VIETNAM: PATENSCHAFT ALS CHANCE FÜR’S LEBEN

13. September 2018

Ly wuchs in einem Bergdorf im Norden Vietnams auf, in dem die ethnische Minderheit der Muong lebt. Es war das Jahr 2006, als das kleine Mädchen ins Patenschaftsprogramm «Lang Chanh» von World Vision Schweiz aufgenommen wurde. Ly erinnert sich: «Ich wusste damals nicht, wie man liest oder schreibt. Als der Zeitpunkt kam, meinem Paten Neujahrsgrüsse zuzustellen, musste meine Lehrerin die Karte für mich ausfüllen.» 



Wie viele im Projektgebiet ist auch Lys Familie sehr arm. Ihr Vater, ein Maurer, arbeitete in der Landeshauptstadt Hanoi. Ihre Mutter widmete sich nebst ihren Kindern der Feldarbeit und zog Büffel, Hühner und Enten auf. «Wenn Ly von der Schule nach Hause kommt, hilft sie mir normalerweise mit der Tieraufzucht, kocht, holt Brennholz im Wald oder arbeitet auf dem Feld», erzählt ihre Mutter. 



Als Patenkind konnte Ly an vielen Aktivitäten teilnehmen und profitierte u.a. von Spielzeug im Kindergarten und einer Bibliothek in der Primarschule. In der Sekundarschule wurde sie Mitglied der Kerngruppe des Kinderklubs. Dort lernte sie öffentlich ihre Meinung zu vertreten statt nur passive Zuhörerin zu sein. «Meine glücklichste Zeit war, als ich an einem Kinderforum unserer Provinz teilnehmen durfte. Da hatte ich die Gelegenheit, die Stadt Thanh Hoa zu besuchen und Freundschaften mit anderen Kindern aus der Provinz zu schliessen», erzählt die aufgeweckte 16-Jährige, die heute die 10. Klasse besucht. 



Ly verbringt die ganze Woche in der High-School, da es die einzige in ihrem Distrikt ist und es zu weit wäre, jeden Abend nach Hause zu fahren. Sie ist eine ausserordentlich gute Schülerin und ein aktives Mitglied im Englischklub. «Englisch zu sprechen, wird mir in der Zukunft viele Möglichkeiten eröffnen», sagt sie begeistert. Als junge Erwachsene hat sie auch viele Schulungen und Feste besucht, die vom Kinderhilfswerk zum Thema Kinderrechte organisiert wurden. Dabei lernte sie auch, wie man gegenüber den Erwachsenen Verbesserungsvorschläge zum Schutz der Kinder einbringen kann, zum Beispiel, um die häufigen Verletzungen oder Todesfälle durch Ertrinken zu verhindern. 



«Ich träume davon, eine gute Jugendleiterin zu werden. So kann ich viele Aktivitäten lancieren um arme Jugendliche und Kinder zu unterstützen – vor allem diejenigen, die in abgelegenen Bergdörfern leben,» erzählt die junge Visionärin. Auf die Frage, was die Patenschaft für sie bedeutet, antwortet Ly: «World Vision hat mir und meinen Freunden viel Freude und positive Veränderung gebracht. Ich hatte so die Gelegenheit, bei vielen Aktivitäten mitzumachen und vieles über meine Heimat zu lernen, aber auch über die Schweiz, wo mein lieber Pate wohnt.»

Es gibt noch viele Hoffnungsträgerinnen wie Ly, die nur darauf warten, die Welt in der sie leben, zum Besseren zu verändern. Helfen Sie ihnen dabei und übernehmen Sie noch heute eine Kinderpatenschaft.  
 

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