Kinderschutzzonen in Gaza: Hoffnung auf besseres Leben

5. März 2015

Knabe in einer Kinderschutzzone von World Vision im Gazastreifen

Der 12-jährige Mousa verlor seine Liebsten im Krieg. In den Kinderschutzzonen von World Vision fand er wieder Mut und Hoffnung.

Unterernährung, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und mangelhafte medizinische Versorgung sind nur einige der Probleme, mit denen die Kinder im Gazastreifen jeden Tag zu kämpfen haben. Der jüngste Konflikt im letzten Sommer hat die Nöte der Menschen auf eine noch nie dagewesene Ebene katapultiert. Tausende Kinder verloren ihre Verwandten und ihr Zuhause. Viele erlitten schwere Verletzungen, Hunderttausende sind traumatisiert. Spezialisten und Volontäre von World Vision bemühen sich täglich um die dringend benötigte psychologische Unterstützung und darum, ein bisschen «Normalität» in die Leben von diesen Kindern zu bringen.

Ablenkung in Kinderschutzzonen
Doch was bedeutet «Normalität» inmitten zerbombter Häuser? Natürlich müssen die elementarsten Bedürfnisse wie Lebensmittel und Hygieneartikel abgedeckt werden. Diese lieferte World Vision den Bewohnern während einer ersten, unmittelbaren Not- und Katastrophenhilfe. Aber die Menschen brauchen vor allem Ablenkung, gerade die Kleinen. In Kinderschutzzonen veranstaltet World Vision Aktivitäten, mit der Absicht, die Leiden der Kinder etwas zu lindern. Diese Aktivitäten beinhalten zum Beispiel Clown- und Theatervorstellungen, Malunterricht und Tanzkurse. Zudem lernen die Kinder in speziellen Beratungen, wie sie ihre Gefühle ausdrücken und teilen können. «Wir haben alles verloren, die ganze Nachbarschaft war zerstört. Meine Cousins und meine Freunde sind tot und nun war ich plötzlich auf mich allein gestellt», erzählt der 12-jährige Mousa. «Irgendwann nach dem Krieg habe ich jedoch beschlossen, mein Leben fortzuführen.» Mousa besucht nun eine Kinderschutzzone von World Vision.

Hoffnung auf ein besseres Leben
Diese Entschlossenheit und der Eifer dieser Kinder, ein neues Leben zu beginnen, sind inspirierend und motivierend. Die meisten von ihnen haben entsetzliche Erinnerungen an den Krieg und fast alle haben etwas verloren, das sie liebten. «Als ich zurückging, fand ich mein Bett nicht. Sogar die Wand, auf die ich meinen Namen geschrieben und ein Foto von mir aufgehängt hatte, war verschwunden», erinnert sich Samah (12) an den Moment, als sie und ihre Familie ihr altes Zuhause wieder aufsuchten. «Ich habe meine Puppe gefunden, ihre Kleider aber nicht. Ich hoffe, dass ich dieses Jahr wieder ein Zuhause und meine Spielsachen haben werde.»

Es ist diese Hoffnung, welche die Kinder aufrechterhält. Die Hoffnung, dass die Zukunft besser wird; dass es morgen besser sein wird als heute. Die Unterstützung und die Aktivitäten bewirken einen grossen Unterschied im Leben der Kinder. Die kurzen Momente, während derer in den Kinderschutzzonen gelacht und rumgealbert wird, erinnern Samah an eine Zeit vor dem Krieg und lässt sie realisieren, dass das Leben mehr zu bieten hat als die überfüllten Klassenzimmer der Schulen, welche das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) führt. Und Mousa hat ein Ziel: «Ich liebe es, den Folkloretanz Dabke zu tanzen. Ich will der beste Dabke-Tänzer werden!»

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