MAURETANIEN: IMAME GEGEN FGM

31. Oktober 2019

MEHR ALS SCHMUCK: DIESER GLASPERLENANHÄNGER FORDERT DIE GESELLSCHAFT AUF, DIE SCHÄDLICHE TRADITION VON FGM ZU BEENDEN.

Text: Tamara Fritzsche, World Vision Schweiz

Mlih ist Imam in unserem Projektgebiet Sebkha in Mauretaniens Hauptstadt Nouakchott – und Botschafter gegen «Female Genital Mutilation» (Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen, kurz FGM). Durch die Sensibilisierungsarbeit von World Vision hat er von den Gefahren von FGM erfahren. Grossmütter, Väter, Grossfamilien und Gemeindeleiter zwingen Mädchen und junge Frauen dazu, beschnitten zu werden, damit sie in ihrer Gesellschaft als «sauber» und «ehebereit» gelten. Wer nicht beschnitten ist, gilt als unrein und wird von der Gesellschaft verstossen.

Gehör verschaffen

Imame gelten als religiös-politische Oberhaupte der islamischen Gemeinschaft. Als Imam geniesst Mlih grosses Ansehen in der streng muslimischen Gesellschaft Mauretaniens, wo sich fast 100 Prozent der Bevölkerung zu den sunnitischen Muslimen zählen. Auf ihn hören die Leute. Seine Stellung hat eine besonders wichtige Rolle im Kampf gegen FGM: Spricht er sich als Imam gegen FGM aus, rüttelt er an Jahrhunderte alten Traditionen – und findet Gehör.  Religiöse Überzeugungen und Prinzipien haben starke Einflüsse auf das individuelle Verhalten und das gemeinschaftliche Handeln, einschliesslich schädlicher Praktiken wie FGM. «World Vision hat mich über die Gefahren von Frühheirat und FGM aufgeklärt. Ich konnte bereits einige Fälle verhindern», sagt Mlih. In einigen Fällen besucht er Familien, um das Thema aus rechtlicher religiöser und sozialer Sicht zu erläutern und die negativen Effekte aufzuzeigen. Neben seelischen Verletzungen verursacht FGM bei den Mädchen oder jungen Frauen starke Schmerzen, Blutungen und Schwellungen. Langfristig führt die Verstümmelung zu chronischen Beckeninfektionen, Harnwegsinfektionen und Geburtskomplikationen bei Müttern und Kindern. Mlih erklärt den Familien, dass Genitalverstümmelung illegal ist und dass die schädliche Praxis vom Koran nicht gefordert wird.

IHM HÖRT MAN ZU: IMAM MLIH KLÄRT FAMILIEN ÜBER DIE GEFAHREN VON FGM AUF.

Eine grausame Praxis

Die Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen wird häufig unter primitivsten und unhygienischen Bedingungen und ohne Betäubung durchgeführt. FGM bringt aber keine gesundheitlichen Vorteile, ist medizinisch nie notwendig und wird weder von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch von den meisten Regierungen und medizinischen Fachgesellschaften toleriert. Dennoch wird FGM auch heute noch in 30 Ländern in Afrika, im Nahen Osten und in Asien praktiziert. Ägypten, Äthiopien, Nigeria und der Sudan machen etwa 42 Prozent aller Fälle aus. Migranten haben die traditionelle Praxis mit in andere Länder Europas und Amerikas getragen.

Diesen Beitrag teilen:


3 Kommentare Anzeigen und kommentieren

jwwatqne@mailtoyougo.xyz

jwwatqne@mailtoyougo.xyz
28.February 2021

genericviagragog.com generic viagra reviews


shonunk

shonunk
09.June 2020

Levitra Para Mujeres [url=https://cheapcialisir.com/]Cialis[/url] Achat Cialis Cheque buy cialis cheap Keflex Liquid


Janpevy

Janpevy
21.March 2020

Propecia Langzeitfolgen [url=https://apcialisle.com/#]buy cialis online united states[/url] 60 Mgs Dapoxtine With Levitra generic cialis from india Canada Drug Superstore


Kommentar schreiben

Ihr E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Kenya : une jeune fille s’engage contre la Female Genital Mutilation (FGM).

19. April 2021

Ke­nya : de la hon­te de ne pas êt­re cir­con­cis

Faith n’est pas excisée. Ce n’est pas par hasard qu’on se moque d’elle dans sa patrie pour cette raison. Bien que les mutilations d’organes génitaux féminins soient interdites par la loi au Kenya depuis 2011, elles restent pratiquées en tant que tradition respectée. Dans le cadre de programmes de protection des enfants, World Vision aide des enfants à se protéger de ces pratiques néfastes.


Kenia: Ein Mädchen setzt sich gegen Female Genital Mutilation (FGM) ein.

8. April 2021

Ke­nia: von der Scham, nicht be­schnit­ten zu sein

Faith ist nicht beschnitten. Dass sie in ihrer Heimat deshalb ausgelacht wird, ist kein Zufall. Obwohl die weibliche Genitalverstümmelung in Kenia seit 2011 gesetzlich verboten ist, wird sie als geachtete Tradition noch immer praktiziert. Im Rahmen von Kinderschutz-Programmen hilft World Vision Kindern, sich vor dieser schädlichen Praktik zu schützen.


Eine verschleierte Frau mit Gesichtsmaske steht vor einer Wand und hält einen Vortrag.

26. November 2020

Selbst­be­stimmt auf­wach­sen oh­ne Früh­ver­hei­ra­tung

«Ich werde nie die Tränen meiner Klassenkameradin vergessen, als sie in der achten Klasse verheiratet wurde. Sie war erst 13 Jahre alt, und... sie verliess kurz danach die Schule», berichtet Samanah, 20. Seitdem setzt sie sich in ihrem Dorf für die Rechte junger Mädchen und Frauen ein.


Kenia: Eine Frau legt lachend ihre arme um zwei Mädchen, die ebenfalls lachen.

11. Oktober 2020

Von der Be­schnei­de­rin zur Le­bens­ret­te­rin

In Kenia sind Beschneidungen von Mädchen Teil einer schrecklichen Tradition. Corona verschärft die Situation. Eine ehemalige Beschneiderin setzt sich heute für die Rechte der Kinder ein und will Frauen über das Unrecht aufklären.

WIR SIND FÜR SIE DA:

Kinderhilfswerk
World Vision Schweiz
Kriesbachstrasse 30
8600 Dübendorf

info@worldvision.ch
T +41 44 510 15 15

Kinderschutz

World Vision ist die Sicherheit und Privatsphäre der Kinder in unseren Patenschafts-Programmen ein grosses Anliegen. [ ]

Wenn Sie Grund zur Annahme haben, dass eines dieser Kinder gefährdet ist, geben Sie uns bitte umgehend Bescheid: Rufen Sie uns an unter +41 44 510 15 93 oder schicken Sie uns ein E-Mail an protection@worldvision.ch.

Newsletter abonnieren

instagram

 

 

ALLGEMEINE SPENDEN    Postkonto: 80-142-0  |  Bank: IBAN CH98 0900 0000 8000 0142 0

World Vision Schweiz ist eine gemeinnützige und somit steuerbefreite Organisation. CHE-333.958.696

World Vision verwendet Cookies, um Ihr Online-Erlebnis zu verbessern.
Mit der weiteren Nutzung von worldvision.ch akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen