Die Corona-Pandemie hat der Wirtschaft Lateinamerikas und der Karibik stark geschadet. Ein Blick auf die Hintergründe und Massnahmen, wie World Vision hilft.


Eine Frau und ihre Tochter stehen vor ihrem Haus in Ecuador.

Das Geld ist knapp nach einem Monat Quarantäne, auch für Katiuska und ihre Tochter aus Ecuador. Vielerorts ist die verordnete Isolation noch deutlich länger.

Jetzt Kindern in Not helfen

Text: World Vision Schweiz

Lateinamerika ist das Epizentrum von COVID-19. Nur die USA hatten im Juli mehr registrierte Infizierte als Brasilien. In keinem anderen Land starben im Verhältnis zur Einwohnerzahl so viele Menschen wie in Peru. Gerade in den Armenvierteln breitet sich das Virus schnell aus: Die Wohnverhältnisse sind eng, die Hygienebedingungen kritisch. Und die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Viele Menschen rutschen infolge der Corona-Pandemie unter die Armutsgrenze, weil ihr Job wegbricht. In Bolivien zum Beispiel, wo World Vision aktiv ist, verhindert der Lockdown den Strassenhandel, der sonst viele Familien ernährt.

Mindestens 34 Millionen Menschen in Lateinamerika und der Karibik haben laut der internationalen Arbeitsorganisation ILO allein im ersten Halbjahr 2020 ihr Einkommen verloren. Nirgendwo sonst ging die Arbeitszeit so stark zurück. Keine andere Region wurde wirtschaftlich so hart getroffen, sagt auch die Weltbank. Politische Unruhen, Naturkatastrophen und jetzt die Pandemie haben zu einer neuen Wirtschaftskrise geführt.

Neue Lebensgrundlagen aufbauen

Hilfen sind darum gerade jetzt wichtiger denn je. In Nicaragua und der Dominikanischen Republik zum Beispiel verteilt World Vision Lebensmittel an die am meisten gefährdeten Familien, in Peru gehören auch viele Flüchtlinge und Migranten dazu. Landwirtschaftliche Geräte und Ressourcen sollen den betroffenen Familien ermöglichen, eine neue Lebensgrundlage aufzubauen. Schulungen bereiten Jugendliche auf eine Ausbildung und zukünftige Arbeitsmöglichkeiten vor. All das sind Massnahmen, mit denen World Vision in Lateinamerika und der Karibik der Krise begegnet, und zwar im Schulterschluss mit anderen Organisationen und Freiwilligen vor Ort.

Ein Mädchen wäscht sich vor einer Kirche in Bolivien die Hände.Rosa aus Bolivien zeigt an der neuen Waschstationen, wie man sich richtig die Hände wäscht.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Gesundheit und der Kampf gegen die Ausbreitung von COVID-19. Um die Gesundheitssysteme zu stärken, bildet World Vision mit Partnern Gesundheitshelfer aus und informiert über Prävention. Wir stellen Reinigungssets und Schutzausrüstung zur Verfügung, zum Beispiel Desinfektionsmittel und Masken. Wir bauen neue Wasser- und Sanitäreinrichtungen oder setzen alte instand. Und wir informieren, klären auf, verbreiten Informationsmaterialien, nutzen Lokalradios und kooperieren mit den Glaubensführern vor Ort. So erreicht World Vision insgesamt in Lateinamerika und der Karibik knapp 9 Millionen Menschen, über ein Drittel davon Kinder.

Einschränkungen und Kinderschutz

Die Projektarbeit ist in vielen Ländern nur mit Einschränkungen möglich. Zusammen mit der Presbyterianischen Kirche steuert World Vision ein Krankenhausschiff in entlegene Gebiete des brasilianischen Amazonasgebiets, die sonst nur schwer erreichbar wären. In Peru hatte die Regierung den nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen und Grenzen geschlossen. Heute gibt es noch immer Restriktionen. In der Dominikanischen Republik und in Bolivien bleiben zum Beispiel die Schulen geschlossen. Für Familien ist das eine neue Herausforderung: Lesen und Schreiben finden zuhause oder virtuell statt. World Vision hilft, virtuelle Lernräume aufzubauen, Kinder beim Lernen zu unterstützen und ihnen Bildungsmaterialien zur Verfügung zu stellen. Bleiben die Schulen noch lange geschlossen oder schliessen sie wieder, weil eine zweite Welle ausbricht, bedeutet das für viele Kinder aber das Aus für Bildung. Umso wichtiger ist es, alles zu tun, um die Pandemie zu bekämpfen und Kindern bei den Nothilfen Gehör zu verleihen. Kinderschutz bleibt wichtig – auch und gerade in Zeiten einer Pandemie.

World Vision Schweiz erreicht mit Ihrer Hilfe während der Pandemie:

  • 235’600 Menschen in Bolivien
  • 126’000 Menschen in der Dominikanischen Republik
  • 44’100 Menschen in Nicaragua
  • über 1’000’000 Menschen in Peru