Tipu: Früher Patenkind, heute Vorbild

6. November 2017

Als 7-Jähriger wurde Tipu Azad als World Vision-Patenkind registriert. Heute ist er 22, studiert Sozialarbeit und büffelte für seinen Master.

In einem Park im Süden Delhis bilden die Kinder einen Kreis und schauen erwartungsvoll auf ihren Teamleiter Tipu Azad. Als der 22-Jährige ein Lied über korrekte Hygienegewohnheiten anstimmt, fallen alle mit ein. Später powern sie sich aus bei Spielen oder feilen beim Bolzen an ihrer Fussballtechnik.

Auf diese Kids-Veranstaltungen, die Tipu als Mitarbeiter einer lokalen NGO regelmässig organisiert, ist er stolz. Denn es hat eine Zeit in seinem Leben gegeben, da hätte sich wohl niemand träumen lassen, dass aus ihm – einem Schule schwänzenden, umherstreunenden Teenager – einmal ein Vorbild werden würde, das Kindern zeigt, wie sie ihr Leben in den Griff bekommen können.

Alle 9 Familienmitglieder bauen sich eine unabhängige Zukunft auf
1995. Tipus Eltern ziehen mit ihren 7 Kindern von Bhojpur im Nordosten des Landes ins 1‘000 km entfernte Delhi, wo sie sich eine vielversprechendere Zukunft erhoffen. Tatsächlich geht es schon bald bergauf, denn in ihrer Nachbarschaft unterstützt World Vision mit wirtschaftlichen Selbsthilfeprogrammen viele Familien.

Der 7-jährige Tipu wird ein World Vision-Patenkind, ebenso sein ältester Bruder Saddham, der heute als Grafikdesigner arbeitet. Ihr Bruder Amir (16) hat heute noch einen Paten. Aber nicht nur den Kindern, auch den Eltern verhilft World Vision zu einer Zukunft: Aufgrund ihrer Erfahrung im Schneidern erhalten Nasima und Mohammad Nähmaschinen, um von ihrem Haus aus ein eigenes Geschäft zu betreiben. Heute stehen die Maschinen in ihrer Schneiderei kaum noch still: «Die gesamte Nachbarschaft ist Kunde bei uns», lacht Nasima.

Der entscheidende Moment
Als Tipu in seiner Pubertät abzudriften droht, trifft er eine alles verändernde Entscheidung und verbringt mehr und mehr Zeit im World Vision-Center. «Dort hat sich meine Lebenseinstellung geändert», sagt er. «Ich habe gelernt, Negatives ins Positive umzuwandeln.»

Die World Vision-Kinderclubs helfen den Geschwistern, ihr Leben eigenständig und verantwortungsvoll zu gestalten. Ein Selbstverteidigungskurs weckt Selbstbewusstsein; in Theateraufführungen lernen sie, sich kreativ auszudrücken; mit den vielfältigen Ressourcen der World Vision-Bibliothek entwickelt sich ihre Lust am Lernen und Lesen.

Die Hoffnung von Tipus Vaters ist die Zukunft vieler Kinder
Tipu beginnt ein Kommunikationsstudium, doch ein World Vision-Mitarbeiter inspiriert ihn, ins Studienfach «Sozialarbeit» zu wechseln, das er mit dem Bachelor abschliesst. Heute arbeitet er an seinem Master.

Aufgrund seiner eigenen Wandlung, die er als Patenkind erlebte, beginnt Tipu 2011 als Freiwilliger bei einer lokalen NGO und wird bald Vollzeitmitarbeiter. «Da gibt es kleine Kinder, die rauchen, trinken, stehlen, nicht zur Schule gehen …», berichtet er – reichlich Gelegenheit für ihn, ihr Leben zu verändern.

«Wir wollen zwei Dinge für unsere Kinder», sagt Mohammad. «Charakter, damit sie höflich und anständig sind und sich gut benehmen, und ein Studium, damit sie etwas Nützliches tun und auf eigenen Beinen stehen können.» Mit der Hilfe von World Vision hat Tipu die Hoffnungen seines Vaters erfüllt – und hilft nun anderen Kindern, ihr Potenzial zu entfalten.

 

 

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