INDONESIEN: HILFE IN LETZTER SEKUNDE

24. Oktober 2018

Mutter mit ihren drei Kindern in der Stadt Palu in Indonesien.

Ruth (rechts) und ihre drei Töchter haben das Erdbeben und den späteren Tsunami in der Stadt Palu überlebt. Auch wenn nichts mehr von ihrem Haus übrig ist, freuen sie sich, dass niemand verletzt wurde.

Liebevoll küsst die 38-jährige ihr zweimonatiges Töchterchen. Nichts kann die Mutterliebe für ihr drittes Kind erschüttern – auch nicht das Erdbeben, das am 28. September die Stadt Palu zerstört hat. «Gott sei Dank geht es Janetta gut. Ich war draussen als die Katastrophe über unser Haus hereinbrach», erzählt Ruth. Sie erinnert sich noch genau an diesen Freitag: «Ich setzte mich gerade auf meinen Töff, da ich etwas einkaufen wollte. Als ich den Motor anliess, fing plötzlich die Erde an zu beben. Es wackelte so heftig, dass ich vom Motorrad fiel. Meine zwei älteren Töchter Teresia und Dinda konnten selbst aus dem Haus flüchten und ihr Leben retten. Aber mein Baby Janetta nicht.»

Glück im Unglück
Ruth versuchte alles um ihr Kleinkind zu retten. Aber das Haus fing bereits an einzustürzen. Ruth geriet in Panik. Sie fing an zu weinen, weil alles so schnell ging und versuchte trotzdem ins Haus zu rennen. Plötzlich hörte sie ihr Baby schreien und sah wie eine Verwandte Janetta auf den Armen aus dem Haus trug. Gemeinsam konnten sie sich in Sicherheit bringen und mussten von aussen zusehen, wie das Haus endgültig in sich zusammenfiel. «Ich bin Gott so dankbar, dass meine Tochter gerettet wurde. Es ist mir egal, dass wir kein Haus mehr haben. Das Wichtigste für mich sind meine Kinder», berichtet die dreifache Mutter. 

Lebensbedrohliche Umstände für Mutter und Kind
Nur mit den Kleidern, die sie am Körper trugen, machte sich die Familie auf den Weg, einen sicheren Platz zu finden. Ohne Nahrung und sauberes Wasser verbrachten sie die Nacht auf einem grossen Feld. Am nächsten Tag erreichten sie den Notfall-Sammelplatz. Besonders für Ruth und ihr Baby Janetta war die erste Zeit ohne festes Dach über dem Kopf sehr schwer. Das kleine Mädchen weinte oft, als die Temperaturen am Mittag und in der Nacht ihre Spitzenwerte erreichten. «Ich wollte nicht, dass sie leidet», erzählt Ruth. «Sie hatte Fieber seitdem wir das Haus verlassen haben. Es war kaum möglich ohne richtiges Zelt und ein Bett zu schlafen. Manchmal, wenn es geregnet hatte, drang Wasser ein und durchtränkte unsere Matte.» 


DANK DEM NOTUNTERKUNFT-KIT KANN DIE KLEINE JANETTA NUN RUHIG SCHLAFEN UND IST VOR DURCHZUG UND INSEKTEN GESCHÜTZT.

Hilfe und Hoffnung 
Die Gebete von Ruth und vielen anderen wurden erhört, als die Nothilfe für Zentral Sulawesi eintraf. Wahana Visi (World Vision in Lokalsprache) verteilte Notunterkunft-Kits, die aus Matten, Decken und Plastikplanen bestehen. «Ich habe alles erhalten, was ich gerade brauche. Endlich können wir die alte löchrige Zeltplane ersetzen», erzählt Ruth erleichtert. Zurzeit lebt Ruths Familie mit drei anderen Familien in einem stabilen Zelt. Auch wenn sie von einem neuen Haus träumt, ist sie doch sehr dankbar für die Unterstützung von Wahana Visi. «Jetzt kann mein Baby endlich gut schlafen und ist Tag und Nacht geschützt. Die Temperaturschwankungen und die Insekten machen uns jetzt mit unserem neuen Zelt nicht mehr so zu schaffen.» 

World Vision konnte bereits über 680 Familien mit Notunterkunft-Kits helfen und über 3'600 Menschen mit Nahrungsmittel versorgen. Herzlichen Dank, dass auch Sie Mütter wie Ruth mit einer Spende unterstützen. 

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