Eine zweite Chance für Halima und Co.

25. Juli 2018

Zwei Mädchen in einem Coiffeursalon in Mauretanien.

Das ehemalige Patenmädchen Halima (l.) und ihre Freundin Oumou (r.) freuen sich, dass sie dank ihrem Talent trotz fehlendem Schulabschluss fürs geschickte Haare flechten Geld verdienen können.

Was tun, wenn man als Mädchen keinen Schulabschluss hat und dazu verpflichtet ist, die Familie zu unterstützen? Laut Unicef besuchen in Mauretanien 95 % der ärmsten Kinder und Jugendlichen keine Oberstufe mehr. Hinter jedem einzelnen Prozent steht ein Schicksal, wie jenes von Halima (18) und ihrer Freundin Oumou (17). Halima, die früher ein Patenkind im Entwicklungsprojekt Sebkha von World Vision Schweiz  war, scheiterte im Schulexamen mehrmals und brach deshalb die Schule ab. Ihre Freundin Oumou musste die Schule verlassen, weil ihr Vater plötzlich verstarb und sie als ältestes Kind dazu angehalten war, die Familie zu unterstützen. 

Schlecht bezahltes Talent
Beide Freundinnen haben ein Talent fürs Haare flechten und ihr Können in ihrer Nachbarschaft auch demonstriert. «Ich habe ab und zu in den Quartieren Haare geflochten, aber leider hat man mich nicht immer dafür bezahlt… Ich hatte eben Mühe, mir Respekt für meine Arbeit zu verschaffen, die viel Zeit und Energie fordert», erzählt die 18-jährige Halima. 

Weil Oumou ihre Mutter nicht im Stich lassen wollte, fing auch sie an, den Leuten in ihrer Umgebung ihre Coiffeur-Dienstleistungen anzubieten. Sie erinnert sich: «Ich konnte meine Mutter doch nicht alleine lassen. Und da ich wusste, wie man Haare flechtet, konnte ich mich damit nützlich machen.» 

Frauen Startups gegen Armut und Gewalt
Glücklicherweise blieb die Begabung der beiden Teenager nicht sehr lange unbemerkt. Habi Diallo, Präsidentin des World Vision-Partnervereins der freiwilligen Helferinnen von Sebkha, hatte erfahren, dass sich in ihrer Nähe talentierte Mädchen ohne Schulabschluss durchkämpfen müssen. «Da ich selbst Mutter von Teenage-Mädchen bin, kann ich meine Augen vor diesen Fällen nicht verschliessen. Es geht darum, solche Mädchen zu beschützen, ihr Talent zu fördern und ihnen zu zeigen, dass ihre Arbeit etwas wert ist – auch wenn sie keinen Schulabschluss haben», erzählt die Präsidentin. 

Ziel des World Vision-Partnervereins ist es, das Haushaltseinkommen der bedürftigsten Familien zu verbessern, indem er Frauen Zugang zu Finanzdienstleistungen verschafft und sie durch die Gründung von Kleinunternehmen finanziell unabhängig macht. So werden auch die Risiken von Frühheiraten und geschlechterspezifischer Gewalt reduziert. 

Heute arbeiten Halima und Oumou im Coiffeursalon «Für immer jung», den sie im Juni 2017 zusammen mit fünf weiteren passionierten Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren gegründet haben. «Die Mädchen sind unabhängig, zielstrebig und haben dank World Vision das nötige Inventar, um erfolgreich zu arbeiten. Sie verdienen mindestens dreimal so viel wie früher und bilden sogar noch einen Praktikanten aus», erzählt Habi Diallo stolz. 

Geben auch Sie Mädchen wie Halima und Oumou eine Chance und werden Sie noch heute Kinderpatin oder Kinderpate
 

Diesen Beitrag teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Philippinen: Junges Mädchen im pinken Shirt hält einen Korb mit Ananas.

18. Dezember 2021

#Hoff­nungs­schim­mer – Was, wenn Gross­zü­g­ig­keit an­ste­ckend ist?

Was wäre, wenn eine durch eine Patenschaft unterstützte Familie, die zum ersten Mal seit langer Zeit wieder genug zu essen hat, ihren Überfluss mit ihren Nachbarn teilen würde? Die 17-jährige Sierralyn ist der Beweis dafür, dass die Grosszügigkeit einer Patenschaft einer ganzen Gemeinschaft zugute kommt und gerade zu Weihnachten Hoffnung bringt.


30. November 2021

Vi­deo: Pa­ten­kin­der tei­len sich mit

Jedes Jahr gestalten Patenkinder für ihre Patinnen und Paten einen Brief. In diesem Video haben wir diese Momente für Sie eingefangen.


Peru: Ein junger Mann kauert vor einem Meerschweinchenstall

29. November 2021

Pe­ru: Die Ei­gen­in­i­tia­ti­ve von Ju­gend­li­chen mit Start­ka­pi­tal för­dern

Der 17-jährige Alex war 15 Jahre lang Patenkind in unserem Entwicklungsprojekt Querococha in Peru. Mit einer Starthilfe von World Vision kann er sich jetzt ein kleines Unternehmen aufbauen, um sein Studium zu finanzieren. Hier erzählt er seine Geschichte.


15. November 2021

Ma­li: Spar­grup­pen ma­chen ei­nen gros­sen Un­ter­schied

Coulibaly Maïmouna Diarra ist eine Kleinbäuerin in Mali. Früher konnte sie nur mit Mühe für ihre Kinder sorgen. Im Video erzählt sie, wie eine Spargruppe ihrer Familie jetzt eine grosse Verbesserung bringt.

WIR SIND FÜR SIE DA:

Kinderhilfswerk
World Vision Schweiz und Liechtenstein
Kriesbachstrasse 30
8600 Dübendorf

info@worldvision.ch
T +41 44 510 15 15

World Vision ist die Sicherheit und Privatsphäre der Kinder in unseren Patenschafts-Programmen ein grosses Anliegen. [ ]

Wenn Sie Grund zur Annahme haben, dass eines dieser Kinder gefährdet ist, geben Sie uns bitte umgehend Bescheid: Rufen Sie uns an unter +41 44 510 15 93 oder schicken Sie uns ein E-Mail an protection@worldvision.ch.

Newsletter abonnieren

instagram

 

 

ALLGEMEINE SPENDEN    Postkonto: 80-142-0  |  Bank: IBAN CH98 0900 0000 8000 0142 0

World Vision Schweiz und Liechtenstein ist eine gemeinnützige und somit steuerbefreite Organisation. CHE-333.958.696

World Vision verwendet Cookies, um Ihr Online-Erlebnis zu verbessern.
Mit der weiteren Nutzung von worldvision.ch akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen