NICARAGUA: PROTESTE UND GEWALT BEHINDERN PROJEKTE

25. Mai 2018

Blick auf Managua, die Hauptstadt von Nicaragua

Trügerische Idylle in der Hauptstadt Managua: Die Arbeit in den World Vision-Entwicklungsprojekten in Nicaragua ist derzeit nur eingeschränkt möglich.

Schon am Ankunftstag, dem 13. Mai, sehe ich auf der Fahrt vom Flughafen Managua Menschenansammlungen und brennende Pneus. In Masaya südlich der Hauptstadt werden Geschäfte durch einen nicht identifizierbaren Mob ausgeraubt und angezündet. Zwei Tage spätertreffen weiter nördlich in Matagalpa Demonstranten auf Sicherheitskräfte, es gibt erste Opfer. Wegen den Strassensperren ist Reisen kaum möglich, die geplanten Projektbesuche können nicht stattfinden. Am 30. Tag der Proteste reise ich vorzeitig ab. Die traurige Bilanz: 76 Tote, viele Verletzte, Verschwundene, blockierte Strassen, verwüstete Geschäfte und Unsicherheit. 

Einschränkung der World Vision-Programme
Wegen der unsicheren Situation wurden viele Programme von World Vision zeitweise eingestellt. Die meisten Mitarbeitenden kommen nicht mehr ins Büro, da die Strassen gesperrt sind und Busse ausfallen. In der Hauptstadt ist abends kaum mehr jemand unterwegs. 
Der Betrieb bei World Vision Nicaragua läuft seit einem Monat auf Sparflamme, aber nicht jede Region ist gleich betroffen. Das Gebiet um das von World Vision Schweiz finanzierte Entwicklungsprojekt Xochiltlepec ist ziemlich instabil und der Betrieb kann dort zurzeit nicht weitergeführt werden. In den anderen von uns finanzierten Projektgebieten Xolotlan und Yalí wird weiterhin mehr oder weniger gearbeitet. Allerdings sind keine Termine mit Regierungsstellen möglich. World Vision Nicaragua ist derzeit dabei, alle Programme auf die neue Bedürfnislage anzupassen und innerhalb einer Woche einen angepassten Arbeitsplan an unser Schweizer Büro in Dübendorf zur Bewilligung vorzulegen.

Wenig Hoffnung auf Deeskalation 
Die einseitig von der Regierung beschlossene Sanierung der Pensionskasse gab den Anstoss für die Proteste. Selbst ein Einlenken der Regierung in diesem Punkt konnte die erhitzten Gemüter nicht mehr besänftigen. Rentner und sich solidarisierende Studenten gingen auf die Strasse, immer mehr Menschen schlossen sich an. Erstmals seit langem traten auch die Unternehmerverbände mit klaren Forderungen an die Regierung, ebenso wie die katholische Kirche. 

Am Mittwoch, 16. Mai, lud die Bischofskonferenz Regierung und Oppositionsgruppen zum «Nationalen Dialog» ein. Auch Botschaftsvertreter u. a. aus der Schweiz nahmen teil. Die Studenten lasen die Namen der Todesopfer vor und forderten, dass Streitkräfte und Polizei zurückbeordert und die Gewalt unterbunden wird. Ortega zeigte sich dazu nicht bereit. Die Forderungen nach einem baldigen Rücktritt des Präsidenten werden lauter. Unterdessen haben bereits vier Gesprächsrunden des Nationalen Dialogs stattgefunden, aber es sieht nicht so aus, als ob sich die Situation rasch beruhigen würde. 
 

Diesen Beitrag teilen:


0 Kommentare Anzeigen und kommentieren

Kommentar schreiben

Ihr E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht


Das könnte Sie auch interessieren

Kontaktieren Sie uns

Kinderhilfswerk
World Vision Schweiz
Kriesbachstrasse 30
8600 Dübendorf

info@worldvision.ch
T +41 44 510 15 15

Haben Sie Fragen?

+41 44 510 15 15

info@worldvision.ch

ZERTIFIZIERUNGEN

    

FOLGEN SIE UNS

     

 

 

UNSERE PARTNER

Newsletter abonnieren

ALLGEMEINE SPENDEN    Postkonto: 80-142-0  |  Bank: IBAN CH98 0900 0000 8000 0142 0

World Vision Schweiz ist eine gemeinnützige und somit steuerbefreite Organisation. CHE-333.958.696

World Vision verwendet Cookies, um Ihr Online-Erlebnis zu verbessern.
Mit der weiteren Nutzung von worldvision.ch akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen