Der Schutz von Kindern ist das Herzstück unseres Handelns

20. November 2017

Freunde im Flüchtlinglager

Mopashar (7, links) hat im Flüchtlingslager in Cox's Bazar neue Freunde gefunden.

«Ich habe für World Vision schon in mehreren Krisen-Einsätzen gearbeitet, aber die aktuelle Flüchtlingskrise in meinem Heimatland ist die schwerste, die ich je gesehen habe. Meine Aufgabe als Mitglied in unserem Nothilfe-Team ist es, mich um die besonderen Schutzbedürfnisse von Kindern zu kümmern.

Ich habe Familien und Kinder in den Flüchtlingslagern wie Balukhali und Kutupalong besucht und die Bedürfnisse sind enorm. Fast eine halbe Million Flüchtlingskinder in Bangladesch befinden sich in einer äusserst prekären Lage, ganz zu schweigen von der schrecklichen Erfahrung, die Gewalt direkt vor ihren Augen miterleben zu müssen.

In den Lagern ist es so traurig, Kinder hungrig, nackt, krank und ängstlich. Ihre Verwundbarkeit, die Gefahren von Krankheiten, aber auch von Kindesmissbrauch und Kinderhandel sind hoch. Leider schweigen viele Leute in den Lagern über diese Probleme. Wenn hier keine angemessenen Kinderschutz- und Kontrollsysteme eingerichtet werden, wird sich die Situation in den nächsten Tagen und Wochen noch verschlimmern. Ich sprach mit Eltern. Überwältigende Traurigkeit und Angst, ihre Kinder nicht beschützen zu können, prägt ihren Alltag. Daneben ist die Sicherheit für die riesige Bevölkerung in den Lagern ein grosses Thema.

Als Kinderhilfswerk beschäftigen wir uns mit der Bekämpfung von Kinderhandel. Vor wenigen Tagen hörte ich von einem Bub, der im Lager Balukhali Zuflucht suchte und Opfer des Menschenhandels wurde! Er war allein, als er in Bangladesch ankam. Einige sahen, dass es Leute gab, die ihn wegbrachten. Als die Eltern ankamen und ihren Sohn suchten, war er verschwunden und sie wissen immer noch nicht, wo er sich befindet. Aufgrund der fehlenden Staatsbürgerschaft für Rohingya-Flüchtlinge oder fehlender Beziehungen zum Staat Bangladesch besteht die Möglichkeit, dass vermisste Kinder gar nicht gemeldet werden …

Bewusstsein für Kinderhandel schärfen

Eltern äussern viele Sorgen, wenn sie über die Sicherheit ihrer Kinder nachdenken, aber ich habe den Eindruck, sie sind sich der Gefahren des Menschenhandels in den Lagern nicht so bewusst. Die Eltern sind mit alltäglichen Problemen wie der Suche nach Nahrung beschäftigt und machen sich Gedanken über das Überleben der Familien.

World Vision hat daher in Abstimmung mit der Regierung und verschiedenen Organisationen Anstrengungen unternommen, um die Massnahmen zum Schutz der Kinder zu intensivieren. Wir wollen bei den Flüchtlingen Bewusstsein für Kinderschutz-Massnahmen schaffen. Wir richten Mutter-Kind-Räume und über 40 Kinderschutzzonen in den Lagern ein. Wir haben einen Plan entwickelt, um Informationen zu verbreiten, ein Beschwerdeverfahren zu etablieren und die Verbindung mit anderen Behörden herzustellen. Wir arbeiten daran, in unserem Arbeitsbereich Informationstafeln zum Kinderschutz und Kontrollmassnahmen einzurichten und Informationen mit anderen auszutauschen.

Auch die Zusammenarbeit mit den Familien ist wichtig. Kinderschutz sollte ihre Hauptverantwortung sein. Jetzt arbeiten wir mit den Gemeinschaften zusammen, um durch die Verbreitung von Informationen in der Region das Bewusstsein für Kinderhandel zu schärfen. Der Schutz von Kindern ist das Herzstück unseres Handelns.»

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