Haiti: Sechs Monate nach dem Beben - wie geht es weiter?
12.07.10 07:32
World Visionn unterstützt die Menschen Haitis mit Lebensmitteln.
Kindern wird bei der Suche nach ihren Familien geholfen.
Seit mehr als 30 Jahren leistet World Vision in Haiti wichtige Entwicklungsarbeit und konnte so mit 570 einheimischer Mitarbeiter vor Ort binnen kürzerster Zeit lebenswichtige Soforthilfe leisten. Ingesamt stellte World Vision Schweiz 750'000 Franken für die Hilfe zur Verfügung.
In der Regel dauert eine Nothilfephase in Katastrophenfällen rund drei Monate und geht dann in den Wiederaufbau über. In Haiti ist die Infrastruktur allerdings so geschwächt, dass es wesentlich länger dauert, eine solide Grundlage für den Wiederaufbau zu schaffen.
Um die Versorgung der Menschen Haitis sicher zustellen, arbeitet World Vision mit dem Welternährungsprogramm zusammen. So konnte die World Vision-Partnerschaft bis dato mehr als 11'000 Tonnen Reis, Linsen, Corn Soy Blend, Öl und Salz im Wert von rund 9,3 Millionen Franken verteilen (davon Schweiz 504 Tonnen im Wert von 405'000 Franken). Ingesamt hat die gemeinsame World-Vision-Hilfe 961’000 Personen Menschen erreicht. Rund 125'000 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren unterstützt World Vision gezielt und verpflegt sie in ihren Schulen. Kinder in diesem Alter, die nicht zur Schule gehen, werden in Camps versorgt.
Hilfe zur Selbsthilfe ist das Ziel
Trotz allem leben noch immer mehr als 500’000 Menschen (125’000 Familien) in Zeltcamps. Im gesamten Erdbebengebiet gibt es rund 260 registrierte Lager. Die Regenzeit und die Hurrikansaison haben begonnen, und droht den Menschen in den oft unzureichend geschützten Notunterkünften. Ferner kehren viele nach Port-au-Prince zurück, da sie ausserhalb keine Arbeit finden.
Um die Hilfe zur Selbsthilfe und damit auch die lokale Wirtschaft anzuregen, unterstützt World Vision in Kooperation mit der haitianischen Regierung rund 15’000 einkommensschwache oder besonders betroffene Familien mit den Programmen „Geld für Arbeit“ und „Essen für Arbeit“.
Kinder im Fokus
Für Kinder, die während des Bebens ihre Familien verloren haben oder von ihnen getrennt worden sind betreibt nach World Vision nach wie vor 22 Betreuungszentren. Dort werden Kinder medizinisch und psychisch betreut sowie bei der Suche nach ihren Angehörigen unterstützt.
In Sachen Kindergesundheit klärt World Vision mit Plakaten, Infoblättern und im Schulunterreicht über hygienische Grundregeln und die Risiken einer HIV-Infektion auf. In Zusammenarbeit mit lokalen Spitälern, stellt World Vision zudem die medizinische Grundversorgung in Camps über feste und mobile Kliniken sicher.
Auch zukünftig werden die Schwerpunkte des Wiederaufbaus auf den Bereichen Nahrungsmittelverteilung, Gesundheitsförderung sowie Infrastrukturmassnahmen und Wirtschaftsförderung liegen (Programm „Geld für Arbeit“).
Videobeitrag: Vielen Dank für Ihre Hilfe
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