Niger: Gemeinsam Kindersterblichkeit bekämpfen

6. Januar 2015

Biba als Femme-Relais im Niger

Biba gehört zu den freiwilligen Helferinnen «Femmes-Relais», die von Haus zu Haus gehen und von jedem Kind Details wie Name, Alter, Gewicht und Krankheitssymptome notieren.

Laut Zahlen der Weltbank starben im Jahr 2013 im ganzen Land über 10 Prozent der Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Zum Vergleich: Die Schweiz weist eine Sterblichkeitsrate von 4 Kindern pro 1000 aus. In den rund 20 Entwicklungsprojekten von World Vision, wo rund 45 000 Kinder und ihre Familien unterstützt werden, wurden jedoch 2013 über mehrere Monate hinweg überhaupt keine Todesfälle gemeldet. Diese Ausnahme soll künftig zur Norm in den Entwicklungsprojekten von World Vision im Niger werden.

Vermeidbare Ursachen
Viele Kinder sterben im westafrikanischen Land an vermeidbaren Ursachen, weil sie nicht rechtzeitig die nötige medizinische Versorgung erhalten. Bildung ist ein entscheidender Faktor, um die Situation zu verbessern. World Vision sensibilisiert Mütter darin, wie wichtig es ist, ein krankes Kind so schnell wie möglich in ein Spital oder ein Gesundheitszentrum zu bringen. Auch werden die Frauen ermuntert, Moskitonetze zu nutzen oder ihre Kinder impfen zu lassen.

Verbesserte hygienische Bedingungen, Zugang zu Trinkwasser und eine ausgewogene Ernährung haben zusätzlich grossen Einfluss auf den Rückgang der Sterblichkeitsrate. World Vision setzt sich deshalb dafür ein, dass eine mögliche Mangelernährung bei Kindern, Müttern und Schwangeren möglichst früh erkannt und entsprechend behandelt wird. Ausserdem werden Hygieneschulungen für Familien und Schulen durchgeführt.

Wichtige Arbeit von den «Femmes-Relais»
Einen wesentlichen Beitrag leisten zudem die so genannten «Femme-Relais». Diese Frauen arbeiten in ihren Dörfern als freiwillige Helferinnen mit World Vision zusammen. Sie gehen von Tür zu Tür, erfassen Daten der Kinder, erkundigen sich über deren Gesundheitszustand und geben wertvolle Tipps an die Eltern. Die Frauen werden von World Vision ausgebildet und können deshalb auch Medikamente verteilen. Mit der Zeit entsteht ein Vertrauensverhältnis zwischen den «Femmes-Relais» und den Dorfbewohnern. Dies macht es möglich, Verhaltensänderungen erfolgreich in der Bevölkerung zu verankern. Auch den freiwilligen Helferinnen macht die Arbeit Spass. «Ich kann durch meinen Einsatz den Kindern und Familien helfen, gesünder zu leben – das macht mir grosse Freude», sagt Biba.

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