EBOLA: «ICH HABE ÜBERLEBT»

6. August 2019

Demokratische Republik Kongo: Eine Frau in einem blaugemusterten Kleid steht lachend vor einer gelben Wand.

«DAS WICHTIGSTE, WAS ICH DARAUS GELERNT HABE, IST, DASS ES EBOLA WIRKLICH GIBT», SAGT GLORIA. DAS BRINGT SIE HEUTE AUCH IHREN KINDERN BEI.

Text: Patrick Meinhardt, World Vision International 

Alles begann mit einem ganz normalen Arbeitstag: «Eine Frau kam ziemlich krank in unser Gesundheitszentrum. Wir führten einen Malariatest durch und der war positiv», beginnt Gloria ihre Erzählung. Die Krankenschwester aus Beni behandelte ihre Patientin so, wie es ihr beigebracht wurde. Nur, dass die Behandlung dieses Mal nichts zu nützen schien: Das Fieber sank einfach nicht. Gloria hatte Nachtdienst. Sie entschloss sich, im Zimmer ihrer Patientin zu übernachten, um sie genauer beobachten zu können. «Plötzlich ging es ihr schlechter und ich fing an, sie ohne Handschuhe zu untersuchen. Ich überprüfte ihren Blutdruck, erhielt aber keinen Wert. Ich war besorgt und rief ein Taxi, um sie ins nächste Krankenhaus zu bringen. Einer der Wachen half mir, sie ins Taxi zu tragen», erzählt Gloria. An diesem Abend infizierten sich Gloria und der Wachmann mit dem Ebola-Virus. 

Von der hochansteckenden Erkrankung der Patientin erfuhr sie erst durch ihren Mann, der in der Stadt arbeitete. «Er sagte mir, dass meine Patientin positiv auf Ebola getestet wurde. Ich hatte Angst», so Gloria. 

Demokratische Republik Kongo: Eine Frau blickt traurig an der Kamera vorbei. Hinter ihr ist eine blau-weisse Wand zu sehen.
ALS GLORIA ERSTE SYMPTOME VERSPÜRT, ZÖGERT SIE NICHT UND EILT IN DIE GESUNDHEITSSTATION. DAS WAR IHRE RETTUNG.

Erste Symptome
Zwei Tage nachdem ihre Patientin gestorben war, wurde Gloria geimpft. Für einige Tage fühlte sie sich gut, fit und normal. «Aber am dritten Tag verspürte ich einige der Symptome. Ich hatte schreckliche Kopfschmerzen, Fieber und Gelenkschmerzen», beschreibt sie. Gloria zögerte nicht und begab sich ins Gesundheitszentrum. «Ich hatte gehofft, dass es eine Reaktion auf den Impfstoff sein würde», sagt sie. Tief in ihrem Innern ahnte sie aber schon, dass es wohl nicht der Impfstoff war. «Ich sagte meinem Mann, er solle mich nicht anfassen und sich von mir fernhalten.» Für sie stand fest: Sie würde das Gesundheitszentrum nicht mehr verlassen bis das Ebola-Respons-Team sie untersucht hat. Das Team überführte sie sofort ins Ebola-Behandlungszentrum. «Sie bestätigten mir, dass ich positiv auf Ebola getestet wurde. Ich weinte. Ich dachte, jetzt muss ich sterben», erzählt sie.

Geheilt!
Glücklicherweise hat sie die Krankheit überlebt. Dank ihrem schnellen und richtigen Reagieren, konnte Gloria gerettet werden. «Als sie mir sagten, dass ich geheilt bin, konnte ich es nicht glauben», erzählt sie, «Das wichtigste, was ich aus dieser Erfahrung gelernt habe, ist, dass es Ebola wirklich gibt. Wenn du die Symptome bemerkst, musst du so schnell wie möglich ins nächste Gesundheitszentrum. Du musst die Isolation akzeptieren, weil es eine sehr ansteckende Krankheit ist.» Das bringt sie heute auch ihren Kindern bei.
 

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