Senegal: Gerüstet für eine gesunde Zukunft

27. Oktober 2017

Mann vor Gesundheitsposten

Der «Gesundheits-Wächter» El Hadji Ngary Ndao stellt sicher, dass die Patienten im Gesundheitscenter von Diam Diam einen reibungslosen Service erhalten.

Gekleidet in eine weisse Robe und mit einem Notizheft unter dem Arm sieht es fast so aus, als ob sich der 60-jährige El Hadji Ngary Ndao auf den Weg zum Freitagsgebet machen würde. Doch weit gefehlt, viel mehr ist er gerade dabei, die Mitarbeitenden des lokalen Gesundheitscenters zu besuchen. Jede Woche schaut er bei ihnen nach, ob alles nach Plan läuft, beispielsweise die Arzttermine von Patienten, oder die vor- und nachgeburtlichen Untersuchungen bei jungen Müttern klappen. 

Ein Vorzeigemodell
Ende 2015 konnte das Kinderhilfswerk World Vision Schweiz das Projekt Malem Hoddar nach 16 Jahren intensiver Entwicklungszusammenarbeit an die lokale Bevölkerung übergeben. Ein riesiger Erfolg auch für El Hadji Ngary, hatte er doch von Anfang an zu jenen Dorfbewohnern aus Diam Diam gehört, die ein aktives Interesse an der Verbesserung der lokalen Gesundheitsversorgung gezeigt und mitangepackt hatten. Heute kann er jeden Fortschritt persönlich bezeugen. Die Einrichtungen werden ohne Fremdeinwirkung systematisch geprüft und überwacht und Mitarbeitende weitergebildet. 

Wenn man El Hadji Ngary fragt, wie es denn vor Projektbeginn um die gesundheitliche Versorgung im Dorf stand, antwortet er lakonisch: «Sehr schlimm! Vor allem für Frauen, die kurz vor der Geburt standen.» Wenn sie noch mobil genug waren, mussten sie sechs Kilometer zu Fuss gehen, um medizinische Versorgung zu erhalten. Seither hat sich viel verändert. In der «Citizen Voice in Action»-Schulungen von World Vision hatte die Bevölkerung von Diam Diam gelernt, ihre Bedürfnisse zu artikulieren und einzufordern. «Wir haben aufgeschrieben, dass uns beispielsweise eine Entbindungsstation, eine Hebamme und Transportmittel fehlen», erzählt El Hadji Ngary. Diese Bestrebungen waren nicht umsonst: Eine Hebamme sowie eine Krankenschwester sind heute fest im Gesundheitscenter angestellt und dürfen sogar bald in ihr eigenes Personalhaus einziehen. Das Gesundheitscenter in Diam Diam funktioniert inzwischen so gut, dass es zum Vorzeigemodell in der Region geworden ist. 

Verantwortungsbewusstsein zahlt sich aus
Mariétou, die Hebamme, berichtet: «Die lokale Bevölkerung in Diam Diam ist sich heute ihrer gesundheitlichen Verantwortung bewusst und handelt auch dementsprechend.» Als Beispiele führt sie die Anzahl vorgeburtlicher Untersuchungen an, die von monatlich zwei Frauen im Jahr 2012 auf deren 50 im Jahr 2016 gestiegen ist. Oder die Verwendung von Verhütungsmitteln, die sich in derselben Periode von jährlich 3  auf 103 Benutzer erhöht hat.

Glücklich erzählt sie weiter: «Es freut uns sehr, dass die Frauen gerne zur vorgeburtlichen Untersuchung kommen. Manche kommen sogar aus den benachbarten Orten in unser Gesundheitscenter.» Das Gesundheitswesen im Projekt Malem Hoddar ist ein grossartiges Beispiel dafür, wie wichtig eine langfristige Projektarbeit in engster Zusammenarbeit mit allen Interessengruppen ist, um die Bevölkerung schlussendlich in die Unabhängigkeit führen zu können. 

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