«Ich bin ein Peace Maker»

4. Juni 2022

Uganda: Mitglieder eines Peace Clubs von World Vision in ihren orangen Shirts

Die Peace Club-Mitglieder zeigen stolz ihre neuen T-Shirts. Von Links nach Rechts: Harriet, Emma, Jackson, Charles

Text: Amie Heath, Head of International Programming

 

Ende 2013 verschärfte sich der Konflikt im Südsudan, was dazu führte, dass bis Mitte 2017 mehr als 1,2 Millionen Menschen über die Grenze flüchteten. 61 Prozent aller südsudanesischen Geflüchteten waren unter 18 Jahre alt. Im Jahr 2022 gibt es schätzungsweise 822'823 Geflüchtete und Asylsuchende in der West Nile Region (Quelle: UNHCR Uganda Refugee Response November 2021) , dies ist nach wie vor eine Krise, die Kinder am meisten betrifft. Der langwierige Konflikt und die Instabilität im Südsudan lassen wenig Hoffnung, dass viele südsudanesische Geflüchtete in naher Zukunft sicher nach Hause zurückkehren können.

Peace Club – ein Erfolgskonzept
2018 hat World Vision im Rahmen der West Nile-Nothilfe Peace Clubs mit Jugendlichen in der gesamten Region ins Leben gerufen. Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren wollten in ihren Gemeinden etwas verändern und arbeiteten gemeinsam mit World Vision an der Gründung eben dieser Clubs.

Seit vier Jahren gibt es nun Peace Clubs in der West Nile Region. Seither hat sich viel geändert, wie man unschwer an der Geschichte von Simon und Florence erkennen kann, die sie 2018 geschrieben haben, als mit der Idee gestartet wurde. 

Obwohl die Jugendlichen in der Terego-Religion ähnliche Geschichten wie Simon und Florence erlebt haben, teilen sie keine Geschichten von Verlust und Verzweiflung. Ihre Geschichten sind voller Verantwortung, Hoffnung und Träume. Sie sind Mitglieder von zwei Peace Clubs im Rahmen des Entwicklungsprogramms Omugo.

Die Peace Clubs in Omugo
Die zwei Peace Clubs, die aus 56 Mitgliedern bestehen, treffen sich wöchentlich. Sie werden  geschult und befähigt, Botschafterinnen und Botschafter des Friedens zu sein und in ihren Gemeinden aktiv zu werden. Jugendliche haben eine einzigartige Perspektive auf Konflikte, Gewalt und Frieden. Ihre Beteiligung ist wichtig, um lokale Lösungen und Einflüsse zu ermitteln, die zusammengeführt werden können. So lässt sich der gewünschte Frieden und soziale Wandel erreichen. Die Jugendlichen haben eine ganz eigene Sichtweise auf die Möglichkeiten, die sich ihnen bieten, um am Aufbau friedlicher Gemeinschaften mitzuwirken.

Emma X. (17 Jahre) erzählt uns von einer ihrer jüngsten Initiativen: 
«Auf dem Weg zur Schule gab es eine Stelle, die für Kinder gefährlich war. Wir brauchten eine Brücke, um das Wasser zu überqueren, und wir teilten dies den Gemeindeleitern mit. Wir baten sie, eine sicherere Welle für unseren Schulweg zu bauen. Jetzt gibt es eine Brücke. Das haben wir dem Peace Club zu verdanken.»

Es gibt zwei Brüder im Peace Club, Jackson X. (17 Jahre) und Charles X. (18 Jahre). Sie sind starke junge Menschen mit Träumen für die Zukunft. Stevens erzählt:
«Früher habe ich mich oft geprügelt. Im Peace Club habe ich jetzt gelernt, wie ich meine Gefühle anders ausdrücken kann. Heute kann über meine Gefühle reden und muss nicht immer gleich kämpfen.» Charles jüngerer Bruder sagt daraufhin lachend: «Es stimmt. Er verprügelt mich nicht mehr.»

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