ARMENIEN: MIT HIMBEEREN AUS DER ARMUT

21. November 2018

Eine junge, lächelnde Mutter mit ihrem Sohn und ihrer Tochter, glücklich, im Hintergrund Bäume, Sträucher, blauer Himmel, sommerlich

Tsovinar mit Hovhannes (7) und Armine (10) zwischen den Himbeersträuchern – dem Symbol für ihr neues Leben als erfolgreiche Obstbauerin.

Vor einigen Jahren verlor Tsovinars Mann Khachatur seine Arbeit. Obwohl die Lage fast hoffnungslos schien, gaben Tsovinar und ihre Familie nicht auf. «Wir rutschten an die Grenze zur Armut ab», erzählt die junge Armenierin. «Die Ausbildung und Gesundheit unserer Kinder waren in Gefahr. Damals sagte ich zu Khachatur: Ich muss arbeiten gehen, sonst haben wir bald nichts mehr zu essen».

Obwohl es ihr Mann anfangs gar nicht gern sah, dass seine Frau arbeiten ging, suchte sich Tsovinar einen Job und wurde Teilzeit-Verwaltungsassistentin an einer örtlichen Schule. Doch das Geld reichte trotzdem nicht: «Das Gehalt war sehr niedrig, wir konnten uns nur das Nötigste leisten. An neue Kleidung für die Kinder oder ausserschulische Aktivitäten war nicht zu denken», erzählt sie. Als World Visions Wirtschaftsentwicklungskoordinator für die Aparan-Region ein Dorftreffen veranstaltete, war sie deshalb sofort mit dabei. Tsovinar sass in der ersten Reihe.


IN DER SCHULUNG VON WORLD VISION LERNTE TSOVINAR ALLES ÜBER DEN RICHTIGEN ANBAU, DIE PFLEGE UND ERNTE DER BEEREN. ABER AUCH FINANZ- UND MARKETING-KNOW-HOW GEHÖRTEN ZUM TRAINING. 

Himbeeranbau schafft neue Perspektiven
«World Vision schilderte uns die Möglichkeiten des Himbeeranbaus. Wir besitzen 1,8 Hektar Land. Wir haben Kartoffeln angebaut, aber das war nur der Lebensmittelvorrat für unsere eigene Familie. Einkommen generierten wir daraus keines.» So entschieden sie und Khachatur, es mit dem Obstanbau zu versuchen.

Die Himbeererntesaison dauert nur einen Monat und die Pflanzenpflege erfordert nur wenig Zeit, aber das Einkommen kann sich sehen lassen: «2016 verdienten wir mehr als 1250 Dollar, dieses Jahr waren es sogar 1879 Dollar». Das habe sie World Vision zu verdanken, sagt sie. Tsovinar nahm an Schulungen teil, World Vision arrangierte Treffen mit potenziellen Kunden, brachte der Bäuerin bei, wie man den Anbau und die Finanzen abwickelt und wie man mit Werbung mehr Käufer erreicht. Ihr Fazit: «Ich bin World Vision so dankbar, weil meine Kinder nun genug zu essen haben und ordentlich angezogen sind. Sie nehmen wieder an Aktivitäten teil und haben schon grosse Pläne für ihre Zukunft».


EINE FAMILIE SCHAFFT ZUKUNFT: IHR OBSTANBAU IST DER ENTWICKLUNGSMOTOR FÜR DAS DORF UND FINANZIERT DIE AUSBILDUNG VON HOVHANNES UND ARMINE.

2018 reichte Tsovinar als Vorsitzende einer Gruppe von gleichgesinnten Dorfbewohnern bei der Deutschen Botschaft in Armenien einen Subventionsantrag ein, um einen kleine Obstverarbeitungsfabrik in ihrem Dorf bauen zu können. «Als wir hörten, dass wir das Geld erhalten, war ich so stolz auf mein Team. Wir können es wirklich schaffen, wir können unabhängige Obstproduzenten werden, die genug Geld verdienen, um ihren Familien ein Leben in Anstand und Würde zu bieten.»

Mit einer Dorf- oder Kinderpatenschaft helfen Sie Familien wie der von Tsovinar, Khachatur, Hovhannes und Armine dabei, der Armut zu entkommen und ein selbständiges Leben zu führen. Werden Sie Patin oder Patin! Herzlichen Dank! 
 

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