COVID-19: Kinder schützen über Social Media

7. Mai 2020

Eine schwarz-weiss Zeichnung eines Kindes mit Mundschutz, dass hinter dem Fenster steht und nach draussen möchte.

SEIT SCHULEN UND KINDERGÄRTEN GESCHLOSSEN HABEN, NIMMT DIE HÄUSLICHE GEWALT IN DER MONGOLEI ZU.

Text: Dorjpalam Nira, National Ressource Director bei World Vision Mongolei & Tamara Fritzsche, World Vision Schweiz

Ein «Gefällt mir» hier, ein «Gefällt mir» da und zwischen durch ein nettes Selfie und einen Artikel über die Weltpolitik teilen. Social Media gestaltet den Alltag mit, mehr denn je, seit sich ein Grossteil der Menschheit in der COVID-19-Isolation und vor dem Computer oder Smartphone befindet. Social Media mauserte sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Tool, um Menschen zu informieren. Und zu sensibilisieren. Etwa für die häusliche Gewalt in der Mongolei, die seit dem 30. Januar, seit der Schliessung aller Schulen und Kindergärten, zugenommen hat.

Ein grosses Problem in der Mongolei
Laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist die häusliche Gewalt eine der am meisten auftretenden Formen von Menschenrechtsverletzung in der Mongolei. Die Regierung sieht den Ursprung in der hohen Arbeitslosigkeit, der Armut und der Alkoholsucht. Erst seit Anfang 2017 ist häusliche Gewalt in der Mongolei strafbar. Durchgesetzt wird das Gesetz aber nur halbherzig. 

Vor dem Lockdown wegen COVID-19 fanden viele Kinder, die zuhause Gewalt ausgesetzt sind, Schutz und Sicherheit in der Schule. Um die Kinder jetzt zuhause besser zu schützen und überforderten Eltern zu helfen, veröffentlichte World Vision Mongolei ein Buch über «Positive Erziehung» mit einer Reihe von praktischen Tipps für Eltern und Lehrer. Mit dem mongolischen Schauspieler, Produzenten und World Vision-Botschafter Amarsaikhan Baljinnyam und seiner Frau Uran holte World Vision eine wahre Berühmtheit an Bord in den Kampf gegen häusliche Gewalt. Amarsaikhan und Uran nutzten ihre Popularität in den Sozialen Medien dafür, Eltern darauf aufmerksam zu machen, wie sie ihre Kinder achten, schützen und die Zeit mit ihnen sinnvoll nutzen können. Auch für das Buch von World Vision schlugen sie kräftig die Werbetrommeln. Innerhalb eines Monats griffen 5000 Eltern auf die Online-Version des Buches zu. 

Nach einem Monat weitet World Vision Mongolei die Aktivitäten auf nationale Ebene aus, und startet gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung, Kultur, Wissenschaft und Sport, dem Gesundheitsministerium, dem Ministerium für Arbeit und sozialen Schutz, der Abteilung für Kinderkriminalitätsprävention der Nationalen Polizeibehörde und der Agentur für Familie, Kind und Jugendentwicklung die nationale Social Media-Kampagne «Ein kinderfreundlicher Haushalt». Mit der Kampagne sollen 890’000 Eltern in der ganzen Mongolei aufgeklärt werden. Inhalt der Kampagne sind zum einen praktische Tipps für die Zeit Zuhause. Zum anderen ruft sie die Eltern dazu auf, die Kinder Zuhause zu schützen. 

COVID-19-Hilfe in der Mongolei
 

Diesen Beitrag teilen:


0 Kommentare Anzeigen und kommentieren

Kommentar schreiben

Ihr E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Brasilien: Zwei Mädchen blicken lächelnd in die Kamera.

29. Mai 2020

Hots­pot Bra­si­li­en: CO­VID-19 de­zi­miert die in­di­ge­ne Be­völ­ke­rung

Brasilien ist inzwischen das am stärksten von COVID-19 betroffene Land Südamerikas. Die Infektionsrate ist gerade bei der in Slums und Favelas lebenden indigenen Bevölkerung extrem hoch. Ein Resultat der sozialen Ungerechtigkeit im Land.


Kenia: Schwärme von Heuschrecken essen die Weiden und Felder der Bauern leer.

26. Mai 2020

Ost­afri­ka: Jetzt kom­men die Heu­sch­re­cken

In riesigen Schwärmen verdunkeln sie denn Himmel über Ostafrika. Hunderte Milliarden fingerlanger Heuschrecken fallen über die Ernten und Weiden in Somalia, Kenia, Äthiopien, Eritrea, Uganda, Tansania und weiteren Ländern der Region her. Es ist die schlimmste Plage ihrer Art seit 70 Jahren.


Cox’ Bazar, Bangladesch: Eine Mitarbeiterin von World Vision erklärt einer Familie, wie sie sich schützen können.

21. Mai 2020

CO­VID-19: Kein In­ter­net für Flücht­lin­ge

Rohingya-Flüchtlinge in Cox’ Bazar haben seit vergangenem September kein Internetzugang mehr. Das ist prekär, da Hilfsorganisationen wie World Vision online Dienste nutzen, um die Bevölkerung über COVID-19 zu informieren.


Irak: Eine junge Frau mit einem Kopftuch wendet sich von der Kamera ab.

19. Mai 2020

CO­VID-19: Mehr Kin­der­bräu­te, mehr Kin­der­ar­beit

COVID-19 hat weitreichende Folgen für die Sicherheit der Kinder: Laut neusten Erkenntnisse einer Studie von World Vision wird es wegen der Pandemie in den nächsten zwei Jahren vier Millionen mehr Kinderbräute und deutlich mehr Kinderarbeit geben.

WIR SIND FÜR SIE DA:

Kinderhilfswerk
World Vision Schweiz
Kriesbachstrasse 30
8600 Dübendorf

info@worldvision.ch
T +41 44 510 15 15

Kinderschutz

World Vision ist die Sicherheit und Privatsphäre der Kinder in unseren Patenschafts-Programmen ein grosses Anliegen. [ ]

Wenn Sie Grund zur Annahme haben, dass eines dieser Kinder gefährdet ist, geben Sie uns bitte umgehend Bescheid: Rufen Sie uns an unter +41 44 510 15 93 oder schicken Sie uns ein E-Mail an protection@worldvision.ch.

Newsletter abonnieren

instagram

 

 

ALLGEMEINE SPENDEN    Postkonto: 80-142-0  |  Bank: IBAN CH98 0900 0000 8000 0142 0

World Vision Schweiz ist eine gemeinnützige und somit steuerbefreite Organisation. CHE-333.958.696

World Vision verwendet Cookies, um Ihr Online-Erlebnis zu verbessern.
Mit der weiteren Nutzung von worldvision.ch akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen