World Vision
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Ein würdevolles Leben für Mädchen und Frauen

Jedes Jahr werden rund drei Millionen Babys, Mädchen und Frauen beschnitten. Um ihnen eine Stimme zu geben, betreibt World Vision in Mali und Tansania intensive Aufklärungsarbeit.

Die Beschneidung weiblicher Genitalien ist noch heute Bestandteil der kulturellen Identität vieler Völker im Westen und Nordosten Afrikas – obwohl sie international als Verletzung der Menschenrechte geächtet wird. Die Beschneidung ist ein massiver Übergriff auf die Rechte der Mädchen und Frauen. In Mali und Tansania zeigen wir den Menschen in unseren Projekten die Folgen dieser schweren Eingriffe auf und setzen uns aktiv für die Rechte der Betroffenen ein.

World Vision vor Ort

Mittels Radio, Theatervorstellungen und Informationsveranstaltungen wollen wir eine Bewusstseinsveränderung in der Gesellschaft erreichen. Wir suchen den Dialog mit traditionellen und religiösen Führern, lokalen Behörden, Beschneiderinnen und Eltern und klären über die schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen der Beschneidung weiblicher Genitalien auf. Gemeinsam erarbeiten wir Ersatzrituale für den Übertritt der Mädchen ins Erwachsensein. Mädchen die von Zuhause weglaufen, um der Beschneidung zu entgehen, bieten wir einen geschützten Ort zum Wohnen. Im Gespräch mit den Eltern suchen wir nach Lösungen, damit die Familien wieder vereint werden können.

Andrea Reitze, Programmverantwortliche:

"Genitalbeschneidung ist ein Bestandteil der Kultur. Beschneiderinnen geniessen in der Bevölkerung ein hohes Ansehen. Es ist enorm wichtig, sie in die Arbeit gegen die Mädchenbeschneidung einzubeziehen, und so gemeinsam wegbereitend für die Überwindung der Mädchenbeschneidung zu arbeiten."

Andrea Reitze, Programmverantwortliche

 

Die Folgen einer Beschneidung sind oft enorm

Beschneiderinnen setzen meist Instrumente wie Messer, Glasscherben, Rasierklingen oder Scheren ein. Häufig wird ein Instrument für mehrere Mädchen benutzt, was das Risiko einer HIV-Infizierung erhöht. Die Beschneidung wird ohne Anästhesie durchgeführt. Infektionen, Inkontinenz, Unfruchtbarkeit und auch Probleme bei der Schwangerschaft sind Langzeitfolgen einer Genitalbeschneidung. Nicht selten stirbt ein Mädchen nach dem Eingriff wegen des hohen Blutverlustes.

Die Beschneidung kann schwerwiegende psychische Auswirkungen mit sich bringen. Als Folge können die Betroffenen nur beschränkt ihren Beitrag als Familienmitglied und Arbeitskraft leisten. Die Familien sind darum dem Risiko der Armut verstärkt ausgesetzt

Aktuelle Fortschritte im Projekt

  • 54 Mädchen nahmen an einem alternativen Ritual zur Aufnahme als Erwachsene teil, ohne beschnitten zu werden
  • 120 Personen haben in ihren Dorfgemeinschaften Aufklärungsarbeit geleistet
  • 12 Mädchen, die sich gegen die Mädchenbeschneidung wehrten, wurden vorübergehend aufgenommen, betreut und es wurde ihnen die Schulgebühren bezahlt
  • Radioprogramme zu Mädchenbeschneidung und Kinderrechten wurden produziert und während eines Monates zweimal wöchentlich ausgestrahlt
  • 250 Mädchen wurden über Mädchenbeschneidung und Frühverheiratung geschult
  • 1 Workshop mit 29 Teilnehmern mit unterstützender Funktion in der Gesellschaft (Dorfälteste, lokale Politiker, Eltern, Beschneiderinnen)

Das Projekt in Mali ist noch in der Aufbauphase.

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