COVID-19: Was sagen eigentlich die Kinder?

23. April 2020

Bangladesch: Ein Mädchen mit einem blau-gelben Kopftuch blickt lächelnd in die Kamera.

VIELE KINDER INFORMIEREN SICH ÜBER DAS INTERNET ÜBER DIE AKTUELLE SITUATION RUND UM CORONA.

Text: Alexander Koch, World Vision Schweiz

World Vision hat 101 Kinder und Jugendliche in 13 Ländern zu ihren Erfahrungen mit der Pandemie befragt. Dabei stellte sich heraus, dass sich viele von Ihnen über das Internet über das Coronavirus und den angemessenen Umgang damit informieren. Da viele Erwachsene häufig eingeschränkteren Zugang zu digitalen Angeboten haben, sind junge Menschen besser informiert und unterstützen ihre Gemeinden als Multiplikatoren.

Olaf Schoensee, WASH Experte bei World Vision Schweiz: «Kinder sind oftmals stärker medial vernetzt als die Erwachsenen und somit auch schneller und besser informiert. Viele Erwachsene sind erst von ihren Kindern auf das Virus und die damit verbundenen Gefahren aufmerksam gemacht worden und haben auf Anraten ihrer Kinder ihr Verhalten geändert und stärker auf Hygiene und soziale Distanz geachtet.» 

Befragt zu den Auswirkungen der Corona-Bekämpfung in ihren jeweiligen Ländern gaben die Kinder und Jugendlichen an, dass sie vor allem von Schulschliessungen betroffen sind. Zudem würden sie Kontaktsperren emotional belasten und viele von ihnen litten zudem unter einer wachsenden Armut und es gäbe zu wenig zu essen. Als besonders belastend empfänden viele der befragten Kinder und Jugendlichen die Ungewissheit über Dauer und Ausmass der Krise. Olaf Schoensee: «Je passiver man eine Krise erdulden muss, desto grösser ist das Gefühl der Unsicherheit. Die Kinder wünschen sich daher, aktiver zur Eindämmung der Pandemie eingebunden zu werden. Sie können eine zentrale Rolle bei der Sensibilisierung und Verbreitung von Information spielen.»

Informationen über Social Media
Ein Grossteil der Kinder erklärte daher, eigene Netzwerke in sozialen Medien zu nutzen, um Informationen über das Coronavirus möglichst weit zu verbreiten. In Ländern mit schwacher Internet Infrastruktur wie Sierra Leone gaben Kinder und Jugendliche an, vor allem Mobiltelefone zur Verbreitung von Informationen zu nutzen. Kinder in Flüchtlingslagern und in Gegenden ohne Internet- oder Mobilfunkzugang regten an, dass lokale Radiostationen intensiver über Corona und entsprechende Massnahmen berichten sollen. Olaf Schoensee: «Die Studie zeigt deutlich auf, dass insbesondere Kinder und Jugendliche einen wichtigen Beitrag leisten können, die Ausbreitung von COVID-19 zu stoppen.»

Informationen zur Studie
Die Befragung wurde von Mitte März bis Anfang April unter 101 Kindern und Jugendlichen (58 Mädchen und 43 Jungs) im Alter von acht bis 18 Jahren durchgeführt. Die Befragten stammen aus 13 Ländern: Albanien, Bangladesch, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Demokratische Republik Kongo (DRC), Mali, Mongolei, Nicaragua, Peru, Philippinen, Rumänien, Sierra Leone und aus Syrien geflüchtete Kinder, die in einem Lager an der syrisch-türkischen Grenze leben. Die Befragungen wurden online u.a. über soziale Medien geführt.

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