Welternährungstag: Nachhaltige Massnahmen gegen Hunger

16. Oktober 2014

Foune aus Mali zeigt eine Papaya

Die 10-jährige Foune zeigt stolz eine Papaya aus dem Gemeinschaftsgarten der Frauengruppe in Mali.

Am heutigen Welternährungstag stellt World Vision den Report «Telling Our Stories: Leveraging food assistance for a hunger-free world» (Mit Nahrungsmittel-Hilfe einer hungerfreien Welt zum Durchbruch verhelfen) bei der EU in Brüssel sowie an einer UN-Veranstaltung in Genf vor. Darin zeigt das Kinderhilfswerk, wie Betroffene Mangelernährung nach und nach selbst überwinden können: Während einer Nahrungsmittelknappheit erhalten die Menschen in den Entwicklungsprojekten zwar Lebensmittel oder Bargeld für ihren akuten Bedarf. Gleichzeitig arbeiten sie aber in nachhaltigen Projekten, die der gesamten Dorfgemeinde zugutekommen. Das Ziel: Sie produzieren mehr und nahrhaftere Lebensmittel und lernen, auch für schlechte Zeiten vorzusorgen.

Mali – eines der ärmsten Länder der Welt
Ausbleibender Regen und unfruchtbarer Boden machen beispielsweise Mali zu einem der am wenigsten entwickelten Länder der Welt und lassen die Menschen oftmals hungern. Nur sieben Prozent der 400 000 qm landwirtschaftlich nutzbaren Fläche sind tatsächlich bebaut. Die schlechten Erntejahre 2011 und 2012, die politisch instabile Lage und der Krieg im Norden des Landes haben zu einer grossen Nahrungsmittelknappheit geführt. Rund 700 000 Kinder sind in Mali akut mangelernährt. World Vision Schweiz hat das Ziel, innerhalb von drei Jahren die grosse Nahrungsknappheit im Projektgebiet Neguela im Südwesten des Landes nachhaltig zu reduzieren.

142 Frauen werden in effizientem Gemüseanbau und Bewässerung geschult
Im Fokus dieses Entwicklungsprojekts stehen dabei Frauen, die Gemeinschaftsgärten bewirtschaften. Diese Nutzgärten dienen der Ernährungssicherung und sind eine der wichtigsten Einkommensquellen in der Region. Um diese bestmöglich sowie gewinnbringend zu betreiben, erhalten die Frauen verbessertes Saatgut, Pflanzenschutzmittel, Werkzeuge und 52 mobile, solarbetriebene Bewässerungssysteme. «Dank Ausbildung und Einführung von Tropf-Bewässerungssystemen erhalten die Frauen die Chance, das Familieneinkommen und die Nahrungsmittelproduktion zu steigern», erklärt Martin Suhr, Leiter Internationale Programme bei World Vision Schweiz.

World Vision engagiert sich weltweit für Ernährungssicherung
Die fachkundige Konservierung von Gemüse erlaubt es den Frauen, ihre Produkte auch ausserhalb der Saison auf den Märkten anzubieten. Die allgemeine Nahrungsmittelknappheit in der Region wird so langfristig reduziert. Durch solche nachhaltigen Entwicklungsprojekte wird die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegen kommende Dürrezeiten und Katastrophen gestärkt. World Vision ist weltweit eines der grössten im Bereich Lebensmittelversorgung aktiven Hilfswerke. Spezialisiert auf ländliche Gebiete, erreichte die Organisation 2013 rund 7.5 Millionen Männer, Frauen und Kinder in 33 Ländern mit Massnahmen zur Ernährungssicherung.

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