Bangladesch: Shilpi schmiedet ihr eigenes Glück

21. Dezember 2017

Frau füttert Gänse in Bangladesch.

Shilpi Begum füttert ihre Gänse im Hof und blickt dank verschiedener Schulungen von World Vision und wirtschaftlichen Massnahmen in eine positive Zukunft.

Vor 3 Jahren noch konnten Shilpi (26) und ihr Mann Belal Uddin aus dem Naogaon Distrikt im Norden Bangladeschs kaum ihr täglich Brot verdienen und gingen an den meisten Abenden hungrig zu Bett. Heute sind sie dieser Armut entkommen und nennen nicht nur ein Familienheim ihr Eigen, sondern auch Ersparnisse auf der Bank sowie zahlreiche Enten, Hühner und Kühe, die sie für den eigenen Handel züchten.

World Vision-Schulungen für Erwerbsmöglichkeiten
«Eines Tages hörte ich von einem Ausbildungsangebot für die Aufzucht und Zucht von Geflügel und Gemüse, organisiert und durchgeführt vom Kinderhilfswerk World Vision», erzählt Shilpi. «Zu jener Zeit suchte ich verzweifelt nach einer Möglichkeit, unsere finanzielle Lage irgendwie zu verbessern, und nahm daher an dem Schulung teil. Das war der grosse Wendepunkt in meinem Leben!»

«Es fing mit einigen Enten, Hühnern, Schafen und Kühen an, die ich mit Hilfe von World Vision und der lokalen Regierung kaufen konnte. Daneben begannen mein Mann und ich, gepachtete Ackerflächen zu bestellen», fährt sie fort und klingt glücklich, als sie sagt: «Das war der Anfang von etwas ganz Grossem! Denn von dem neuen Einkommen konnten wir uns ein Haus auf unserem eigenen Land bauen und unser Grundstück sogar noch etwas erweitern. Von unseren Ersparnissen wollen wir nun ein Haus aus Ziegelsteinen bauen.»

NGOs – wichtige Vermittler zwischen Behörden und Bevölkerung
Wie Shilpi haben mehr als 800 Familien in Naogaon ihr Schicksal in die eigenen Hände genommen, um sich aus der extremen Armut zu befreien. Heute können sie mit einem stabilen Einkommen ihre Familie unterhalten und ihre Kinder zur Schule schicken. Laut Fazlur Rahman, Vorsitzender der lokalen Behörde, ist die Regierung zwar bemüht, das Leben der extrem armen Menschen zu erleichtern, doch sieht sie sich zahlreichen regulatorischen Hindernissen gegenüber. In dieser verfahrenen Situation bietet die Zusammenarbeit mit den NGOs die rettende Lösung, um Dinge praktisch anzupacken und umzusetzen.

«Die Menschen bei ihrem eigenen Ehrgeiz zu packen und zu motivieren, ist der Schlüssel zu einem neuen Leben», so Fazlur Rahmen. «Dabei helfen die NGOs unserer Regierung enorm.» World Visions Programmverantwortlicher Bimal Ruram ergänzt, dass sie momentan gemeinsam ein Projekt zur Bekämpfung der Armut durchführen. «In diesem Rahmen arbeiten wir an verschiedenen Möglichkeiten, den extrem Armen Fähigkeiten zu vermitteln, mit denen sie ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen und gut für ihre Gesundheit und Ernährung sorgen zu können. Wir bieten ihnen Schulungen und technische Unterstützung an und stellen die Verbindung zur lokalen Regierung her.»

Seit 1999 ist World Vision Schweiz in Bangladesch und unterstützt Menschen wie Shilpi auf dem Weg aus der Armut durch langfristige Entwicklungsprojekte.

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