PATENMÄDCHEN NASIMA: KÄMPFEN FÜR DIE BILDUNG

25. Juni 2018

Junge Frau mit Büchern

Als Kind wehrte sich Nasima erfolgreich dagegen, die Schulbücher gegen einen Ehering tauschen zu müssen. Heute verwirklicht das selbstbewusste ehemalige World Vision-Patenmädchen seine beruflichen Träume.

Schon als kleines Mädchen hat sich Nasima aus Bangladesch zum Ziel gesetzt, ihre Schulbücher nicht gegen einen Ring am Finger zu tauschen. Schon gar nicht nachdem, was ihrer älteren Schwester widerfahren war. Die heute 24-jährige erinnert sich: «Meine Schwester war erst 14 Jahre alt, als mein Vater sie zu einer Heirat und zum Schulabbruch zwang.» Nasima konnte diesem Schicksal entfliehen und ist heute ein Vorbild für viele Mädchen in ihrem Umfeld. Sie lebt in der Hauptstadt Dhaka und bereitet sich darauf vor, ihren lange gehegten Traum wahr zu machen: Sie will eine erstklassige Staatsangestellte werden. 

Ein kleines Wunder in Anbetracht dessen, dass sie eines von nur gerade fünf Mädchen in ihrer Klasse war, die nach der Sekundarschule weiter die Schulbank drückten. Aber sie hatte einen eisernen Willen und einen grossen Traum, dem sie auch gegen den Willen ihrer Eltern verfolgte. «Meine Eltern konnten sich einfach nicht vorstellen, dass ein Mädchen für sich selbst sorgen kann. Ich war für sie eine Art Last, deshalb haben sie versucht mich so schnell wie möglich loszuwerden, indem sie mich verheiraten wollten», erzählt Nasima. 

Dankbar fügt sie an: «World Vision spielte eine grosse Rolle in meinem Leben. Die Patenschaft hat mich ermutigt, an meinen Träumen festzuhalten.» Als Patenkind war sie Teil des Kinder- und Jugendforums und kam mit verschiedenen Projekten zum Thema Kinderrechte, speziell in Bezug auf Mädchenbildung, in Berührung. «Ohne diese Unterstützung wäre es mir nicht möglich gewesen, da zu stehen wo ich heute bin.» 

Überleben dank Ananas und Kuhmilch
Um für sich selbst aufzukommen, arbeitet Nasima nebenbei noch als Lehrerin und verdient so 76 US Dollar pro Monat. Eigentlich zu wenig, um in der schnelllebigen Grossstadt zu überleben. Und doch bleibt manchmal etwas übrig, das sie ihren Eltern nach Beribide weiterschicken kann. «Mein Vater kann nicht arbeiten, weil er eine Knochenkrankheit hat, so liegt die ganze Verantwortung für die Familie bei meiner Mutter,» erklärt die junge Frau. Da bei World Vision nicht nur das Patenkind, sondern auch die ganze Familie von der Entwicklungsarbeit profitiert, erhielt auch Nasimas Mutter Unterstützung. «Sie erhielt eine Kuh, die drei Kälber zur Welt brachte. Neben der kleinen Ananasfarm war der Verkauf von Kuhmilch ihre Haupteinnahmequelle», berichtet das ehemalige Patenmädchen.

Nasima hat kürzlich ihr Studium an der Rajshahi Universität abgeschlossen und motiviert nun auch ihre jüngeren Brüder, gute Schüler zu sein. Einer ihrer grossen Wünsche ist, dass alle Kinder in ihrem Umfeld vor Kinderheirat geschützt sind und Mädchen auf ihrem Bildungsweg unterstützt werden. «Wie es World Vision für mich getan hat, möchte auch ich mich für die Bildung von Mädchen einsetzen. Ich verdanke es World Vision, dass es wieder Hoffnung in mein Leben gibt.» 
Unterstützen Sie die nächste Nasima und verändern Sie Leben mit einer Kinderpatenschaft
 

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