«EINES TAGES MÖCHTE ICH SELBST PATIN SEIN»

13. November 2018

FELISA RAMOS AUS BOLIVIEN LÄSST SICH VON WORLD VISION-MITARBEITER EMILE STRICKER DAS PLAKAT ZEIGEN, MIT DEM SIE IN DER SCHWEIZ FÜR KINDERPATENSCHAFTEN WIRBT.

Felisa Ramos ist eine aussergewöhnliche Frau. In Ihrem Dorf im bolivianischen Hochland gehen Mädchen üblicherweise nur bis zur 5. Klasse in die Schule. Ihr grosser Traum an der Universität zu studieren stiess auf völliges Unverständnis. Doch Felisa liess sich nicht davon abbringen. Immer wieder unterstützt und motiviert hat sie dabei das Patenschaftsprogramm von World Vision. Sie lernte im Kinderclub, dass alle Kinder ein Recht auf Bildung haben, sie ging in die Sekundarschule, später aufs Gymnasium, machte als erstes Mädchen der ganzen Umgebung die Matura und studierte später Jura. Heute ist das ehemalige Patenkind Anwältin für Kinderrechte in Oruro und gibt die Unterstützung weiter, die sie selbst als Patenkind bekommen hat

Lebenswege wie der von Felisa zeigen, welche grosse Wirkung eine Patin oder Pate auf das Leben von benachteiligten Kindern hat. Sie war daher sofort bereit, davon zu erzählen. Auf grossflächigen Plakaten, auf Facebook, Instagram und auf unserer Webseite ist seit diesem Jahr ihre Erfolgsgeschichte zu lesen.

Felisa, in 700-facher Ausgabe warst du in den Schweizer Strassen und Bahnhöfen zu sehen. Wie ist das für dich?
Es freut mich sehr, dass mein Foto überall in der Schweiz hängt. Ich kenne das Land zwar nicht und weiss so gut wie gar nichts darüber, aber ich würde es sehr gerne einmal besuchen. Gleichzeitig motiviert mich diese Plakatkampagne in einem so weit entfernten Land, mich umso stärker für meine Arbeit zugunsten von Kindern einzusetzen. Sie gibt meinem Engagement einen richtigen Schub.

Du hast viel erreicht. Fühlst du dich als Vorbild für Boliviens Jugend?
Schon ein bisschen. Meine Geschichte kann Jugendliche dazu motivieren, sich Ziele für ihr Leben zu setzen und auch hart dafür zu arbeiten.

Und vielleicht auch Vorbildfunktion für die Jugend in der Schweiz?
Ja vielleicht. Meine Geschichte könnte ja ebenso Jugendliche in der Schweiz motivieren, sich so gut wie möglich auszubilden, damit sie einen Beruf ergreifen können, der ihnen wichtig ist.

Hattest du als Kind Kontakt mit deinem Paten?
Ich habe Briefe bekommen und auch zurückgeschrieben. Aber darüber hinaus habe ich keine genaue Erinnerung mehr, denn ich war ja noch klein.

Findest du Patenschaften trotzdem sinnvoll?
Ja, unbedingt. Kinder erhalten dadurch das Gefühl, dass jemand für sie da ist. Inzwischen ist es einfacher geworden, einen Brief an das Patenkind zu schreiben und die Patinnen und Paten tun das viel häufiger.

Kann man als Pate wirklich erwarten, ein Kinderleben zu verändern?
Ich bin überzeugt, dass Kinder und Jugendliche dank einem Paten sich selbst, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen besser entwickeln können, da sie und ihre Familien vom Programm von World Vision profitieren. Die Kinder selbst lernen, besser für sich zu sorgen und sich zu schützen. Die Patenschaftsprogramm stärken die Kinderrechte, aber auch die Familien und die Dorfgemeinschaften. Eines Tages möchte ich selbst Patin sein.

Ihre Hilfe wirkt. Werden Sie Patin oder Pate der nächsten Felisa.

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