Kinder brauchen Bildung – auch in Afghanistan!

18. Oktober 2021

Mädchen schreibt auf Wandtafel.

Der Zugang zu Bildung ist ein Kinderrecht.

Text: Asuntha Charles, Nationaldirektorin von World Vision Afghanistan

Jedes afghanische Kind sollte die Schule besuchen können. Dies ist nicht allein ein Recht, es ist auch grundsätzlich gut für Kinder, für Familien und für die Nation, dass alle Mädchen und Jungen – auch jene aus Minderheiten – gleichberechtigten und sicheren Zugang zu hochwertiger Grund- und Sekundarbildung haben. Dies ist insbesondere jetzt wichtig.  Schulen bieten nicht nur Bildung, sondern auch eine Umgebung, die Kinder körperlich und emotional gesund hält und sie vor Schaden schützt. Kinder, die nicht zur Schule gehen, verpassen Chancen und haben keinen Zugang zu Hilfe, die sie im Umgang mit den Auswirkungen von Konflikten benötigen. Kinder, die nicht zur Schule gehen, heiraten auch viel häufiger noch im Kindesalter, oft werden sie sexuell ausgebeutet oder müssen Kinderarbeit verrichten.
 

Signifikante Fortschritte beim Bildungszugang

In den letzten 20 Jahren hat Afghanistan grosse Fortschritte in Sachen Bildung gemacht. Vier von zehn Mädchen besuchten die Grundschule. Vor zwanzig Jahren lag diese Zahl fast bei null. Es gibt heute (Stand 2021) 2,5 Millionen Mädchen in der Grundschule und bis vor kurzem über eine Million in der Sekundarstufe. Insgesamt sind 380‘000 Studenten – Mädchen und Jungen – an Hochschulen eingeschrieben, verglichen mit rund 26‘000 im Jahr 2003. Insgesamt sind die Fortschritte beim Bildungszugang für alle signifikant: Etwa 10 Millionen Mädchen und Jungen profitierten vom Bildungsangebot, verglichen mit 2001, als dies nur eine Million war. Mehr dazu

Besonders ausgeprägt war der Anstieg der Anzahl Mädchen in der Sekundarstufe. Im Jahr 2018 waren dies gemäss Unicef 40% (im Vergleich dazu 6% im Jahr 2003).  Dennoch weist Afghanistan eines der grössten geschlechtsspezifischen Bildungsgefälle auf: In Afghanistan leben 3.7 Millionen Kinder. Vom Anteil der Mädchen jedoch besuchen 60% keine Schule. Nur 37% der Mädchen im Teenageralter können lesen und schreiben – bei den Jungen sind dies 66%. Mehr dazu 

Humanitäre Organisationen, darunter World Vision, haben Schulen, Ernährungsprogramme an Schulen und gemeindebasierte Bildungsinitiativen finanziert und wollen, dass der Zugang zu Bildung für alle weiter möglich ist und die Zahl der Kinder in der Schule weiter wächst, insbesondere jene der Mädchen ausserhalb der Grundschule. In den letzten 20 Jahren hat World Vision mehr als 25 Grund- und Sekundarschulen gebaut und mehr als 100 Schulen in den Provinzen Herat und Ghor renoviert.  Erst 2020 bildete World Vision 1‘128 Lehrer aus, führte Weiterbildungen durch und richtete 20 frühkindliche Entwicklungszentren ein, die sich an gefährdete Kinder und ihre Gemeinschaften richteten.

 World Vision Landesdirektorin Asuntha Charles spricht mit einer Frau.World Vision Landesdirektorin Afghanistan, Asuntha Charles. 

Schulbesuch ist für Kinder wichtig

Asuntha Charles, Nationaldirektorin von World Vision Afghanistan, sagt: «Es ist unerlässlich, dass alle Kinder zur Schule gehen können. Die Ausweitung des Bildungszugangs in den letzten Jahren hat zu einem enormen Wachstum der Fähigkeiten geführt, insbesondere bei Mädchen, die jetzt beispielsweise Ärztinnen und Lehrerinnen werden. Wir dürfen einen Rückschritt nicht zulassen. Der Schulbesuch ermöglicht es Kindern, intellektuell, emotional und mental zu wachsen, ganz zu schweigen von den enormen wirtschaftlichen Vorteilen, die sich aus einer gebildeten Bevölkerung ergeben. Wir fordern die De-facto-Regierung auf, die Rechte von Kindern zu wahren, einschliesslich der Rechte von Mädchen auf Bildung und Schutz vor Gewalt.»

Helfen Sie den Kindern Afghanistans! 

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