Weltmädchentag: Viel zu jung zum Heiraten

10. Oktober 2014

250 Millionen Mädchen vor ihrem 15. Lebensjahr geheiratet

Rund 250 Millionen Mädchen der heute weltweit lebenden Frauen haben laut UN vor ihrem 15. Lebensjahr geheiratet.

Rund 250 Millionen Mädchen der heute weltweit lebenden Frauen haben laut UN vor ihrem 15. Lebensjahr geheiratet. Damit endet die Kindheit der Mädchen abrupt und sie werden ihrer Rechte auf Gesundheit und Bildung beraubt. Frühe Schwangerschaften sind für den jungen Körper schädlich und manche Mädchen sterben gar bei der Geburt des Kindes. Die jungen Ehefrauen sind oft physischer, sexueller oder psychischer Gewalt ausgesetzt. Nach der Hochzeit dürfen viele Mädchen die Schule nicht mehr weiter besuchen. Gemeinsam mit 400 Organisationen in der globalen Partnerschaft «Girls Not Brides» (Mädchen, nicht Bräute) setzt sich World Vision für die Rechte dieser Mädchen ein.

Zwangsheirat mit Hilfe von World Vision verhindert
Die Geschichte von Beatriz aus Mosambik bringt Hoffnung: Die 16-jährige junge Frau erstarrt, wenn sie das Wort Zwangsheirat hört – denn vor zwei Jahren war sie selber kurz davor, gegen ihren Willen verheiratet zu werden: Als Vollwaise lebte sie bei ihrer Tante. Diese teilte ihr eines Tages mit, dass Beatriz einen viel älteren, ihr unbekannten Mann heiraten müsse. «Ich war verzweifelt und betete», erinnert sich Beatriz. Doch weil die Heirat die finanziellen Probleme der Tante lindern würde, war diese nicht umzustimmen. Zum Glück war Beatriz schon seit zwei Jahren Mitglied im Jugendclub von World Vision und hatte dort gelernt, was ihre Rechte sind und wie man für diese kämpfen kann. Urplötzlich war sie selber, wie tausende andere Mädchen in Mosambik, in der Opferrolle gefangen.

Aufwachen aus dem Albtraum
Nachdem Beatriz im Jugendclub von ihrem Dilemma erzählt hatte, alarmierten ihre Freunde gemeinsam mit World Vision die Polizei. Beatriz‘ Tante und der Mann gaben unter Androhung einer Gerichtsverhandlung die Hochzeitspläne auf. «Ich war so erleichtert – als wäre ich aus dem schlimmsten Albtraum aufgewacht!» Anstatt als Ehefrau zu Hause arbeiten zu müssen, kann Beatriz nun ihre Ausbildung zur Lehrerin weiterverfolgen.

World Vision Schweiz setzt sich als Botschafterin für Kinderrechte für Mädchen wie Beatriz ein, um ihnen eine sichere und geschützte Zukunft voller Perspektiven zu ermöglichen.

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