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Kinderstudie: Kluft zwischen arm und reich

02.06.10 13:17

2'500 Kinder wurden in Deutschland zu ihrer Lebensituation befragt.

Insgesamt haben sechs bis elfjährigen Kinder in Deutschland eine positive Meinung von ihren Müttern und Vätern und loben deren Bereitschaft, sie mitbestimmen zu lassen. Die grosse Mehrheit der Kinder ist mit ihrem Lebensverhältnis in Familie, Freizeit, Freundeskreis und Schule zufrieden, so das Studienergebnis, das im Grossen und Ganzen auch auf die Schweiz umgelegt werden kann.

Trotzdem es gibt auch einige Kinder, die für ihr Leben schon in sehr jungen Jahren keine Perspektive mehr sehen und sich in ihren Rechten beschnitten fühlen. Aus diesem Grund wurden für die zweite World Vision Kinderstudie erstmals Sechs- bis Siebenjährige in die Repräsentativerhebung einbezogen. Die Studie zeigt deutlich, dass bereits so junge Kinder ihre Realität und Umwelt sehr klar sehen und daraus Perspektiven für ihre Zukunft ableiten können.

Jungen geraten immer mehr ins Hintertreffen
Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Hurrelmann: „ Die Kinder aus dem benachteiligten unteren Fünftel sehen ihre Zukunft negativ und trauen sich keine erfolgreiche Schullaufbahn zu. Es fehlt ihnen an Rückhalt, an Anregungen und an gezielter Förderung. In der Konsequenz ist der Alltag dieser Kinder bei einem grösseren Teil einseitig auf Fernsehen oder auf sonstigen Medienkonsum ausgerichtet. Knaben sind hierfür besonders anfällig. Demgegenüber sind die Mädchen widerstandsfähiger und lernbereiter. Hier deutet sich ein grosser Umbruch im künftigen Geschlechtsverhältnis an.“

Die Studie hat auch gezeigt, dass die traditionelle „Ein-Mann-Verdiener-Familie“ einem starken Wandel ausgesetzt ist. In den vielen Fällen arbeiten beide Elternteile bzw. der alleinerziehende Elternteil. „Wir machen uns grosse Sorgen um Kinder, die von alleinerziehenden Eltern aufgezogen werden, denn das ist eines der grössten Armutsrisiken. Armut wird von Kindern sehr konkret wahrgenommen und ist keine abstrakte Grösse“, betont Kindheitsforscherin Prof. Dr. Sabine Andresen. „Armut grenzt aus und dies erleben die Kinder auch so in ihrem Alltag.“

Klassische Risikofaktoren für ein Aufwachsen in Armut
Niedrige soziale Herkunftsschicht, ein alleinerziehender Elternteil sowie fehlende Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt sind die klassischen Risikofaktoren für ein Aufwachsen in Armut. Bezieht man sich auf die Herkunft der Kinder, so wird deutlich, dass fast die Hälfte der Kinder der Unterschicht einen Migrationshintergrund hat.

Hintergrund: Die Studie wurde im Auftrag von World Vision Deutschland in Kooperation mit Prof. Dr. Klaus Hurrelmann und Prof. Dr. Sabine Andresen von TNS Infratest Sozialforschung, München, erstellt.

Zusammenfassung der 2. World Vision Kinderstudie (PDF)

Charts zur 2. World Vision Kinderstudie (PDF)

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