Libanon: Schnee und Eis verschärfen Lage für Flüchtlinge

8. Januar 2016

Auch im Flachland der Schweiz ist nun der erste Schnee gefallen. Während viele ihn hier schon fast herbeigesehnt haben, ist das kalte Nass für die Flüchtlinge im Nahen Osten kein gern gesehener Gast.  Wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen und Schnee in den Flüchtlingscamps fällt, wird die Lage für die syrischen Flüchtlinge noch prekärer, als sie schon ist. Allein im Libanon sind zurzeit rund 195 000 Familien auf humanitäre Hilfe angewiesen. Es fehlt an wetterfesten Unterkünften, Lebensmitteln, warmer Kleidung, Schuhen, Heizöfen und Decken. Die meisten leben in behelfsmässigen Unterkünften – in Rohbauten, Garagen oder sogar Zelten. Kalt wird es überall. Aber die Zelte bergen noch eine zusätzliche Gefahr in dieser Jahreszeit: Sie drohen durch den Schnee einzustürzen. Darum bleiben viele Familien die ganze Nacht über wach und schaufeln den Schnee vom Zeltdach. So muss es zum Beispiel der 11-jährige Ibrahim machen. Er lebt schon seit zwei Jahren in der Beeka-Ebene. «Wenn es schneit, habe ich kalt und muss zudem die ganze Nacht aufbleiben, um den Schnee vom Zelt herunterzuschaufeln.» Eine andere Möglichkeit ist, den Ofen die ganze Nacht über brennen zu lassen, damit der Schnee schmilzt. Doch nicht jeder hat einen Ofen – und das Geld für die Heizkosten ist knapp. Einige Kinder, wie zum Beispiel die zweijährige Mona, haben keine Winterschuhe.

Die Winterhilfe von World Vision erreicht tausende notleidende Familien in Syrien, im Libanon, in Jordanien und im Irak. Unter anderem wurden im Libanon über 8 000 Decken verteilt. In Zusammenarbeit mit dem Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge der UNO (UNHCR) unterstützt World Vision fast 2000 Familien vier Monate lang mit Winterhilfe in der Höhe von 147 Franken pro Haushalt und Monat.

Im Interview erzählen betroffene Kinder, wie sie die Kälte und den Schnee erleben.

Mehr über die syrischen Flüchtlinge und wie Sie ihnen helfen können.

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