Eine unvorstellbare Tortur

10. März 2012

Lutz Hahn bloggt aus Mosambik: Trotz 6-Kilometer-Fussmarsch singen und klatschen die Frauen auf ihrem Weg zur Wasserstelle. Bewundernswert, findet Lutz Hahn.

Singend und klatschend gehen die Frauen täglich zur sechs Kilometer entfernten Wasserstelle am Nhambavale-See. Für mich eine unvorstellbare Tortur, für die Frauen Alltag.

Musik liegt den Afrikanern im Blut. Der fröhliche Gesang der Frauen hört sich nicht nur für einen Europäer schön an. Bereits am frühen Morgen ist eine kleine Gruppe kurz nach Sonnenaufgang mit Eimern und Kanistern unterwegs zum Wasserholen. Mit dem Gesang verkürzen sich die Frauen und Kinder die über einstündige Gehzeit zum See „Nhambavale“.

Eine Wasserstelle für alles
Dort angekommen springen die Frauen zur Abkühlung erst einmal samt Kleidern in den See. Positiver Nebeneffekt: Sie waschen so ihren Körper und auch die Kleider. Nur einige Meter von der Badestelle entfernt, füllen sie anschliessend ihre Eimer und Kanister. Das Wasser riecht unangenehm und sieht dreckig aus. Trotzdem ist es in dieser Gegend die einzige Möglichkeit, sich mit Wasser zu versorgen.

Und schon machen sie sich auf den Heimweg. Typisch afrikanisch tragen sie das Wasser auf ihren Köpfen. Für mich ist schon das Anheben des Wassereimers schwer. Aber wenn ich mir vorstelle, damit geschätzte sechs Kilometer nach Hause zu laufen zu müssen, werde ich schon am Anfang schwach. Ich bewundere die Frauen, wie sie die schwere Last auf dem Kopf balancieren. Und wieder beginnen sie fröhlich zu singen und mit den Händen rhythmisch zu klatschen.

Besserung ist in Sicht
Bisher gibt es keinen Wasserbrunnen in der Nähe der Häuser dieser Frauen. Darum müssen sie fast täglich den langen Weg zum Wasserholen auf sich nehmen. Aber schon bald soll es dank World Vision Abhilfe geben. Ein mit Solarenergie betriebener Brunnen soll hier bald in Betrieb genommen werden.

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