Jugendliche fordern: Schafft die Kinderheirat ab!

7. Februar 2019

Nepal: Jugendliche zeigen ein Transparent mit der Forderung, Kinderheirat zu beenden.

#EndChildMarriage: Jugendliche in unserem Entwicklungsprojekt Lamjung in Nepal setzen sich dafür ein, dass es in ihrem Distrikt keine Kinderheirat mehr gibt.

Text: Sunil Hakaju Shrestha, World Vision Nepal, Monika Hartmann, World Vision Schweiz

Wenn in Lamjung Schulferien sind, geht’s für die Kinder in unserem langjährigen Entwicklungsprojekt nicht in den Urlaub, sondern auf die Strasse. Denn dann treffen sich die Vertreter der Kinderclubs, um bei den lokalen Behörden ihre Rechte einzufordern und sich für den Kinderschutz stark zu machen. Gemeinsam erarbeiten sie Vorschläge, wie sie die unbefriedigende Situation in ihren Dörfern verbessern und sich Gehör verschaffen können. 


DIE KINDER DEMONSTRIEREN GEGEN KINDERHEIRAT. AUF IHREN PLAKATEN ZEIGEN SIE DIE NEGATIVEN FOLGEN AUF. 

Eine Möglichkeit sind Demonstrationen, um zum Beispiel die Öffentlichkeit für die Abschaffung der Kinderheirat zu sensibilisieren. Das grosse Ziel der Kinder von Lamjung: Im ganzen Distrikt soll es keine Kinderheiraten mehr geben. Am Schluss der Demonstration überreichen die Kinder den lokalen Verantwortungsträgern eine selbst verfasste Erklärung, in der sie diese auffordern, sich in ihrem Einflussbereich für die Einhaltung der Kinderrechte einzusetzen und den Distrikt kinderfreundlich zu gestalten. 

Mit ihren regelmässigen Beiträgen helfen die Schweizer Patinnen und Paten den Kindern dabei, ihre Recht durchzusetzen. Denn neben anderen wichtigen Massnahmen setzt sich World Vision vor allem auch für Kinderrechte und Kinderschutz ein und unterstützt die Kinder- und Jugendclubs durch Schulungen und Coaching bei ihrer Arbeit.


EINE KAMPAGNEN-TEILNEHMERIN ÜBERREICHT DER STELLVERTRETENDEN BÜRGERMEISTERIN DIE VON DEN KINDERN ERARBEITETE ERKLÄRUNG MIT DER FORDERUNG FÜR BESSEREN KINDERSCHUTZ.

«Es beeindruckt mich sehr, wie die Kinder für ihre Rechte eintreten und uns dazu drängen, unsere Politik kinderfreundlich zu gestalten», sagt Laxmi Adhikari, die stellvertretende Bürgermeisterin einer der involvierten Gemeinden, als sie das Erklärungsschreiben entgegennimmt.

Obwohl die gesetzlichen Grundlagen schon 2011 geschaffen wurden, haben bis 2017 nur wenige politische Gemeinden eine kinderfreundliche Politik umgesetzt. Vielen Verantwortungsträgern ist noch zu wenig bewusst, wie wichtig es ist, in Kinder und ihre Zukunft zu investieren. Hier hilft, wenn die Jugendlichen selbst immer wieder daran erinnern.


DIE KINDER UND JUGENDLICHEN ERARBEITEN VORSCHLÄGE, DIE SIE IN DIE KINDERRECHTS-KOMITEES IHRER DÖRFER EINBRINGEN WOLLEN.

Die Kinder und Jugendlichen demonstrieren nicht nur, sondern sie setzen sich aktiv und gemeinsam mit den Erwachsenen in Kinderrechts-Komitees dafür ein, die Situation zu verbessern. World Vision unterstützt die lokalen Gemeinden und deren Kinderrechts-Komitees beim Planen und Umsetzen von Massnahmen, um den Kindern ein angemessenes Umfeld für ihre Entwicklung zu ermöglichen.

Mit einer Kinderpatenschaft helfen Sie mit, dass Kinder in den ärmsten Regionen der Welt zu ihren Rechten kommen: Jetzt hier abschliessen.

Diesen Beitrag teilen:


0 Kommentare Anzeigen und kommentieren

Kommentar schreiben

Ihr E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Brasilien: Eine 9-köpfige Familie, Migranten aus Venezuela steht vor einer Wellblechhütte und blickt in die Kamera

3. Juni 2020

LATEI­NA­ME­RI­KA: DAS NEUE EPI­ZEN­TRUM VON CO­VID-19

«Entweder sterben wir an COVID-19 oder an Hunger», diesen Satz hört man in Brasilien derzeit häufig. Das Land meldet mit Abstand die meisten Corona-Infizierten in Lateinamerika. Warum die ganze Region ins Epizentrum der Corona-Katastrophe rückt, hat viel mit der sozialen Ungleichheit zu tun.


Eine schwarz-weiss Zeichnung eines Kindes mit Mundschutz, dass hinter dem Fenster steht und nach draussen möchte.

7. Mai 2020

CO­VID-19: Kin­der schüt­zen über So­cial Me­dia

Seit die Menschen in der Mongolei wegen COVID-19 ihr Zuhause nicht mehr verlassen dürfen, hat die häusliche Gewalt im Land zugenommen. Mit einer Kampagne nutzt World Vision Mongolei Social Media, um Kinder auch in den eigenen vier Wänden zu schützen.


Mongolei: Eine Mutter steht mit ihren Söhnen vor einer mongolischen Jurte.

9. April 2020

Mon­go­lei: Ein neu­es Zu­hau­se für Min­j­maa

Als Minjmaas Ehemann die Familie aufgrund seiner Alkoholsucht verlässt, muss sich die junge Mutter plötzlich allein um sich und ihre drei Kinder kümmern. Ein zweiter Schicksalsschlag bringt die Familie in eine absolute Notlage, der sie ohne fremde Hilfe nicht entkommen wäre.


Bolivien: Ein Mädchen lacht in die Kamera und macht mit den Händen das Victory-Zeichen.

4. April 2020

Bo­li­vi­en: Ju­gend ge­gen Ge­walt

Die Digitalisierung bringt uns alle näher zusammen. Mit Facebook, Instagram undTikTok kommunizieren wir über alle Grenzen hinweg. Für Kinder in besonders armen und abgelegenen Regionen ist das eine grosse Chance – aber auch eine grosse Gefahr. Wie die Jugend dieser Gefahr in unserem Projekt in Lomas entgegentritt, zeigt dieser Besuchsbericht.

WIR SIND FÜR SIE DA:

Kinderhilfswerk
World Vision Schweiz
Kriesbachstrasse 30
8600 Dübendorf

info@worldvision.ch
T +41 44 510 15 15

Kinderschutz

World Vision ist die Sicherheit und Privatsphäre der Kinder in unseren Patenschafts-Programmen ein grosses Anliegen. [ ]

Wenn Sie Grund zur Annahme haben, dass eines dieser Kinder gefährdet ist, geben Sie uns bitte umgehend Bescheid: Rufen Sie uns an unter +41 44 510 15 93 oder schicken Sie uns ein E-Mail an protection@worldvision.ch.

Newsletter abonnieren

instagram

 

 

ALLGEMEINE SPENDEN    Postkonto: 80-142-0  |  Bank: IBAN CH98 0900 0000 8000 0142 0

World Vision Schweiz ist eine gemeinnützige und somit steuerbefreite Organisation. CHE-333.958.696

World Vision verwendet Cookies, um Ihr Online-Erlebnis zu verbessern.
Mit der weiteren Nutzung von worldvision.ch akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen