Bereit für den digitalen Arbeitsmarkt

27. September 2021

Uganda: Ein Mädchen filmt eine Szene mit ihrem Mobiltelefon.

Das ist Susan. Im Bidi Bidi Flüchtlingscamp filmt sie mit ihrem Handy Alltagsgeschichten aus ihrem Leben als Geflüchtete und eignet sich so wichtige Fähigkeiten an.

Text: Eric Kiruhura, Digital Advisor bei World Vision

World Vision hat sich zum Ziel gesetzt, den Kreislauf der generationenübergreifenden Armut zu durchbrechen, damit die am meisten gefährdeten Kinder ihr volles Potenzial ausschöpfen können. Dies ist eine Reaktion auf die Auswirkungen extremer Armut auf die Schwächsten. Auswirkungen, die durch die Folgen des Klimawandels – beispielsweise des Katastrophenrisikos – noch verschärft werden dürften. Die Massnahmen zur Sicherung des Lebensunterhalts zielen in erster Linie auf wirtschaftliche Veränderungen auf der Ebene der Haushalte ab. Ziel ist, Menschen mit Fähigkeiten, Wissen und finanziellen Mitteln auszustatten. So können sich auch deren Kinder entwickeln – auch noch Jahre, nachdem World Vision Projekte in ihren Gemeinden abgeschlossen hat. Die Interventionen konzentrieren sich auf den Aufbau sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit. 

Entwicklungszusammenarbeit in einer digitalen Welt

Wie können wir die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der am stärksten gefährdeten Menschen stärken, damit sie im digitalen Zeitalter nicht nur überleben, sondern auch aufleben können? Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus und wie können die Schwächsten in die digitale Wirtschaft einsteigen und von ihr profitieren? Wie sehen produktive und widerstandsfähige digitale Lebensgrundlagen aus? 

Die Digitalisierung verändert die Art der Arbeit auf der ganzen Welt rapide. Der Future of Jobs-Report 2020 des Weltwirtschaftsforums zeigt, dass die Covid-19-Pandemie diesen Prozess beschleunigt hat. Digitale Technologien schaffen neue Möglichkeiten für Existenzsicherungsprogramme, Beschäftigung und Qualifizierungsmassnahmen. So haben sich beispielsweise die Refugee Employment and Skills-Initiative und der Norwegische Flüchtlingsrat zusammengetan, um Flüchtlingen und der Aufnahmegesellschaft die Möglichkeit zu geben, durch erlernte Fähigkeiten Einkommen zu generieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Die Non-Profit-Organisation REFUNITE hat LevelApp ins Leben gerufen – eine digitale Plattform, die Flüchtlingen und einkommensschwachen Arbeitnehmenden Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. Es gibt viele weitere Beispiele für digital vermittelte Existenzgrundlagen, wie die UNDP-Studie The Migrant Union Digital Livelihoods for People on the Move zeigt. 

Alle miteinbeziehen

Leider bleiben vor allem Frauen, Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, Menschen mit schweren gesundheitlichen Problemen usw. in Ländern des Globalen Südens häufig auf der Strecke. Viele von ihnen besitzen weder Mobiltelefone noch Computer oder können diese nicht bedienen. Einige können weder Lesen noch Schreiben. Eine Studie der weltweiten Industrievereinigung der GSM-Mobilfunkanbieter GSMA und der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR hat beispielsweise ergeben, dass 59 Prozent der Mobilfunknutzer im Flüchtlingslager Bidi Bidi in Uganda angaben, zumindest gewisse Schwierigkeiten bei der Nutzung ihrer Telefone zu haben. Insbesondere für Frauen und ältere Menschen ist es herausfordernd, sich digitale Kompetenzen anzueignen. Die Digitalisierung kann also auch bestehende Schwachstellen verschärfen und die Menschen noch angreifbarer machen. 

Wo können wir ansetzen? 

Zu den wichtigsten Aktionsbereichen gehören die digitale Kompetenz der Gemeinschaften, der Zugang zu digitalen Technologien und die Anbindung an Arbeit und Märkte. 

- Digitale Kompetenz: Gefährdete Bevölkerungsgruppen müssen digitale Kenntnisse erlernen können, die über einfache IT-Kenntnisse hinausgehen. So sind sie gut auf den zukünftigen (digitalen) Arbeitsmarkt vorbereitet.

- Zugang: Wir sollten genauer darauf achten, wer ausgeschlossen wird, und Zugang und Möglichkeiten für diese Menschen vermitteln. Zu den Schwerpunktbereichen gehören der Zugang zu Geräten und zum Internet. Lobbyarbeit bei den Regierungen der Aufnahmeländer und Partnerschaften mit anderen humanitären Akteuren, dem Privatsektor und anderen Interessengruppen könnten dazu beitragen, Zugangsbarrieren zu beseitigen. 

- Verknüpfung mit Arbeit oder Märkten: Es ist wichtig, gefährdete Personen mit Arbeit, Märkten oder Schlüsselpersonen zu verbinden, damit sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. 

 

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