Ruanda: Schweisser verdoppeln ihren Umsatz

9. Juni 2017

Zwei Schweisserinnen in Ruanda

Charlotte stellt ihrer Arbeitskollegin ihre online-Werbemassnahmen vor.

Es war im Jahr 2015, als sich Augustin Sinayitutse und sechs seiner Kollegen dazu entschlossen, eine Kooperative zu gründen und Schweissarbeiten in ihrem Dorf im Westen Ruandas anzubieten. Aus Metall stellt die KOTUMU-Kooperative Fenster und Türen her, aber wegen des begrenzten Marktes kam das Geschäft anfangs nicht zum Blühen.

Augustin erinnert sich: «Das waren harte Zeiten für unsere Kooperative. Wir hatten so wenige Aufträge, dass wir Wochen ohne Arbeit verbrachten.» Ein Jahr später lancierte World Vision das Start-up-Förderungsprojekt , finanziert durch die Schwedische Agentur für Entwicklungszusammenarbeit SIDA. Zusammen mit anderen Kooperativen in ihrem Distrikt wurden die Mitglieder von KOTUMU im Bereich Informations- und Kommunikations-Technologie (ICT) geschult, damit sie ihre Produkte online besser vermarkten können.

Die 22-jährige Charlotte ist seit einem Jahr Mitglied bei KOTUMU. Die Weiterbildung bei World Vision hat ihr nicht nur Zugang zu neuer Ausrüstung ermöglicht, sondern auch zu neuem Wissen: In der Schulung hat sie gelernt, wie sie sich über das Internet im Bereich Schweisstechnik weiterbilden und die Qualität ihrer Produkte verbessern kann. Ihr wurde auch bewusst, dass ein Firmenauftritt im Internet der Kooperative den Zugang zu einem noch viel grösseren Markt öffnen kann. Darum haben die Mitglieder nach der Weiterbildung beschlossen, ein Facebook-Profil zu erstellen und Bilder ihrer Arbeit und Dienstleistungen zu veröffentlichen. «Wir erhalten so viele online-Aufträge», erzählt Charlotte begeistert. «Als wir die Bilder unserer Arbeit ins Netz gestellt haben, erhielten wir Anrufe und Nachrichten von Leuten in Kigali (Hauptstadt von Ruanda) und sogar aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo. Sie alle wollen unsere Produkte. Wir haben sogar schon Aufträge für den Bau von Hausdächern erhalten.»

Monatliches Einkommen verdoppelt
Dank der verbesserten Auftragslage hat sich der Umsatz der KOTUMU-Kooperative mittlerweile verdoppelt. Sie konnten noch mehr Mitglieder einstellen und sind jetzt im Stande, den vielen Anfragen nachzukommen. Heute beschäftigt KOTUMU 18 Mitglieder und 11 Lehrlinge, die das Schweisser-Handwerk lernen. Charlotte ist überglücklich: «Mein monatliches Einkommen hat sich von 25 auf 50 Franken im Monat verdoppelt. Ich kann jetzt für die Gesundheitskosten meiner Familie aufkommen und die Schulgebühren für meine beiden Geschwister bezahlen. Ich habe sogar genügend Erspartes, um Nutztiere zu kaufen.»

Die Leiter der KOTUMU-Kooperative ruhen sich aber nicht auf ihrem Erfolg aus. Sie planen, ihre Arbeitsabläufe zu optimieren, indem jedes Mitglied ein Smartphone zur rascheren Kommunikation erhält, und wollen ihre Produkte auf weiteren online Plattformen im Land platzieren.

Das World Vision-Projekt-wurde im September 2015 in den Distrikten Rusizi und Nyamasheke im Westen von Ruanda gestartet. Neben Schweissern werden auch andere Berufsgruppen wie Schreiner, Schneider, Schuhmacher und Coiffeur Fachkräfte unterstützt und weitergebildet. Seit Projektbeginn wurden rund 3‘000 Frauen und Jugendliche im Bereich ICT geschult. Damit die Start-up-Unternehmen langfristig bestehen können, fördert World Vision starke Verbindungen zwischen dem Privatsektor, der Regierung und der lokalen Bevölkerung.

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