Nepal: Vom Mauerblümchen zur Vollblut-Geschäftsfrau

5. Dezember 2017

Frau in einem Gemüsefeld in Nepal.

Vorbei sind die Zeiten, als Parvati wegen ihrer kühnen Geschäftspläne von ihrem Mann belächelt wurde. Heute ist sie die Hauptverdienerin der Familie und freut sich über die Wertschätzung im Umfeld.

Parvati ist eine der Teilnehmerinnen, die in den World Vision-Kursen im Projekt «Preparing Poor Producer for Market» gelernt hat, wie man mit Saatgut, Dünger und Pflanzen umgeht. Aber das ist noch nicht alles: Sie hat dort auch erfahren, wie ein Markt funktioniert und wie sie über ihre Produktion und ihr Einkommen Buch führen kann. In kürzester Zeit konnte Parvati ihr neu erlerntes Wissen erfolgreich umsetzen.

Umgesetztes Wissen eröffnet neue Perspektiven
In der Marktschulung hatte sie gelernt, zusammen mit einem World Vision-Mitarbeitenden auf ihre Mitbewerber, Einkäufer und Standbetreiber zuzugehen, um gewisse Abläufe zu diskutieren. Zu Beginn brachte sie ihr Gemüse noch mit dem Anhänger oder dem Velo auf den Markt. Heute ist ihr Verhältnis zu den Käufern so unbekümmert, dass diese ihre Ware bei ihr abholen. «Die Nachfrage stieg stetig, sodass ich inzwischen 12 Händler pro Jahr beliefern kann. Ich bin eine echte Geschäftsfrau und es begeistert mich, dass ich wertgeschätzt werde», erzählt Parvati selbstbewusst und mit leuchtenden Augen.

Erst belächelt, nun bedeutsam
Was jedoch mehr Zeit brauchte, als das Geschäft anzukurbeln, war die Zustimmung ihrer Familie für ihre Arbeit. Vor allem ihr  Mann argwöhnte, dass das Vorhaben reine Zeitverschwendung sei. Erst nachdem Parvati letztes Jahr rund 2‘900 Franken zusammengespart hatte, konnte sie ihre Familie etwas umstimmen. «Mein Mann hat angefangen, mich bei meinen Marktverhandlungen zu unterstützen und ermutigte mich sogar, mit der guten Arbeit weiterzumachen. Ich könnte nicht glücklicher sein!», berichtet sie. Die selbstständige Gemüsehändlerin verdient sogar schon mehr als ihr Mann, der als Angestellter in einer Eisenwarenhandlung arbeitet. «Nun ist es einfacher für die Familienauslagen aufzukommen», sagt Parvati.

Vorbildfunktion
In dem kleinen Dorf in dem sie wohnt, bleibt nichts unbemerkt – schon gar nicht ein solch rasanter Erfolg. Beeindruckt von Parvatis Fortschritten in den letzten zwei Jahren, fühlten sich vor allem viele Frauen  motiviert, dem Beispiel zu folgen. «Fünf Leute haben mit Landwirtschaft begonnen, nachdem sie meinen Erfolg miterlebt haben. Immer wieder kommen sie zu mir um mich nach Tipps zu fragen», berichtet Parvati stolz. Sie hat keine Zweifel, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Und sie freut sich, ihr Ackerland in Zukunft auf das Doppelte zu vergrössern.
Mit den langfristigen Entwicklungsprojekten in Nepal  unterstützt World Vision gemeinsam mit Kinderpaten und Spendern Frauen wie Parvati, damit sie Teil ihrer lokalen Marktwirtschaft werden und so besser für ihre Familie sorgen können.
 

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