefs der Welt, die dringend benötigten Mittel dauerhaft und flexibel bereitzustellen, damit die afghanischen Kinder nicht vergessen werden.» 

Seit 20 Jahren unterstützt World Vision Kindern, Familien und Gemeinden in Afghanistan mit ganzheitlichen Projekten in der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Jetzt ist Ihre Hilfe gefragt: Jetzt helfen!  

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article-45389 Fri, 27 Aug 2021 19:35:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 « Je le fais pour ma mère » https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/je-le-fais-pour-ma-mere/ Climat, sécheresse, alimentation, exploitation – tout est lié ! L’histoire de Cavo est représentative des coûts humains du changement climatique. Injustement, ce sont les moins responsables qui en paient le plus haut prix. Cavo, 15 ans, aimerait pouvoir aller à l’école comme les autres filles. Mais Cavo n’est pas comme les autres filles, elle ne l’est plus. Cavo porte seule la responsabilité de subvenir aux besoins de sa mère et de sa grand-mère, et elle travaille. Malgré trois emplois différents, c’est rarement suffisant pour que tous puissent manger. Souvent, la famille ne mange que des feuilles réchauffées. Cavo travaille sur un marché local, collecte le linge et, en l’absence de toute autre possibilité, a commencé à prostituer son jeune corps. Cavo connait la stigmatisation et les dangers de ce travail, et elle en a honte. Elle nous a courageusement raconté son histoire.

« La sécheresse constitue un gros problème pour nous. Lorsque nous n’avons rien, nous allons nous coucher sans avoir mangé », raconte-t-elle. « Hier, nous n’avons rien mangé, et aujourd’hui, nous avons dû nous lever très tôt pour récolter quelques feuilles que nous avons planté. C’est tout ce que nous avons à manger aujourd’hui » .

« Je couche avec des hommes, car je dois aider ma mère. Je le fais pour ma mère. Elle souffre de la faim. Comme ça, je peux aider ma mère et ma grand-mère avec de la nourriture. ».

La réalité déchire le cœur

Cavo est l’une des millions de filles et femmes qui sont confrontées à de cruelles réalités comme celle-ci. Au vu de la préoccupante pénurie alimentaire, de la hausse des prix et de la destruction de récoltes, le climat et l’alimentation sont devenus deux des thèmes les plus critiques auxquels font face les plus vulnérables du monde. 

Cavo continue à expliquer la déchirante réalité de la situation. 

« Quand les hommes viennent, je couche avec eux. Si je les repousse, comment pourrais-je survivre ? »

« Quand je couche avec eux, ils me donnent quelque chose.  Parfois, ils mentent et ne me donnent à la fin que 500 ou 200 Kwanzas (1 USD ou 40 cents). S’il n’y avait pas la sécheresse et la faim, je ne serais pas ici et je ne ferais pas ça. Je travaillerais ou j’étudierais comme les autres enfants ». 

Cavo n’est pas la seule. 

Une fille se tient devant sa hutte
Cavo connait la stigmatisation de la prostitution au village, mais elle ne voit pas d’autre manière d’assurer la survie de sa famille.  

Partout dans le monde, dans les bidons-villes urbains, dans les villages isolés ou dans les camps, on peut voir les effets du changement climatique et comment il est lié à une grave pénurie alimentaire, qui conduit à l’exploitation, particulièrement de femmes et de filles.

L’histoire de Cavo est représentative des coûts humains du changement climatique. Injustement, ce sont les moins responsables qui doivent en payer le plus haut prix. 

Nous devons voir, au-delà de la science et de notre milieu naturel, les coûts humains du changement climatique. Pour veiller à ce que des enfants ne soient pas perdus en raison de l’exploitation, et que les communautés puissent se construire un avenir durable. 

*Nom modifié pour la protection de l’identité

Engagez-vous pour les enfants dans les endroits les plus dangereux de la terre. Vous leur rendez ainsi leur enfance ! 

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article-45391 Fri, 27 Aug 2021 17:35:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 «Ich mache das für meine Mutter» https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/ich-mache-das-fuer-meine-mutter/ Klima, Dürre, Nahrung, Ausbeutung – es hängt alles zusammen! Die Geschichte von Cavo steht für die menschlichen Kosten des Klimawandels. Ungerechterweise sind es die am wenigsten Verantwortlichen, die den höchsten Preis zahlen. Die 15-jährige Cavo* wünscht sich, sie könnte zur Schule gehen, wie die anderen Mädchen. Aber Cavo ist nicht wie die anderen Mädchen, nicht mehr. Cavo trägt die alleinige Verantwortung für die Versorgung ihrer Mutter und Grossmutter und sie arbeitet. Trotz drei verschiedener Jobs reicht es selten für alle zum Essen. An manchen Tagen isst die Familie deshalb nur aufgewärmte Blätter. Cavo arbeitet auf dem örtlichen Markt, sammelt Wäsche und hat, da sie keine anderen Möglichkeiten hat, angefangen, ihren jungen Körper zu prostituieren. Cavo kennt das Stigma und die Gefahren dieser Arbeit, und sie schämt sich dafür. Mutig hat sie uns ihre Geschichte erzählt.

«Die Dürre macht uns sehr zu schaffen. Wenn wir nichts bekommen, gehen wir ins Bett, ohne etwas zu essen», erzählt sie. «Gestern haben wir nichts gegessen und heute mussten wir sehr früh aufstehen, um ein paar Blätter zu sammeln, die wir angebaut haben. Das ist alles, was wir heute zu essen haben. »

«Ich schlafe mit Männern, weil ich meine Mutter unterstützen muss. Ich tue das wegen meiner Mutter. Sie leidet wegen des Hungers. So kann ich meine Mutter und meine Grossmutter mit Essen unterstützen.»

Die Realität ist herzzerreissend

Cavo ist eines von Millionen von Mädchen und Frauen, die mit grausamen Realitäten wie dieser konfrontiert sind. Angesichts alarmierender Nahrungsmittelknappheit, Preissteigerungen und der Zerstörung von Ernten werden Klima und Ernährung zu zwei der kritischsten Themen, denen sich die Schwächsten der Welt gegenübersehen.

Cavo fährt fort, die herzzerreissende Realität der Situation zu erklären.

«Wenn Männer kommen, dann schlafe ich mit ihnen. Wenn ich sie abweise, wie soll ich dann überleben?»

«Wenn ich mit ihnen schlafe, dann werden sie mir etwas geben. Manchmal lügen sie und geben mir am Ende nur 500 oder 200 Kwanzas (1 USD oder 40 Cents). Wenn es die Dürre und den Hunger nicht gäbe, wäre ich nicht hier und würde das hier tun. Ich würde arbeiten und studieren wie andere Kinder.»

Cavo ist nicht allein.

Mädchen steht vor seiner Wohnhütte.Cavo kennt das Stigma der Prostitution im Dorf, aber sie sieht keinen anderen Weg, um das Überleben ihrer Familie zu sichern.

Überall auf der Welt, in städtischen Slums, abgelegenen Dörfern oder Camps, sehen wir die Auswirkungen des Klimawandels und wie dieser mit schwerer Nahrungsmittelknappheit verbunden ist, die zu Ausbeutung führt, insbesondere von Frauen und Mädchen.

Die Geschichte von Cavo steht für die menschlichen Kosten des Klimawandels. Ungerechterweise sind es die am wenigsten Verantwortlichen, die den höchsten Preis zahlen.

Wir müssen über die Wissenschaft und unsere natürliche Welt hinausgehen, um auch die menschlichen Kosten des Klimawandels zu sehen. Um sicherzustellen, dass Kinder nicht durch Ausbeutung verloren gehen und Gemeinschaften eine nachhaltige Zukunft aufbauen können.

*Name zum Schutz der Identität geändert

 Engagieren Sie sich für Kinder an den gefährlichsten Orten der Welt. Sie geben ihnen damit ihre Kindheit zurück!

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article-45395 Thu, 26 Aug 2021 16:18:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Zehn Fakten über Schulen in Ländern des Globalen Südens https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/zehn-fakten-ueber-schulen-in-laendern-des-globalen-suedens/ Kinder entwickeln sich in unterschiedlichem Tempo, selbst wenn sie einen perfekten Start haben. Eine gute Bildung kann in verschiedenen Teilen der Welt unterschiedliche Dinge bedeuten. Hier sind zehn Fakten über Bildung in den Ländern des Globalen Südens, zu deren Veränderung auch Ihre Patenschaft beiträgt. Text: Elissa Webster und Mel Carswell, World Vision

Ihre Eltern hatten Recht: Schule ist wirklich wichtig. Sie ist sogar so wichtig, dass eine hochwertige Bildung eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung ist. Denn Bildung ist eines der wirksamsten und bewährtesten Mittel, um den Kreislauf der Armut für Kinder und ihre Länder zu durchbrechen. Aber «Schule» und «Bildung» kann in verschiedenen Teilen der Welt sehr unterschiedliche Dinge bedeuten ­­– und der Bildungsstandard, den Kinder in verschiedenen Ländern erhalten, kann sich dementsprechend stark unterscheiden.

Ein Kind in die Schule zu schicken, ist der erste Schritt. Aber viele Faktoren wirken sich auf die Bildungsergebnisse aus – vom Lehrplan und den Bedingungen in der Schule bis hin zu den kulturellen Erwartungen der Gemeinschaft und was das für die Unterstützung bedeutet, die sie zu Hause erhalten, die Regelmässigkeit des Schulbesuchs und vieles mehr. 

Hier sind 11 Fakten über Schulen in Ländern des Globalen Südens, mit denen viele Patenkinder jeden Tag konfrontiert werden – und die Sie dank Ihrer Patenschaft ändern können.

1. Schule kann teuer sein, auch wenn sie kostenlos ist 

Laut der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jedes Kind das Recht auf eine kostenlose Grundschulbildung. In den letzten Jahrzehnten haben Regierungen auf der ganzen Welt die Schulgebühren abgeschafft und damit Millionen von Kindern die Chance gegeben, zum ersten Mal eine Schule zu besuchen. Aber Schule kann immer noch teuer sein – Uniformen, Bücher und Prüfungsgebühren können sich auf bis zu 40 Prozent des Haushaltseinkommens summieren. Wenn ein Kind in der Schule ist, kann es auch nicht arbeiten, um die Familie zu unterstützen. Daher kann es sein, dass Kinder später mit der Schule beginnen, sie für eine gewisse Zeit unterbrechen oder sie ganz abbrechen, wenn die Familie es verlangt – was zu Bildungsrückschlägen führt. Kinderpatenschaften tragen dazu bei, dass Kinder zur Schule gehen, indem sie verschiedene Bedürfnisse erfüllen: Dies kann die Bereitstellung von Uniformen oder Schulbüchern sein, die Änderung der Einstellung der Eltern, die Unterstützung der Familien bei der Erzielung eines eigenen Einkommens und vieles mehr.

2. Ein Schulweg wie ein Marathon

Für viele Kinder in Ländern des Globalen Südens besteht der Schulweg aus einem mehrstündigen Fussmarsch. Kinder in abgelegenen Gebieten wie Chengzhen im Südwesten Chinas müssen unter Umständen einen Bergpass überqueren, um zur Schule zu gelangen. Kinder in ländlichen Gebieten in Mali laufen jeden Tag durchschnittlich sieben Kilometer zur Schule. Ein so langer Schulweg bedeutet, dass einige Kinder zu erschöpft sind, um gut lernen zu können, dass sie nicht zur Schule gehen oder häufig Tage ausfallen lassen, was ihr Lernen verlangsamt. Kinderpatenschaften helfen, Kinder mit Schulen in Verbindung zu bringen, und mancherorts geht es dabei weniger um Schulgebühren als vielmehr um den Bau besserer Strassen, die Unterstützung beim Transport oder den Bau von Schulen in einer Gemeinde.

3. Ich verstehe kein Wort 

In Indien werden mehr als 19’500 verschiedene Dialekte gesprochen – aber nur 47 werden auch als Unterrichtssprache in den Schulen eingesetzt. Viele Kinder auf der ganzen Welt werden in der Schule in einer anderen Sprache unterrichtet als in jener, die sie zu Hause sprechen. Dies kann ihr Lernen ebenfalls verlangsamen. Das bedeutet oft, dass sie zu Hause niemanden haben, der ihnen beim Verstehen oder bei den Hausaufgaben hilft. Kinderpatenschaften geben Kindern die Möglichkeit, ihren Lernrückstand durch Leseclubs, Lerngruppen und andere lokale Lernhilfen aufzuholen.

4. Manche Eltern wollen, dass ihre Kinder die Schule schwänzen

Vielleicht haben Sie während Ihrer Schulzeit davon geträumt, die Schule zu schwänzen, aber für viele Kinder in Entwicklungsländern ist das Realität. Manchmal fehlt den Familien schlicht und einfach das Geld für die Schulbildung des Kindes, andernorts verunmöglichen soziale Normen und Geschlechterrollen den Schulbesuch. Eine kürzlich in Kenia durchgeführte Oxfam-Studie ergab, dass ein Mädchen aus einer armen Familie eine Chance von 1 zu 250 hat, eine weiterführende Schule zu besuchen, während die Chance für einen Jungen aus einer reichen Familie bei 1 zu 3 liegt. Weltweit gehen über 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule, und eines von drei Mädchen aus Ländern des Globalen Südens heiratet, bevor es 18 Jahre alt ist. Die Eltern halten Bildung oftmals für eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen. Mancherorts wird der Schulbesuch eines Mädchens als Gefahr für ihre Moral und die Familienehre angesehen, und in einigen Ländern, in denen sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt weit verbreitet ist oder Kinder ausgebeutet werden, kann die Schule ein echtes Sicherheitsrisiko für Mädchen darstellen. Was bedeutet das also? Kinder, die nicht zur Schule gehen können, können nicht wie andere in ihrem Alter lernen. World Vision arbeitet mit Eltern zusammen, um ihnen die Vorteile von Bildung zu vermitteln, sowie mit Eltern, Schulpersonal, religiösen Führern und anderen Führungspersönlichkeiten der Gemeinschaft, um soziale Normen in kulturell angemessener und relevanter Weise anzusprechen, die Gleichstellung der Geschlechter und die Kinderrechte zu fördern und den Kinderschutz zu stärken. 

5. Manche Kinder sind nicht willkommen 

Obwohl das Recht aller Kinder auf Bildung in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert ist, sind in einigen Teilen der Welt einige Kinder in der Schule nicht willkommen. In den ärmsten Ländern der Welt gehen bis zu 95 Prozent der Kinder mit Behinderungen nicht zur Schule, da ihnen oft die Einschulung verweigert wird oder ihre Eltern sie wegen der Stigmatisierung nicht zur Schule schicken wollen. Kinder aus unterschiedlichen sozialen Schichten oder Kasten können in ähnlicher Weise diskriminiert werden. Mancherorts halten Gemeinschaften und sogar Schulen auch Mädchen davon ab, zur Schule zu gehen. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) geht jedes vierte Mädchen aus Ländern des Globalen Südens nicht zur Schule, und ein Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2019 kommt zum Schluss, dass es beim derzeitigen Tempo des Fortschritts mehr als 200 Jahre – also neun Generationen – dauern wird, bis die Gleichstellung der Geschlechter weltweit erreicht ist. Kinderpatenschaften helfen Kindern, Eltern und ihrem Umfeld, die Rechte aller Kinder kennenzulernen, und unterstützen sie dabei, sich für Veränderungen einzusetzen. Ausserdem helfen wir den Gemeinden beim Bau einer behindertengerechten Infrastruktur, z. B. Rampen für Rollstühle an Toiletten und Wasserstellen. Wir arbeiten mit Schulen und Unternehmen zusammen, um Lern- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Und wir gehen gemeinsam mit den Gemeinden gegen negative Stereotypen gegenüber Menschen mit Behinderungen vor, damit jedes Kind sein volles Potenzial ausschöpfen kann.

6. Viele Lehrer sind überlastet und unterqualifiziert

Die Forschung zeigt, dass Lehrpersonen der wichtigste Faktor beim Lernen sind. Aber in vielen Ländern des Globalen Südens herrscht ein gravierender Mangel an Lehrpersonen, sodass jene Lehrpersonen, die bereits vor Ort sind, mit riesigen Klassen – in Teilen Afrikas südlich der Sahara kommen durchschnittlich 50 Schüler auf einen Lehrer – und sehr begrenzten Ressourcen konfrontiert sind. Diese Lehrpersonen haben oft selbst nur eine begrenzte Ausbildung, was dazu führt, dass sechs von zehn Kindern weltweit keine Grundkenntnisse in Lesen und Rechnen haben, obwohl zwei Drittel von ihnen eine Schule besuchen. Die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen mit den Fähigkeiten, dem Wissen und den Ressourcen, die sie benötigen, um Kinder auszubilden und zu befähigen, ist ein Hauptschwerpunkt der weltweiten Arbeit von World Vision. 

7. Schulen verfügen nicht immer über die notwendigen Ressourcen 

Abgesehen von Kaugummi unter den Stühlen gibt es einige grundlegende Dinge, die man in jeder Schule erwarten könnte – die Stühle selbst zum Beispiel, ein Klassenzimmer, in dem sie aufgestellt werden können, Strom, um das Licht einzuschalten, Stifte und Bleistifte, Bücher und Toiletten. In einigen Schulen in den Ländern des Globalen Südens sind diese Ressourcen aber einfach nicht vorhanden. Eine UNESCO-Studie aus dem Jahr 2014 zeigte, dass nur 3,5 Prozent aller Schülerschaften der 6. Klasse über ein eigenes Lesebuch verfügten, und im Tschad gab es nur in einer von vier Schulen eine Toilette. Diese Bedingungen erschweren das Lernen. Stellen Sie sich vor, Sie müssen lesen lernen, und sich dabei ein Buch mit Dutzenden von Mitschülern teilen. Oder sie sollen schreiben lernen, wenn Sie keinen Schreibtisch haben. Deshalb helfen Kinderpatenschaften dabei, Lesematerial, Toiletten und Wasserhähne sowie andere Ressourcen wie Computer und Tablets in Schulen bereitzustellen – dort, wo sie benötigt werden.

8. Aussergewöhnliche Krisen, die den Schulbetrieb stören, sind alltäglich 

Weltweit hat Covid-19 uns allen gezeigt, wie eine Krise den Alltag auf den Kopf stellen kann. In vielen Ländern des Globalen Südens kommt es regelmässig zu Unterbrechungen durch Katastrophen, weil die diese Länder sehr anfällig für Katastrophen sind. Einerseits, weil viele Länder in Afrika, Lateinamerika und Asien geografisch anfällig für Ereignisse wie Wirbelstürme, Überschwemmungen, Tsunamis und Vulkanausbrüche sind. Andererseits, weil sie oft nicht über Infrastruktur, Systeme und Ressourcen verfügen, die für deren Bewältigung erforderlich sind. Gleichzeitig sind die Länder des Globalen Südens unverhältnismässig stark von Konflikten betroffen. Die Weltbank schätzt, dass bis zum Jahr 2030 bis zu zwei Drittel der weltweit extrem Armen in Konfliktgebieten leben könnten. Bei Kindern in von Konflikten betroffenen Ländern ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Grundschule abschliessen, um 30 Prozent geringer und die Wahrscheinlichkeit, dass sie die erste Sekundarstufe abschliessen, um die Hälfte geringer. Für Kinder ist die Unterbrechung ihrer Ausbildung eine der vielen Auswirkungen von Naturkatastrophen, Konflikten und anderen Krisen. Dies kann verheerende lebenslange Folgen für Kinder und ihre Gemeinschaften haben, da ihr Lern- und Alphabetisierungsniveau sinkt. Kinderpatenschaften helfen dort, wo es am schwierigsten ist, ein Kind zu sein. Sie unterstützen die Gemeinschaften, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Katastrophen zu stärken und der Bildung der Kinder während der oft langwierigen Wiederaufbauphase Vorrang einzuräumen. Wir tragen auch dazu bei, Kinder vor Schaden zu bewahren, indem wir ein geschultes Netzwerk von Gemeindemitgliedern um sie herum aufbauen. Und wir unterstützen sie dabei, weiterzulernen, um eine bessere Zukunft aufzubauen – egal, was auf sie zukommt.

9. Eine Periode kann ein grosses Problem sein

Mindestens 500 Millionen Frauen und Mädchen verfügen nicht über die Ressourcen, die sie brauchen, um ihre monatliche Periode hygienisch und in Würde zu bewältigen. Wichtige Dinge wie eine Toilette, Wasser und Hygieneartikel fehlen. Deshalb bleiben sie oft zu Hause oder gehen gar nicht zur Schule. Das ist ein wichtiger Schwerpunkt für uns, denn das Versäumen der Schule kann verheerende Auswirkungen auf das Lernen und die Lese- und Schreibfähigkeit der Mädchen haben. Kinderpatenschaften helfen Mädchen in der Schule zu bleiben, indem wir abschliessbare Toiletten und Wasserhähne in Schulen installieren und Schulkinder über den Umgang mit Menstruationshygiene unterrichten. Ausserdem arbeiten wir mit Lehrpersonen und Schulen zusammen, um Wahrnehmungen und soziale Normen zu ändern und so ein günstiges Umfeld für Mädchen zu schaffen, in dem sie lernen können.

10. Es ist schwer zu lernen, wenn man sich nicht wohlfühlt

Die Experten sind sich einig, dass Kinder, die gesund und gut ernährt sind, besser lernen können als solche, bei denen dies nicht der Fall ist. Auf der anderen Seite schneiden Kinder, deren Wachstum durch Unterernährung gehemmt wurde, in Mathe-Tests um sieben Prozent schlechter ab und können im Alter von acht Jahren mit 19-prozentiger geringerer Wahrscheinlichkeit lesen. Die Folgen von Unterernährung und Zurückgebliebenheit sind ein um 20 Prozent geringeres Einkommen als Erwachsener und landesweit ein um 11 Prozent geringeres Wirtschaftsvolumen. Ebenso verpassen Kinder, die oft krank sind, mehr Schultage, und die Auswirkungen auf ihr Lernen und ihre Zukunftschancen können ein Leben lang anhalten. Kinderpatenschaften tragen dazu bei, dass Kinder gesund und lernfähig sind. Dank Kinderpatenschaften werden Familien bei der Ernährung und der Landwirtschaft unterstützt und Kinder und Betreuer über Ernährung, Gesundheit und Hygiene aufgeklärt. Wir bilden Gesundheitshelfer und Freiwillige aus und schaffen eine saubere Wasserinfrastruktur mit Pumpen, Wasserhähnen und Tanks. So werden durch Wasser übertragene Krankheiten verhindert. Wenn diese Grundlagen vorhanden sind, kann dies einen entscheidenden Einfluss darauf haben, wie gut Kinder lernen können und wie sich das Gelernte schliesslich in ein Leben ohne Armut umsetzen lässt.

Durch eine Kinderpatenschaft erhalten die Kinder in schwierigen Bildungsituationen die zusätzliche Unterstützung, die sie brauchen, um sich eine Zukunft aufzubauen: Schultag für Schultag, Buchstabe für Buchstabe. Schliessen Sie jetzt eine Patenschaft ab!

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article-45390 Wed, 25 Aug 2021 12:00:00 +0200 47.4026392 8.616362200000026 Wie begrüsst man sich auf der Welt? https://www.worldvision.ch/de/aktuelles/newsroom/news/wie-begruesst-man-sich-auf-der-welt/ Früher war es für uns völlig normal, unsere Freunde und Bekannten mit einer Umarmung oder einem beherzten Handschlag zu begrüssen. Doch dann kam die Pandemie und wir mussten unter dem Gebot der sozialen Distanz kreativ werden. Doch wie laufen Begrüssungen eigentlich in anderen Ländern ab? Dieser Frage werden wir in unserer Serie «#wieeigentlich» auf den Grund gehen.  

Text: World Vision Schweiz

Begrüssung ohne Berührung

In hinduistisch geprägten Ländern wie Indien oder Nepal ist die Begrüssung durch eine leichte Verbeugung mit gefalteten Händen vor der Brust üblich. Oft verbunden mit dem Wort «Namaste». Bei uns ist diese Art der Begrüssung vor allem als Ritual beim Yoga bekannt. Übersetzt bedeutet Namaste sinngemäss «Ich verbeuge mich vor dir.» So drückt man der anderen Person gegenüber seinen Respekt aus. Diese Form der Begrüssung lässt sich auch in Zeiten sozialer Distanz gut nutzen. Grundsätzlich ist in asiatischen Ländern eine körperliche Form der Begrüssung nicht so üblich wie im Westen. Bekannt sind auch die förmlichen Verbeugungen in Japan. Dabei halten die Männer bei der Verbeugung ihre Hände gerade am Körper, während die Frauen ihre Hände vor dem Körper aufeinanderlegen.

 

Kambodscha: Ein junges Mädchen trägt einen Mundschutz und hält ihre beiden Hände mit den Handflächen aufeinander zur Begrüssung vor dem Körper.
Auch während einer Pandemie eine ungefährliche Begrüssung. Die 7-jährige Darena aus Kambodscha erklärt, wie sie Menschen begrüsst: «Wir legen die Handflächen aneinander, verbeugen uns und sagen "Chum Reap Sour", was "Hallo" bedeutet.» 

 

Der Wangenkuss 
 

Der Wangenkuss ist in Europa vor allem aus Frankreich bekannt. Dort gehört er zu nahezu jeder Begrüssung dazu und variiert je nach Region zwischen einem und bis zu fünf Küsschen auf die Wangen des Gegenüber. In der Schweiz sind es bekannterweise drei Küsse. Auch im spanischsprachigen Raum bspw. in Südamerika ist der Wangenkuss ein übliches Begrüssungsritual. Meist beschränkt sich dieser Gruss dort auf Frauen und gute Bekannte. Männer begrüssen sich in Südamerika vorzugsweise mit Handschlag.

 

Mongolei: Ein kleines Mädchen sitzt auf dem Schoss einer älteren Frau und gibt ihr einen Kuss auf die Wange.
Wie bei der 7-jährigen Khongorzul und ihrer Grossmutter ist ein Küsschen auf die Wange ein universelles Zeichen für Zuneigung. In vielen Ländern dient der Wangenkuss auch als Begrüssung.
 

Begrüssung mit der Nase

Auch die Nase spielt bei der Begrüssung in anderen Kulturen eine grosse Rolle. Bei den Inuit nennt sich der Nasenstupser «Kunik». Hier geht es auch darum, den anderen bei der Begrüssung riechen zu können. Bei den Maori in Neuseeland kommt die Nase ebenfalls bei der Begrüssung zum Einsatz. Stirn und Nase werden dabei sanft aneinandergedrückt. Diese Begrüssung wird «Hongi» genannt und bezeichnet den gemeinsamen Austausch des Atems. Sogar in den Golfstaaten dient die Nase zur Begrüssung. Dabei wird ergänzend zum Handschlag die Nase des Gegenüber berührt.

 

Demokratische Republik Kongo: Zwei Mädchen in Schuluniform geben sich einen Handschlag mit dem Handrücken.
Lisa und Mercy demonstrieren, wie der Ausbruch der Ebola-Epidemie die Begrüssung per Handschlag in einen Klaps auf die Handfläche verwandelt hat.

 

Der Handschlag

Die bei uns wohl üblichste Form der Begrüssung ist der Handschlag. Sowohl unter Freunden als auch im förmlichen Umfeld wird in westlichen Ländern diese Begrüssung häufig genutzt. Aber auch in anderen Ländern ist der Handschlag eine gängige Begrüssungsform. In Afrika beispielsweise wird beim Handschlag häufig die jeweils andere Hand zusätzlich auf die Schulter des Gegenüber gelegt. Ursprünglich galt der Handschlag als Beweis, dass man keine Waffen in der Hand hält. Auch das Winken wird darauf zurückgeführt. 

 

Auch wenn es die letzten Monate nicht leicht gemacht haben, uns gegenseitig auf die uns bekannte Art und Weise zu begrüssen. So verbindet uns doch weltweit bei jeder Begrüssung immer noch eine Sache, ganz egal ob Pandemie oder nicht: ein Lächeln. 

 

 

 

 

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