«MEDIZINISCHES MATERIAL IST ABSOLUTE MANGELWARE»

29. Oktober 2018

Klinik in Fumugwe

«WARTEZIMMER» VOR DER KLINIK IN FUMUGWE: STADTSPITAL TRIEMLI-CHEFARZT CHRISTOPH HOFER VERSUCHT DEN KLEINEN PATIENTEN VOR DER UNTERSUCHUNG EIN WENIG AUFZUHEITERN.

Im Oktober hatte ich die Gelegenheit, eine Delegation von World Vision Schweiz bei einer Monitoring-Reise nach Simbabwe zu begleiten. Ziel war, die von Schweizer Spendern finanzierten Projekte zu besuchen und mir selbst ein Bild vor Ort zu machen.

FACHGESPRÄCHE: CHRISTOPH HOFER (LINKS) MIT KRANKENSCHWESTER ODREY PONDWA UND DEM DISTRIKTARZT DR. MATHEW MTHUNZI.

Simbabwe ist eines der ärmsten afrikanischen Länder; Hunger, Armut und Arbeitslosigkeit sind insbesondere in den ländlichen, kaum erschlossenen Gebieten weit verbreitet. Seit der Unabhängigkeit vor über 30 Jahren wurde das einst blühende, aufstrebende Land durch Miss- und Vetternwirtschaft einer korrupten, inkompetenten Regierung zu einem Armenhaus Afrikas. Zudem hat Zimbabwe unter der verheerenden AIDS-Epidemie in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts stark gelitten.

Gesundheitsvorsorge im Fokus
Unsere Reise führte uns in den Westen des Landes, wo World Vision Schweiz südlich von Bulawayo vier Projekte finanziell unterstützt, um die Gesundheitsversorgung der lokalen Bevölkerung zu fördern. Bei allen vier Projekten entstehen Kliniken.



EINE GESUNDHEITSSTATION FÜR SICHERE GEBURTEN: DAS JÜNGSTE IN DER KLINIK IN FUMUGWE GEBORENE KIND MIT IHRER GERADE EINMAL 14 JAHRE ALTEN MUTTER.

Zwei Stunden Fussweg zur nächsten Klinik
Der Begriff «Klinik» ist für uns in Europa missverständlich, denn es handelt sich eher um medizinische Stationen, die einen gewissen hygienischen Standard ermöglichen und die zu Fuss in nützlicher Frist erreichbar sind. Hier heisst das, die nächste Gesundheitsstation sollte nicht weiter als zwei Stunden Fussweg entfernt sein. Man kann sich vorstellen, dass für schwangere Frauen auch dieser Weg noch eine Herausforderung ist – in anderen Bezirken liegen die Stationen noch bis zu 26km entfernt! Die Kliniken werden übrigens von der lokalen Bevölkerung in Eigenbau errichtet. Nur das dazu notwendige Material wird durch Spenden aus der Schweiz finanziert.

CHRISTOPH HOFER (MITTE) TAUSCHT SICH VOR DER KLINIK IN FUMUGWE MIT MITGLIEDERN DES GESUNDHEITSKOMITEES AUS.

Beim Bau der Kliniken helfen alle zusammen
Die vier Projekte sind in einem unterschiedlichen Stadium: In Silozwi müht sich das Baukomitee und die vielen Freiwilligen seit längerem um die Fertigstellung der Gebäude, während in Fumugwe die Klinik bereits in Betrieb ist. In Ndabankulu schreiten die Bauarbeiten zügig voran, in Ratanyana hingegen bereitet bereits die Zuteilung eines geeigneten Baugrunds Schwierigkeiten.


IN SILOZWI GEHT ES MIT DEM BAU ZÜGIG VORAN. DIE BAUARBEITEN WERDEN VON DER LOKALEN BEVÖLKERUNG IN HANDARBEIT GELEISTET.

Diese Besichtigungen haben bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen. Spenden ermöglichen es, dass eine minimale Infrastruktur mit Wasserleitung und Gebäuden ohne Elektrizität entsteht. Die Bevölkerung erkennt die Möglichkeit, in Eigeninitiative etwas aufzubauen und ist mit grossem Eifer und einer unvorstellbaren, berührenden Begeisterung dabei, die Sache in die Hand zu nehmen.


DIE WASSERVERSORGUNG IN NDABANKULU NUTZT SOLAR-TECHNIK. NEBEN DER KLINIK WIRD AUCH DIE SCHULE SO MIT WASSER VERSORGT.

Hoffnung für die Zukunft
Mit Sicherheit kann man diese Projekte als nachhaltig bezeichnen. Obschon vieles bereits erreicht werden konnte, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch in diesen Kliniken nur eine minimalste medizinische Versorgung möglich ist. Medizinisches Material ist absolute Mangelware und wir alle können dazu beitragen, dass diese Projekte erfolgreich weiterentwickelt werden können. Die herzlichen Menschen in diesen Gebieten, die in unfassbarer Armut leben, haben es auch verdient, mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft zu blicken.

Bauen auch Sie an der Zukunft der Menschen mit und werden Sie Teil des Matobo-Kezi Entwicklungsprojekts in Simbabwe.

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