Kinder lernen, ihre Stimme zu erheben

11. November 2022

Uganda: jugendliche Mitglieder eines Medienclubs von World Vision stehen auf der Strasse und rufen laut.

Diese Mädchen und Jungs lernen im Medienclub von World Vision Uganda, ihre Stimme zu erheben. Hier einmal ganz wörtlich gemeint.

Text: Aimée Pearce und Elissa Webster, World Vision

Was passiert, wenn Kinder gesehen werden und sich Gehör verschaffen? Grosses! Für sie selbst, aber auch für diejenigen, die ihnen zuhören. Der Beweis dafür ist allgegenwärtig: Denken Sie an Greta Thunberg, Malala Yousafzai, Boyan Slat und William Kamkwamba. Wenn Kinder befähigt werden, sich in ihren Gemeinschaften zu Wort zu melden, stärkt das ihre Selbstständigkeit und schafft langfristige Veränderungen.

Deshalb unterstützen World Vision-Kinderpatinnen und -paten jeden Tag in Communitys auf der ganzen Welt Kinder dabei, ihre Stimme zu finden und ihnen Gehör zu verschaffen. Lernen Sie 5 Kinder kennen, die gelernt haben, wie wichtig es ist, ihre Stimme zu nutzen.

 

 Uganda: Ein Junge spricht vor seiner Schulklasse

Justice, 15, Uganda: «Wir nutzen ein Kinderparlament, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, die Kinder emotional, körperlich und geistig betreffen.»

Der 15-jährige Justice möchte eines Tages Anwalt werden, aber er kämpft schon jetzt für Gerechtigkeit als leidenschaftliches Mitglied eines Kinderparlaments, das im Rahmen des World Vision-Kinderpatenschaftsprogramms organisiert wurde, um die Stimme der Kinder bei Entscheidungen, die sie betreffen, zu stärken. Das Kinderparlament hat sich bereits erfolgreich dafür eingesetzt, dass Gesetze zum Schutz von Kindern vor Ausbeutung und Schäden in mobilen Diskotheken erlassen werden und dass das nationale Parlament im vergangenen Jahr ein Gesetz zur Verhinderung und zum Verbot von Menschenopfern verabschiedet hat. Jetzt hat Justice die Verhinderung von Teenagerschwangerschaften im Visier, die in den zwei Jahren, in denen die Schulen in Uganda geschlossen waren, sprunghaft angestiegen sind.

«Kinder sollten in der Schule sein und lernen, nicht schwanger werden», sagt er. «Ich möchte auch dazu beitragen, die Gewalt gegen Kinder zu beenden.»

 

Kambodscha: Ein Mädchen steht vor einer Gruppe Kinder
Phally, 18, Kambodscha: «Wir sind alle gleich geboren, also sollten wir auch die gleichen Rechte haben. Ich habe gelernt, welche Rechte ich habe und wie ich mich schützen kann. Ich möchte eine Jugendclub-Leiterin werden, damit andere Kinder über ihre Rechte Bescheid wissen, und ich möchte, dass sie meine Geschichte kennen, um ihnen zu zeigen, dass sie alles mögliche erreichen können.»

Die 18-jährige Phally wuchs unter dem Schatten von Diskriminierung und Scham auf. Hinzu kamen weitere Probleme, die sie zu bewältigen hatte: Sie lebte in extremer Armut und litt unter komplexen gesundheitlichen Problemen. Doch mit der Unterstützung von World Vision  lernte sie, sich und andere vor Gewalt, Missbrauch und Schaden zu schützen, und erwarb weitere Lebenskompetenzen wie Selbstvertrauen und öffentliches Auftreten. Jetzt ist sie Leiterin eines Jugendclubs und bringt anderen Kindern und Erwachsenen bei, wie sie sich ebenfalls schützen können. Sie möchte, dass sich jedes Kind in ihrer Gemeinde so selbstbewusst und selbstbestimmt fühlt wie sie, und sie ist entschlossen, ihre Stimme zu erheben, bis dies der Fall ist.

«Wenn ich mit der Schule fertig bin, möchte ich sehen, wie andere Kinder die nächste Generation von jungen Leitern werden», sagt sie.

 

Albanien: Ein Mädchen steht vor einem Büchergestell

Savina, 17, Albanien: «Frauen und Mädchen müssen gehört und in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Wir sind nur auf dem Papier gleichberechtigt, nicht im täglichen Leben. Wir wollen das Bewusstsein für die Gleichstellung der Geschlechter schärfen und Frauen dazu bringen, ihr Potenzial zu entdecken und keine Angst zu haben.»

Die 17-jährige Savina hielt sich für eine schüchterne, introvertierte Person, bevor sie sich einer World Vision Youth IMPACT-Gruppe in ihrem Wohnort anschloss. In der Jugendgruppe erlernte sie neue Kommunikationsfähigkeiten, gewann an Selbstvertrauen und ist zu einer starken Stimme in ihrer Gemeinde geworden. Savina und ihre Gruppe arbeiten hart daran, sich in ihrer Schule für die Gleichstellung der Geschlechter und andere Integrationsfragen einzusetzen. Sie haben eine Initiative für die Rechte von Kindern ins Leben gerufen und arbeiten derzeit an einer Kampagne zur Internetsicherheit.

«Ich ermutige meine Mitschüler, sich zu engagieren», sagt Savina. «Unsere Initiativen zielen darauf ab, der Gemeinschaft zu helfen, aber am Ende des Tages profitieren wir alle davon. Wir müssen unser Potenzial nutzen, um das soziale und kulturelle Leben in unserer Stadt zu verbessern.»

 

Nicaragua: Ein Junge sitzt in einem Gartenstuhl.

Isaac,16, Nicaragua: «Ich wollte, dass sich in meiner Gemeinde etwas ändert. Es gab viel Müll auf den Strassen. Es sah sehr hässlich aus und war ungesund für meine Gemeinde.»

Als World Vision das Programm Gesunde Familie, Schule und Gemeinde (FECSA) startete, wollte Isaac unbedingt mitmachen, weil er in seiner Gemeinde etwas verändern wollte. An den meisten Strassenrändern türmten sich Müll und Plastik, und der wachsende Abfall lockte Moskitos an, die eine Malariagefahr für Kinder wie ihn darstellen. Er meldete sich freiwillig als Hygiene-Vorsitzender und nahm an Kursen über Müllbehandlung, Wasseraufbereitung, Toilettenreinigung und persönliche Hygiene teil. Er hat Aufräumaktionen in der Gemeinde geleitet, aber vor allem hat er Kindern und Eltern beigebracht, ebenfalls aufzuräumen, und das Ergebnis ist unglaublich:  eine sauberere, sicherere Umwelt, auf die alle stolz sein können.

«Jetzt ist es sauber und ordentlicher», grinst er. Isaac und seine Kollegen haben gelernt, keine Behälter offen herumliegen zu lassen, damit sie nicht zu Brutstätten für Moskitos werden, und dass sie gut erhaltene Flaschen möglichst oft wiederverwenden sollen und nicht einfach wegwerfen. «Das Programm war sehr wichtig für unsere Gemeinde!» 

 

Indien: Ein Mädchen in Karateuniform ist in Kampfposition.

Lavanya, 14, Indien: «Durch Karate bin ich stärker und selbstbewusster geworden. Sogar in der Schule lasse ich nicht zu, dass man andere oder mich schikaniert. Sie wissen, dass sie mich nicht ärgern sollen.»

Die 14-jährige Lavanya hatte gesehen, wie Buben Karate trainierten, aber wie viele andere Mädchen in ihrer Gemeinde hätte sie sich nie träumen lassen, dass sie es einmal selbst versuchen könnte. Als World Vision in dem Slum, in dem Lavanya lebt, eine Kindergruppe ins Leben rief, eröffnete sich ihr eine ganz neue Welt voller Möglichkeiten.

«Langsam fand ich mehr Freunde und begann, so viele Dinge zu lernen. Ich kann mit Stolz sagen, dass die grösste Veränderung in mir mein Selbstvertrauen ist», sagt sie.

Von Karate bis hin zu Körperpflege, Kinderrechten und persönlichem Schutz – Lavanya und die anderen Kinder in ihrer Gemeinde hatten die Möglichkeit, durch die Kindergruppe viele neue Ideen zu entdecken, die sie nun mit anderen teilen. Lavanya sagt, sie habe gelernt, die Probleme, die ihre Gemeinde betreffen, mit anderen Augen zu sehen – als Probleme, die gelöst werden können. Jetzt erhebt sie ihre Stimme zusammen mit anderen Kindern in ihrer Gemeinde, um diese Probleme, eines nach dem anderen, anzugehen.

«Ich habe keine Angst, mit jemandem zu sprechen», sagt sie stolu.

 

Kinderpatenschaften helfen Kindern, ihre Stimme zu finden und sie einzusetzen. Helfen Sie Ihnen dabei: Mit einer Kinderpatenschaft.

 

 

 

 

 

 

 

 

«Frauen und Mädchen müssen gehört und in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Wir sind nur auf dem Papier gleichberechtigt, nicht im täglichen Leben. Wir wollen das Bewusstsein für die Gleichstellung der Geschlechter schärfen und Frauen dazu bringen, ihr Potenzial zu entdecken und keine Angst zu haben.»

((Alternativ: Albanien: Ein Mädchen steht vor einem Büchergestell.))

Die 17-jährige Savina hielt sich für eine schüchterne, introvertierte Person, bevor sie sich einer World Vision Youth IMPACT-Gruppe in ihrem Wohnort anschloss. In der Jugendgruppe erlernte sie neue Kommunikationsfähigkeiten, gewann an Selbstvertrauen und ist zu einer starken Stimme in ihrer Gemeinde geworden. Savina und ihre Gruppe arbeiten hart daran, sich in ihrer Schule für die Gleichstellung der Geschlechter und andere Integrationsfragen einzusetzen. Sie haben eine Initiative für die Rechte von Kindern ins Leben gerufen und arbeiten derzeit an einer Kampagne zur Internetsicherheit.

«Ich ermutige meine Mitschüler, sich zu engagieren», sagt Savina. «Unsere Initiativen zielen darauf ab, der Gemeinschaft zu helfen, aber am Ende des Tages profitieren wir alle davon. Wir müssen unser Potenzial nutzen, um das soziale und kulturelle Leben in unserer Stadt zu verbessern.»

Isaac,16, Nicaragua


«Ich wollte, dass sich in meiner Gemeinde etwas ändert. Es gab viel Müll auf den Strassen. Es sah sehr hässlich aus und war ungesund für meine Gemeinde.»

((Alternativ: Nicaragua: Ein Junge sitzt in einem Gartenstuhl.))

Als World Vision das Programm Gesunde Familie, Schule und Gemeinde (FECSA) startete, wollte Isaac unbedingt mitmachen, weil er in seiner Gemeinde etwas verändern wollte. An den meisten Strassenrändern türmten sich Müll und Plastik, und der wachsende Abfall lockte Moskitos an, die eine Malariagefahr für Kinder wie ihn darstellen. Er meldete sich freiwillig als Hygiene-Vorsitzender und nahm an Kursen über Müllbehandlung, Wasseraufbereitung, Toilettenreinigung und persönliche Hygiene teil. Er hat Aufräumaktionen in der Gemeinde geleitet, aber vor allem hat er Kindern und Eltern beigebracht, ebenfalls aufzuräumen, und das Ergebnis ist unglaublich:  eine sauberere, sicherere Umwelt, auf die alle stolz sein können.

«Jetzt ist es sauber und ordentlicher», grinst er. Isaac und seine Kollegen haben gelernt, keine Behälter offen herumliegen zu lassen, damit sie nicht zu Brutstätten für Moskitos werden, und dass sie gut erhaltene Flaschen möglichst oft wiederverwenden sollen und nicht einfach wegwerfen. «Das Programm war sehr wichtig für unsere Gemeinde!» 

Lavanya, 14, Indien

«Durch Karate bin ich stärker und selbstbewusster geworden. Sogar in der Schule lasse ich nicht zu, dass man andere oder mich schikaniert. Sie wissen, dass sie mich nicht ärgern sollen.»

((Alternativ: Indien: Ein Mädchen in Karateuniform ist in Kampfposition.))

Die 14-jährige Lavanya hatte gesehen, wie Buben Karate trainierten, aber wie viele andere Mädchen in ihrer Gemeinde hätte sie sich nie träumen lassen, dass sie es einmal selbst versuchen könnte. Als World Vision in dem Slum, in dem Lavanya lebt, eine Kindergruppe ins Leben rief, eröffnete sich ihr eine ganz neue Welt voller Möglichkeiten.

«Langsam fand ich mehr Freunde und begann, so viele Dinge zu lernen. Ich kann mit Stolz sagen, dass die grösste Veränderung in mir mein Selbstvertrauen ist», sagt sie.

Von Karate bis hin zu Körperpflege, Kinderrechten und persönlichem Schutz – Lavanya und die anderen Kinder in ihrer Gemeinde hatten die Möglichkeit, durch die Kindergruppe viele neue Ideen zu entdecken, die sie nun mit anderen teilen. Lavanya sagt, sie habe gelernt, die Probleme, die ihre Gemeinde betreffen, mit anderen Augen zu sehen – als Probleme, die gelöst werden können. Jetzt erhebt sie ihre Stimme zusammen mit anderen Kindern in ihrer Gemeinde, um diese Probleme, eines nach dem anderen, anzugehen.

«Ich habe keine Angst, mit jemandem zu sprechen», sagt sie stolu.

 

Kinderpatenschaften helfen Kindern, ihre Stimme zu finden und sie einzusetzen. Helfen Sie Ihnen dabei: Mit einer Kinderpatenschaft.

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