BANGLADESCH: FLÜCHTLINGSKRISE JÄHRT SICH – ELEND BLEIBT

25. August 2018

Um Kindern einen sicheren Ort zum Spielen und Lernen zu geben, betreibt World Vision zusammen mit anderen NGOs Kinderschutzzonen in den Flüchtlingscamps.

Ende August vergangenen Jahres begannen die Menschen, die meisten von ihnen Rohingya, nach jahrzehntelanger Diskriminierung und systematischen Menschenrechtsverletzungen, aus Myanmar über die Grenze nach Bangladesch zu fliehen. Eine erneute Welle der Gewalt im Staat Rakhine löste den Exodus aus – fast beispiellos in seinem Ausmass und seiner Geschwindigkeit. In Bangladesch lebten aufgrund früherer Konflikte bereits hunderttausende Flüchtlinge aus Myanmar.

Schutz und Rechte für Flüchtlinge
«Die Menschen in den Lagern wollen nicht vergessen werden», so Fred Witteveen, Nationaler Direktor von World Vision Bangladesch. «Im vergangenen Jahr hat sich für sie wenig verbessert. Und es ist unwahrscheinlich, dass sie bald nach Hause zurückkehren werden. Die internationale Hilfe darf nicht abbrechen, um die Rechte der Flüchtlinge – insbesondere der Kinder – zu schützen». Witteveen sagt, die Bedingungen in den überfüllten Siedlungen seien trotz der enormen Leistungen von mehr als 100 NGOs, die mit UN-Organisationen und der Regierung von Bangladesch zusammenarbeiten, miserabel. Das Abwasser fliesst durch die Lager und verursacht Krankheiten. Die Unterernährungsrate ist hoch und die Verbreitung geschlechtsspezifischer Gewalt nimmt zu. 

Wie die Koordinierungsgruppe der Vereinten Nationen kürzlich berichtete, «setzt der fehlende Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und zur Selbsthilfe Flüchtlinge, insbesondere Frauen und Mädchen, potenziell schädlichen Bewältigungsmechanismen wie Menschenhandel, Ausbeutung, Kinderheirat und Drogenmissbrauch aus». «Diese Flüchtlingskrise bleibt eine Schutzkrise», sagt Witteveen. «Die meisten Kinder und ihre Familien haben jahrelange Verfolgung und brutale Gewalt in Myanmar miterleben müssen. Jetzt haben sie weder die Staatsbürgerschaft in Myanmar, noch sind sie als offizielle Flüchtlinge in Bangladesch anerkannt».

Kaum Zugang zu Bildung und Ausbildung
Die Rohingya – Berichten zufolge die weltweit grösste Gruppe staatenloser Menschen – haben keinen offiziellen Schutz. Erwachsene haben kein Recht auf Arbeit und Kinder können nicht zur Schule gehen. World Vision und andere NGOs betreiben Kinderschutzzonen für jüngere Kinder, in denen sie sicher spielen und an informellen Lernveranstaltungen teilnehmen können. Nur ein Viertel der schulpflichtigen Kinder besucht diese Zentren. Das bedeutet, dass 400‘000 Kinder und Jugendliche keine formale Ausbildung erhalten. Weniger als 2‘000 Jugendliche – von insgesamt 117‘000 – haben Zugang zu Bildung oder Ausbildung. Ohne diese Chancen laufen diese Kinder und Jugendlichen Gefahr, eine verlorene Generation zu werden.

UN-Beamte, unter anderem der UN-Sonderberichterstatter über die Menschenrechtslage in Myanmar, haben davor gewarnt, dass die Situation derzeit nicht für eine freiwillige, sichere, würdevolle und nachhaltige Rückkehr von Flüchtlingen förderlich ist. Bis dahin müssen die Basisdienste in den Lagern in Bangladesch verbessert und die Rechte von Kindern und Erwachsenen, einschliesslich des Zugangs zu Bildung, geschützt werden.

Was World Vision im vergangenen Jahr erreichen konnte:
Mehr als 213‘700 Flüchtlinge wurden mit Nothilfemassnahmen in den Bereichen Kinderschutz, Nahrung, Unterkunft sowie Wasser und Hygiene erreicht.

  • Kinderschutz: Rund 1‘000 Kinder besuchen jede Woche die World Vision Kinderschutzzonen, wo sie sicher lernen und spielen können.
  • Wasser, Hygiene und sanitäre Massnahmen (WASH): World Vision hat 83 Tiefbrunnen installiert, die 83‘000 Menschen mit sauberem Wasser versorgen und 1‘544 Latrinen gebaut.
  • Unterkünfte: Bis dato haben 9‘840 Familien (49‘200 Menschen) Unterstützung erhalten, um ihre Häuser gegen den Monsun zu sichern.

Die Flüchtlinge in Bangladesch brauchen weiterhin dringend Ihre Unterstützung. Dank Ihnen können wir bei den Familien Nothilfe leisten, Wasser- und Hygieneeinrichtungen installieren sowie Schutzzonen für Kinder und junge Frauen einrichten. 
 

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